Frage von bvbvbv, 12

Wieso werden keine Risikoklassen für Elemtarschädenversicherungen eingeführt?

Ich finde es ungeheuerlich, daß manche keinen Versicherungsschutz bekommen, weil sie zu nah am Wasser gebaut haben. Wieso macht man hier nicht Risikoklassen, die, die weniger gefährlich wohnen, zahlen weniger, die anderen mehr Beiträge. Ist sowas evtl. nun nach dem Jahrhundertwasser denkbar?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von SBerater, 3

hm. Und wie hoch wären dann die Versicherungsbeiträge in einer Gegend und für ein Objekt, in der alle 10 Jahre Schäden vorkommen? Nimm dann die Schadenshöhe. Und wer kann sich dann so eine Absicherung leisten? Günstig wäre die nicht!

Schwieriges Thema. Aus Sicht der Versicherer jedoch nachvollziehbar.

Antwort
von Candlejack, 2

Ich finde es ungeheuerlich, daß manche keinen Versicherungsschutz bekommen

Was bitte ist denn daran ungeheuerlich ? Ich finde es eher ungeheuerlich, dass in Deutschland jeder die Vollkasko erwartet. Als es Versicherungen noch nicht, musstest Du selbst mit Deinem Leben klarkommen. Baust Du zu nah am Wasser - Pech gehabt. Brennt Dir die Bude ab - Pech gehabt. Wurdest Du krank und konntest keinen Arzt bezahlen - Pech gehabt. Konntest Du nicht mehr arbeiten - Pech gehabt. Sieh zu wie Du kommst oder lass Deine Familie Dich durchfüttern ! Jeder ist für sein Leben verantwortlich ! Da ist es schon einmal ein großer Fortschritt, dass es heute mit Elementarversicherungen, Feuerversicherungen, Krankenversicherungen, Berufsunfähigkeitsversicherungen... (in der Reihenfolge der oben genannten Probleme) Möglichkeiten zur Absicherung gibt. Aber das ist weder Pflicht noch selbstverständlich, dass jeder zu angemessenen Preisen versichert wird. Wer neben einem Vulkan wohnt, bekommt keine Feuerversicherung, wer neben einem gefährlichen Fluß wohnt, bekommt keine Überschwemmungsversicherung usw. Oder die Versicherung, die nebenbei kein gemeinnnütziger Verein ist, muss das Risiko kalkulieren und berechnet. Und wenn der Schaden für ein Haus 200.000 EUR betragen kann und das Gebiete alle 11 Jahre ein Hochwasser bekommt, kannste Dir die Prämie fast selbst ausrechnen.

Das gibts übrigens schon. Es gibt Gegenden, die normal versicherbar sind, Gegenden mit Aufschlag und es gibt Gegenden, wo nichts mehr geht, weil der Aufschlag astronomisch wäre und den keiner bezahlt, auch wenn er angeboten würde.

Die DDR ist vorbei, die alles regelt, sich um alles kümmert und für Dich da ist. Vollkasko-Leben war einmal. In einer Freiheit hast Du eben nicht nur die Freiheit, alles zu machen, was Dir gefällt, Du musst Dich halt auch um alles selbst kümmern. Und dazu gehört auch, nicht gerade in der Flutrinne von Dresden zu wohnen. Mir tun die Leute auch alle leid, die hier unten am Berg um Ihre Häuser kämpfen, aber selbst ich würde NIE in die Nähe der Elbe ziehen, weils hier regelmäßig Frühjahrshochwasser etc. gibt, das Risiko wäre mir einfach zu hoch ! Egal, ob ich vversichert wäre, den Streß und die Arbeit hast Du immer wieder !

Antwort
von jona968, 1

Ich finde, die Aussagen in Deiner Frage beißen sich irgendwie.

Einerseits beklagst Du, dass manche Hauseigentümer keine Versicheurngsschutz bekommen, andererseits fragst Du nach Risikoklassen.

Es gibt bei der Elementarversicherung vier Risikoklassen:

Klasse 4: Überschwemmung im Schnitt alle 10 Jahre Klasse 1: Überschwemmung vielleicht alle 200 Jahre

Rund 99 Prozent aller gebäude in Deutschland lassen sich versichern. Diese Option haben aber nur 32 Porzent der Hauseigentümer genutzt. Klar, dass da ein großer Teil sprichwörtlich im Regen steht.

Im Übrigen ist es normal, dass nicht versicherbare Risiken auch nicht angenommen werden. Schließlich müssen die Beiträge für die Allgemeinheit ja auch bezahlbar bleiben.

Bei einer Risikolebensversicherung z. B. werden ja auch keine Personen versichert, die eine Lebenserwartung von weniger als sechs Monaten haben. Wer soll dieses Risiko denn dann bezahlen?

Antwort
von qtbasket, 1
  • Ich finde es ungeheuerlich, daß manche keinen Versicherungsschutz bekommen, weil sie zu nah am Wasser gebaut haben.

ich nicht

Eine Versicherung ist eine rationale Angelegenheit und wenn das Risiko zu groß ist, wird natürlich ein solches Risiko nicht versicherbar sein. Also das ist keine emotionale Frage, sondern eine Frage der Rationalität - eine Versicherung ist keine soziale Fürsorge.

bei der Elementarschadenversicherung gibt es Risikoklassen - das ist typisch für diese Versicherung Wenn also ein Schadensereignis wahrschenlich ist, kann es nicht versichert werden, und in einem Hochwassergebiet zu wohnen, ist genau das !!!

Antwort
von Angelsiep,

Es gibt doch Risikoklassen, da wo den Versicherungen das Risiko zu hoch ist, gibt es keine Versicherung, da wo es kleiner ist, gibt es eine und man zahlt entsprechend weniger.

Wenn du eine Fahrradversicherung hast und dir wird 3 oder 4 mal ein Fahrrad gestohlen, wird dir die Versicherung kündigen.

Wenn ein Obstbauer in einem Hagelgebiet ist, bekommt er auch keine Versicherung für seine Anlagen oder nur gegen hohe Prämien.

Antwort
von Privatier59, 1

weil sie zu nah am Wasser gebaut haben.

Wer sich in Gefahr begibt kommt darin um, so heißt es doch. Wieso muß jemand geschützt werden der sich sehenden Auges mit seinem Bau in ein gefährdetes Gebiet begibt? Und vor allen Dingen: Wieso soll die Versichertengemeinschaft für unvernünftige Zeitgenossen blechen? Darauf würde es nämlich hinauslaufen.

Antwort
von Mikkey, 1

Du brauchst das doch nur einmal durchzurechnen.

Bei dem Kroatischen Gastwirt in Passau, dessen Restaurant immer in den Nachrichten zu sehen war, soll es im Schnitt alle zwei Jahre eine Überschwemmung gegeben haben.

Welche Versicherungbeitragshöhe hieltest Du in einer solchen Lage für angemessen? -

Genau, eine Prämie etwas höher als die Hälfte der durchschnittlichen Schadenshöhe (plus Versicherungssteuer).

Bei Häusern, die nicht ganz so exponiert zum Wasser stehen, wäre das vergleichbar:

Überschwemmung alle 10 Jahre: Prämie 1/10 der duchschnittlichen Schadenshöhe.

Kommentar von katalog49 ,

Überschwemmung alle 10 Jahre: Prämie 1/10 der duchschnittlichen Schadenshöhe.

Gerne einen DH für die Antwort.

Das ist natürlich nur die halbe Wahrheit. Hinzu kommen dann noch Provisionen, interne und externe Schadenregulierungs- sowie Verwaltungskosten und oben drauf noch die Versicherungssteuer. Danach würde es sich überhaupt nicht lohnen, eine solche Versicherung abzuschließen, weil man ja mehr zahlt, als man, statistisch gesehen, ausgezahlt bekommt.

Antwort
von katalog49, 1

Die Risikoklassen gibt es schon (ZÜRS).

Ob hier allerdings ein Unterschied besteht, ob man 30 m vom Flusslauf entfernt wohnt oder 200 m, das wage ich mal sehr zu bezweifeln.

Per Gesetz müsste also jeder Sachversicherer verpflichtet werden, in der höchsten Risikostufe Versicherungsschutz zu gewähren, bei einer gleichzeitigen Maximalprämie in % zum Wohngebäudewert. Wenn das käme, würden alle Wohngebäudeversicherungen erheblich teurer, und, was im Extremfall geschehen könnte, dass die Versicherer sich aus der Wohngebäudeversicherung zurückziehen. Dann müsste der Gesetzgeber gleichzeitig alle Sachversicherer verpflichten, diese Versicherungssparte anzubieten.

Aktuell hat ja die Ergo 130.000 Wohngebäudeverträge gekündigt - oder sie wollen es.

Das Problem ist, und das ist ganz sicher für die Betroffenen häufig eine finanzielle Katastrophe, kaum zu lösen.

Kommentar von Candlejack ,

Das IST eine finanzielle Katastrophe. 2002 hatten hier in Meissen viele noch Schutz, der wurde den meisten danach gekündigt, also dieses jahr nichts mehr :-( Ich habe wenige und in gewissen Lagen erlebt, die wir ein Jahr später wieder versichern konnten, weil die Versicherung sagte "das war ein außergewöhnliches Ereignis, das Risiko der Wiederholung ist so gering..." Ich persönlich fand das Risiko der Wiederholung einer Großwetterlage nicht sooo gering, aber ich bin ja nur ein dummer Berater und wenn meine Kunden Schutz bekommen, dann bitte ! Diese Kunden dürften dann auch dieses Jahr die Quittung bekommen, wobei es 2 von 4 nicht erwischt hat. Die anderen beiden werden froh sein über die Regulierung und sich "freuen" über die Kündigung. Denn jetzt dürfte auch der Versicherung die Muffe gehen, dass eine Wiederholung doch nicht SO gering ist.

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