Frage von Grimaldis, 2

Wieso ist es so wichtig, daß die bisher geheimen Sitzungsprotokolle der EZB bekannt werden?

Für wen wäre es denn von Vorteil, würden die Sitzungsprotokolle öffentlich gemacht, worum gehts grad bei der Debatte?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gandalf94305,

Es wäre für all die interessant, die auf die kleinsten Nachrichten oder Indikationen von Nachrichten hin agieren wollen. Man sieht ja, wie die Kaffeesatzleserei bereits bei jeder Äußerung eines stellvertretenden Ersatzmitglieds der Fed-Kommission beginnt und ggf. zu heftigen Reaktionen führt.

Aus meiner Sicht war es bisher positiv, daß bestimmte Detail nicht unmittelbar oder gar nicht publiziert wurden, denn bei vielen Punkten müßte man eine 50-seitige Erläuterung beilegen, um letztendlich klarzumachen, was damit gemeint ist... was aber wiederum mehr Ansatzpunkte für Spekulation bietet als Fakten schafft.

Daher gibt es zwei Lager: diejenigen, die aus welchen Gründen auch immer die Protokolle möglichst sofort und unmittelbar bzw. sogar die Sitzungen öffentlich machen wollen, und diejenigen, die im Sinne einer Ruhe für die Märkte nur die Entscheidungen und Ergebnisse kommunizieren wollen.

Ich bekenne mich klar zum zweiten Lager, denn die WCB legt jetzt schon in vielen Bereichen mehr offen als die Fed, die erst durch gerichtliche Anordnungen manche Information herausrückt.

Kommentar von gandalf94305 ,

Ok. WCB muß natürlich ECB heißen :-)

Man hat gestern ja wieder mal gesehen, was ein FOMC-Protokoll durch seine Veröffentlichung anrichten kann. Dadurch, daß dort divergente Meinungen enthalten waren, die sich zudem in manchen Punkten nicht in eine klare Richtung ausdrückten, wußten die US-Börsen nicht so recht, wo sie hintendieren sollten. Das ist genau die Kaffeesatzleserei und Unruhe, die durch solche Veröffentlichungen entstehen kann.

Antwort
von Merlinda,

Aber wäre es nicht auch eine Möglichkeit die Glaubwürdigkeit der EZB zu steigern, wenn mehr Transparenz herrscht? Dann besteht nämlich die Möglichkeit, dass man mehr oder weniger genau einsehen kann, welche Entscheidungen getroffen werden und besonders wie. Dann können die Wirtschaftssubjekte die Entscheidungen der EZB besser antizipieren und angemessen reagieren. Allerdings halte ich nicht viel davon beispielsweise zu sagen welches Mitglied wofür gestimmt hat. Das setzt die einzelenen MItglieder viel zu sehr unter Druck und dann ändert sich nachher das bastimmungsverhalten bzw. das Erklärungserwartung der Öffentlichkeit, warum man jetzt so und nicht anders abgestimmt hat.

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