Frage von Jojo22, 56

Wie werden Zinsen im Insolvenzverfahren angemeldet?

Hallo zusammen, folgende Problematik:

Im Zuge einer Forderungsanmeldung will ich neben der Hauptforderung auch Zinsen anmelden. Berechne ich Zinsen gem. BGB wird ja bekanntlich das laufende Jahr in dem die Forderung entstand + 3 Jahre gerechnet. Will ich die Zinsen nun im Zuge des Insolvenzverfahren errechnen, wäre es für mich logisch, dass ich analog zur BGB-Regelung das laufende Jahr (also der Zeitraum vor dem Insolvenzverfahren) minus drei Jahre rechne. Der Insolvenzverwalter will allerdings nur drei Jahre rückwirkend ab Eröffnung des Verfahrens anerkennen. Gibt es hier zu Informationen in der Rechtssprechung? Google wurde leider nicht fündig.

Beste Grüße

Antwort
von gammoncrack, 43

Ich habe was ergegoogeln können:

http://www.insolvenzrecht.jurion.de/meine-inhalte/fachbuecher/fachlexika/abc-des...

Durch die Eröffnung des Insolvenzverfahrens tritt keine Unterbrechung des Zinslaufs ein. Grds. sind die Insolvenzgläubiger daher berechtigt, die bis zur tatsächlichen Verteilung auflaufenden Zinsen vom Insolvenzschuldner zu verlangen.

und

Für die Zinsforderungen nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens sieht § 39 Abs. 1 Nr. 1 InsO vor, dass die Zinsforderungen der Gläubiger für den Zeitraum nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens als nachrangige Forderungen zu behandeln sind. Dies hat zur Folge, dass auf diese Zinsforderungen nur dann Zahlungen aus der Insolvenzmasse möglich sind, wenn die normalen Insolvenzforderungen vollständig befriedigt werden können.

Vermutlich nimmt der Insolvenzverwalter das tatsächliche Endergebnis bezüglich der nachrangigen Zinsen schon vorweg.

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