Frage von althaus, 29

Wie sehen die neuen Produkte der Lebensversicherungen aus, die die Kapitallebensversicherung abgelöst haben?

Gut, was ich weiss ist, daß es jetzt Produkte ohne Garantiezins gibt. Aber können die jetzt eine deutlich größere Aktienquote kaufen als bisher, oder in was investieren die jetzt?

Antwort
von Rat2010, 17

Natürlich sind bei den Verhältnissen Aktienfonds die beste aller Alternativen. Wenn also Versicherungen was verkaufen wollen, das auch nach Kosten noch eine merkliche Rendite bringen soll, dann geht man zu 100 % in Aktien.

Berater, die das nicht verstanden haben, werden Produkte verkaufen, die am Ende eine negative Rendite bringen. Nur will Kunde das ja auch so!!!

Das Problem an der Sache: Aktien sind jetzt als einziges noch günstig. Wenn man über ein paar Jahre investiert kann man auch zur Spitze (ähnlich 2000) investieren und die restlichen paar Jahre Laufzeit reichen nicht zwangsläufig, auch hohe Verlust zu vermeiden.

So oder so haben die Produkte der Versicherungen nichts mehr mit dem zu tun, das du als Versicherungsprodukte kennst. Es ist ein gemanagter oder ungemanagter Fondssparplan, über den ein teurer oder weniger teurer Versicherungsmantel gestülpt wird und der dadurch sehr oder auch nur normal teuer ist.

Billiger als ein rabattierter Fondssparplan ist er natürlich nie. Er hat aber (um die Kosten) mehr Schwankung und - vor und nach Steuer - eine deutlich schlechtere Entwicklung. Kunde akzeptiert das idealerweise, weil er (schafähnlich) eh nichts machen kann und die sehr schlechte Wertentwicklung immer noch deutlich über dem liegen kann, das er von Versicherungen gewöhnt ist.

Richtig übel wird die Sache dann, wenn Kunde als Laie die Entwicklung verfolgt und die kostenlosen Umschichtungsmöglichkeiten auch nützt. Das wird er - mit etwas Pech auch noch von seinem ebenfalls als Laien hilflos dem Halbwissen ausgelieferten Berater motiviert - nämlich immer zyklisch machen.

Banker und Exbanker wie du sind wegen des reichlich vorhandenen Halbwissens besonders gefährdet.

Die auch bei Banken anzutreffenden Berater können einem nebenbei leid tun. Erst verkauften Sie Kapitalversicherungen und müssen zusehen, wie deren Renditen zusammenschmurgeln. Dann verkauften sie geschlossene Fonds und treffen ihre Kunden jeden Monat vor Gericht oder (als Banker) hoffentlich nicht mehr.  Dann verkaufen Sie Fondspolicen und man wird sehen, wohin das führt. Auf die Idee, dass man

beim Abschluss

nicht - keine Ahnung - 1.000 - 5.000 € sondern auch nichts oder nur die Fahrtkosten verdienen könnte, kommt so ein Berater, der ja auch noch eher durch Erbe und Heirat als durch seine Arbeit reich wird, nie.

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