Frage von virusxxx, 35

Wie wichtig ist eine private Pflegeversicherung

Hallo, zu mir: Ich bin 26 Jahre alt und arbeite als Krankenpfleger. Ich sehe quasi immer wieder Menschen, die pflegebedürftig sind. Erst jetzt habe ich mich mal etwas mit der gesetzlichen Pflegeversicherung beschäftigt und habe festgestellt, dass die deutlich teurer ist als ich dachte. Viel Geld bleibt unter Umständen an der Familie hängen.

Was sagen denn die Versicherungsexperte? Sollte man sich privat mit einer Pflegeversicherung absichern? Wenn ja was sind ordentliche Versicherungssummen und worauf ist zu achten?

Antwort
von RHWWW, 35

Hallo,

man sollte sich auf jeden Fall mit dem Thema beschäftigen. Das Problem ist aber meistens, dass viele Versicherungen sinnvoll sind, die eigenen finanziellen Mittel aber begrenzt sind.

Vor einer Entscheidung folgende Punkte näher betrachten:

  • Berufsunfähigkeit/Erwerbsminderung: Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung? Was ist zusätzlich an privater Absicherung sinnvoll?

  • Vorsorge fürs Alter bzw. für Hinterbliebene: Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung? Betriebliche Altersversorgung? Was ist zusätzlich an privater Absicherung sinnvoll?

  • Pflegeversicherung: Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung? Was ist zusätzlich an privater Absicherung sinnvoll?

Dann schauen, was die eigenen finanziellen Möglichkeiten hergeben. Ob man jetzt alle 3 Bereiche zunächst erstr ein bisschen absichert oder sich lieber zunächst um einen Bereich intensiv kümmert ist m.E. Geschmackssache. Wenn etwas passiert, ist keine der beiden Varianten optimal.

Gruß

RHW

Antwort
von Kevin1905, 32
Erst jetzt habe ich mich mal etwas mit der gesetzlichen Pflegeversicherung beschäftigt und habe festgestellt, dass die deutlich teurer ist als ich dachte.

2,35% vom Bruttogehalt. 2,6% wenn über 23 und kinderlos.

Sollte man sich privat mit einer Pflegeversicherung absichern?

Ja man sollte zusätzliche Pflegeversicherung in jungen Jahren aschließen. Am besten in Form eines Pflegetagegelds.

Wenn ja was sind ordentliche Versicherungssummen und worauf ist zu achten?

Bei Stufe III sollten unabhängig von vollstationärer oder Pflege zu Hause grundsätzlich mehr als 2.500,- € Geld pro Monat zur Verfügung stehen. DieLücke zwischen der Leistung der gesetzlichen Systeme und der privaten ist zu schließen.

Antwort
von Primus, 26

Über die Frage soll ich, oder soll ich nicht streiten sich die Gemüter.

Meine Meinung ist, dass man, sobald man dazu in der Lage ist, eine private Pflegeversicherung abschließen sollte, damit man im Fall der Fälle niemandem zur Last fällt. Egal ob es sich dabei um Familienangehörige oder dem Staat handelt.

Beim Abschluss sollte man darauf achten, dass die Versicherungssumme den Betrag, die zwischen Pflegegeld und den Heimkosten liegen abdeckt, sodass keine Eigenleistung erbracht werden muss.

Ein seriöser Versicherungsmakler wird Dir bestimmt gute Ratschläge dazu geben.

Antwort
von Apolon, 20

Hallo, ich versuche es mal etwas laienhaft zu erklären.

die gesetzliche Pflegeversicherung unterscheidet im Pflegefall

unter häuslicher Pflege durch Familienangehörige/Laien

Pflegestufe 1 = 244 € / 2 = 458 € / 3 = 728 €

unter häuslicher Pflege durch den Pflegedienst

Pflegestufe 1 = 468 € / 2 = 1.144 € / 3 = 1.612 €

und vollstationäre Pflege

Pflegestufe 1 = 1.064 € / 2 = 1.330 € / 3 = 1.612 €

Viele sind nun der Meinung diese Kosten reichen völlig aus. Jedoch rechnet man nie die dann noch möglichen Einnahmen wie auch die dann zu entstehenden Ausgaben nach.

Gehen wir mal davon aus, wir haben ein etwas gleichaltriges Ehepaar, das der Meinung ist wir helfen uns gegenseitig und bleiben solange wie nur möglich in unserem Häuschen.

Dann muss man sich mal die Frage stellen, wenn einer von den beiden pflegebedürftig wird kann man meist in Pflegestufe 1 dem anderen noch helfen. Muss allerdings evt. seinen Beruf aufgeben, oder kann nur noch halbtags arbeiten gehen.

Genügt dafür das hälftige Einkommen + Pflegegeld von mtl. 244 € ?

2. Fall: das Ehepaar ist in Rente und der Ehemann wird ein Pflegefall - Pflegestufe 2. Hier wird bei häuslicher Pflege meist eine RundumPflege benötig - mtl. Kosten ca. 1500 € + Kost und Logie. Ist also nur möglich wenn im eigenen Häuschen noch ein Raum zur Verfügung steht. Meist handelt es sich hier allerdings nicht um gelernte Kräfte und somit gibt es nur ein Pflegegeld von mtl. 458 €. Wäre dies mit der mtl. Altersrente dann noch zu stemmen ?

3. Fall:  Frau und Mann sind beide noch berufstätig haben auch noch 2 schulpflichtige Kinder.  Die Frau hat einen Verkehrsunfall, schwere Verletzungen und wird zum Pflegefall. Ein Häuschen ist zwar vorhanden, aber steckt noch in der Finanzierungsphase. Der Mann muss weiter arbeiten. Die Kinder werden bei der Oma untergebracht. Die Ehefrau benötigt eine rundumPflege durch Pflegefachkräfte. Das Einkommen der Frau fällt  weg - wie so oft wurde auch keine BU-Rente abgeschlossen. Pflegestufe 2 durch Fachkräfte 1.144 €  Würde das mtl. Einkommen des Mannes + Pflegegeld + Erwerbsminderungsrente für die Familie reichen ?

Darüber sollte man sich einfach mal Gedanken machen.

Die Fälle habe ich nicht erfunden, sondern sie sind in meinem näheren Umfeld ganz einfach passiert.

Und ich habe nur von Fällen geschrieben wo die Leute zu Hause gepflegt werden.

Sinnvoll ist es auf jeden Fall so früh wie nur irgend möglich eine Pflegeversicherung abzuschließen.

Nehmen wir mal einen 26 jährigen = der sollte so in etwa

für Pflegestufe 1 = 500 € / 2 = 1.000 € / 3 = 1.500 € abschließen.

Kosten so in etwa mtl. 22,00 €

Je älter man wird, desto teurer wird die Pflegeversicherung

Und bitte beachten - wenn eine Aufnahme mit Gesundheitsfragen möglich ist - auf jeden Fall nicht die Pflege-Bahr-Versicherung abschließen !!!

Gruß Apolon

und ja - ich und meine komplette Familie hat eine Pflegzusatzversicherung

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