Frage von ruhrpott,

Wieviel Geld haben die Deutschen wohl weniger durch die Niedrigzinspolitik der EZB?

Wir haben darüber im Freundeskreis diskutiert, die Meinungen klafften stark auseinander, die Antworten lagen bei 4,5-10,2 Milliarden-würds gern genauer wissen-gibts hierzu Infos im Netz zu finden?

Antwort
von Finanzschlumpf,

Hier liegt ein schwerer Denkfehler vor.

Um von einem "Weniger" für die Menschen reden zu können müssten die Menschen gezwungen sein, zu den niedrigen Zinsen ihre schieren Unsummen anzulegen, und andererseits müsste der Niedrigzins der EZB - ceteris paribus natürlich - auch auf einem höheren Niveau festlegbar sein.

Letzteres ist absolut unmöglich aufgrund der Marktsituation.

Beim ersteren mag man zwar einwenden, dass mangels politischem Willen und Widerstand aus der Bevölkerung keine ausreichenden Renten mehr bezahlt werden können und man somit anlegen muss. Nur, wer anlegen muss ist ja - um es in Marktusance auszudrücken "Null % Brief" . Wer also auch noch bei Null v.H. anlegen würde ( weil er muss ) kann sich doch eigentlich nicht beschweren, wenn er für ne 10 Jährige Bundesanleihe rund 1 3/4 bekommt, oder ?

Kommentar von wfwbinder ,

Ich denke hier ist was anderes gmeint.

Meistens in den letzten 40-50 jahren, hatten die Anlger eine idee mehr als Zins, gegenüber der Inflatiosnrate.(ausnahmen bestätigen die Regel).

nun ist es relativ nachhaltig so, das jeder der sein Geld beim Staat, oder Bank parkt, realverluste einstecken muss.

Das die Mechanik so ist, das die EZB mit der Zinspolitik den wirtschaftlichen Gegebenheiten folgt und nciht selbst auslöser der Situation ist, sehen die meisten vermutlich nicht.

Kommentar von Finanzschlumpf ,

Ja, dann sind wir uns ja einig.

Oder anders ausgedrückt : Nur weil es in der Vergangenheit einmal so war, hat man als Sparer keinen Rechtsanspruch auf einen positiven Realzins.

Antwort
von gandalf94305,

Diese Frage ist eigentlich sinnlos, denn es wird nicht die Referenz angegeben, gegen die man rechnen soll.

Es gibt in Deutschland ca. 11.600 Mrd EUR privates Vermögen. Davon sind ca. 2.000 Mrd EUR Bargeld und Spareinlagen. Ca. 950 Mrd EUR sind Anlagen in Wertpapieren.

Rechnet man auf die 2.000 Mrd EUR eine Verzinsung von durchschnittlich 0,2% (nach Steuern) bei einer Inflation von 1,8%, so wäre der Verlust dadurch 32 Mrd EUR p.a.

Rechnet man eine hypothetische Verzinsung von 2% dagegen (was sich die naiven Anleger auf dem Tagesgeld wünschen), so wäre ein Gewinn von 3 Mrd. EUR drin. Gegenüber diesem Modell verlieren dumme Einlagen-Sparer also ca. 35 Mrd EUR jedes Jahr.

Würde man etwa 42 Mio Privathaushalte in Deutschland zugrundelegen, so wären das knapp 48 kEUR an Bar- und Einlagevermögen je Haushalt. Das ist natürlich Unsinn. Würde man das auf 6 kEUR beschränken und den Rest für eine mittlere Rendite von 4% nach Steuern in Wertpapieren anlegen, so ergäbe sich ein Gewinn im Jahr von ca. 33 Mrd EUR. Fehlbetrag gegen ein sinnvolles Investitionsmodell also sogar 65 Mrd EUR.

Weiterhin müßte man auch für eine Gesamtrechnung den Vorteil für z.B. Immobilienfinanzierungen gegenrechnen, sowie den Zinsnachteil bei Lebensversicherungen, Rentenverträgen etc. In jedem Fall wird sich jedoch herausstellen, daß die Spareinlagen-Strategie der Deutschen nachteilig ist und dringend geändert werden muß, um nachhaltig Kaufkraft zu erhalten.

Antwort
von wfwbinder,

Anscheinend lagen alle falsch:

http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/35-milliarden-euro-weniger-...

Danach in 2013 14 Mrd. und im 2014 bis zu 21 Mrd. bei Einbeziehung der Inflationsrate.

Antwort
von Privatier59,

Werden das die Aktiengewinne durch die Niedrigzinspolitik nun gegen gerechnet oder nicht? Falls nicht wäre die ganze Rechnung unvollständig, quasi das Musterbeispiel einer Milchmädchenrechnung.

Kommentar von Finanzschlumpf ,

Milchmädchenrechnung ja , aber nach DIN 0815 oder DIN 2013 ?? :-)

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