Frage von suedlaender, 1

Wie wirkt sich eine Europäische Finanzkrise auf russische Aktien aus?

Derzeit kommen portugisische Banken wieder ins straucheln. Evtl werden spanische Banken und italienische Banken auch davon betroffen. Wird das auch Auswirkungen auf russische Aktien haben? Besteht da ein Zusammenhang? Hintergrund der Frage ist, ob ich nicht meine Gewinne beim DWS Russia mitnehmen soll, den ich in den letzten Wochen gemacht habe. Wäre schade, denn die 20% plötzlich sich in Luft auflösen, da die Börsen wieder fallen.

Expertenantwort
von gandalf94305, Community-Experte für Fonds, 1

Erstens: es ist genau eine Bank. Portugal selbst und auch die meisten anderen Banken stehen recht solide da.

Zweitens: die Auswirkungen auf spanische und italienische Banken sind virtuell. Es geht hier mehr um eine Furcht vor unterkapitalisierten Banken als ein begründetes Wissen oder gar einen kausalen Zusammenhang mit der einen portfugiesischen Bank.

Drittens: warum macht man sich um eine portugiesische Bank mehr Sorgen als um die Banken in Bulgarien? Dort steckt deutlich mehr Chaospotential, da es sich um ein Tor zu Osteuropa handelt.

Und zu guter Letzt: ein russischer Fonds wird immer volatil sein, da der russische Markt natürlich sehr volatil ist. Man sollte hier nicht einen stetigen Verlauf nach rechts oben im Chart erwarten. Damit ist klar, daß es deutliche Rückschläge geben kann. Natürlich kannst Du den DWS Russia jetzt verkaufen, denn von Gewinnmitnahmen ist noch keiner arm geworden :-) Aber eigentlich sind Investments in Afrika, Russland, Türkei und ein paar andere Länder/Regionen ja eher langfristige Investments auf Entwicklungen, die erst gerade begonnen haben, sich zu entfalten. Da kann man nicht anhand von +/- 30% entscheiden, ob man hält oder verkauft, sondern setzt generell auf diese Regionen und kauft zu, wenn mal die Preise wieder stimmen.

Daher: wenn in Deiner Allokation noch Platz für Zukäufe für Russland ist, dann kannst Du demnächst vielleicht wieder günstig aufstocken. Wenn Du das als kurzfristige Wette auf die Erholung nach der Krim-Thematik siehst, dann verkaufe jetzt und nimm die Gewinne mit. Stecke das Geld in robustere Anlagen.

Kommentar von suedlaender ,

Habe heute die Verkausfsorder gegeben. Werde auf den nächsten Einbruch warten. Immerhin habe ich dann erst 22% ca. gut gemacht und das Geld kann dann ruhig auf Tagesgeldkonten geparkt werden bis es die nächste Gelegenheit gibt.

Expertenantwort
von freelance, Community-Experte für Aktien, 1

die Börse ist nicht so rational und kausal verstrickt, wie die Frage vermuten lässt.

Als in 2007 die Finanzkrise losging, hiess es: das ist nur der Immobiliensektor in den USA. Dann hiess es, es wäre nur die USA betroffen. In D hiess es: deutsche Banken haben damit nichts zu tun.

Und was ist letztlich passiert? Weltweit sind die Börsen zusammengebrochen, die Risikoaversion ist gestiegen, die Eurokrise fand ihren Anfang etc.

Ob denn nun Portugal ein Flächenbrand wird, ob die Nahostkrise einen Einfluss haben wird, ob die Ukraine grössere Auswirkungen haben wird und ob das alles auf die russ. Börsen Auswirkungen hat, weiss keiner.

Wenn du Gewinne hast, dann nimm sie mit, sofern du das Investment nicht sehr langfristig auslegst. Ich hätte kein Problem, jetzt mit 20% Gewinn zu verkaufen.

Kommentar von suedlaender ,

Du hast recht. Werde heute verkaufen. Nach dem gestrigen Kurs zu urteilen sind es sogar plus 25%. Mal sehen wie heute der Kurs wird.

Kommentar von greenwave ,

Ich weiß nicht wie Du verkaufst - unter Umständen bekommst Du einen anderen Kurs als gedacht.

Wenn Du über die Börse handelst, erhälst Du zeitnah Deinen Kurs. Wenn's aber über Plattformen geht, die mit den Gesellschaften die Anteile verkaufen / -kaufen, kannst Du auch erst den Kurs des Folgetages erhalten.

Aber egal ob 22%, 25% oder 20% - Deine Entscheidung war wahrscheinlich richtig. Die anstehenden Monate Juli bis September sind historisch keine Zeit, um große Gewinne zu machen...

Antwort
von Privatier59, 1

Für mich viel naheliegender wäre der Gedanke an die immer noch schwelende Ukraine-Krise. Und natürlich an die allgemeine Konsolidierung an den Aktienmärkten, siehe heute. Wieso man dann bei 20% tatenlos zusieht anstatt den Gewinn mitzunehmen frage ich mich wirklich. Mach Dir mal klar, dass Du bei der jetzigen Zinssituation den Ertrag von 20 Jahren Tagesgeld in der Tasche hast. Wenn Du das nicht ans sichere Ufer holst, läßt Du die Taube in der Hand für den Spatz auf dem Dach fliegen. Dann wohl bekomms.

Kommentar von wfwbinder ,

DH, genau so ist es. Du sagst, was ich denke.

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