Frage von thies, 182

Wie werden Grundsteuer und Gebäudeversicherung umgelegt?

Wir wohnen mit unserem Vermieter im selben Haus. Das Haus besteht aus 3 Whg., 2 Garagen und einer Fläche im UG, die für einen Jugendtreff genutzt wird.Eine Whg. steht leer. Unser Vermieter ist nun der Ansicht, dass Gr.St. und Geb.Vers. im Verhältnis 2/3 zu 1/3 umzulegen seien. Begründung: Seine Whg. hat 120 qm, unsere 60. Seiner Ansicht nach haben die vorhandenen Bewohner Grundsteuer und Gebäudeversicherung für Leerstände und von ihnen nicht genutzte Flächen mitzutragen. Wir halten das für unangemessen, weil wir über die 60qm unserer Whg. hinaus, noch anteilige Gr.St. und Geb.Vers. für eine weitere Whg., 2 Garagen und ca. 80qm Fläche zu tragen haben, die von uns nicht genutzt wird. Ebensowenig wird das ca. 10ar große Grundstück in irgendeiner Form von uns genutzt.
Wie würde eine rechtlich einwandfreie Umlegung von Gr.St. und Geb.Vers. aussehen? Im voraus besten Dank!

Matth. Auer

Antwort
von LittleArrow, 171

Auf der einen Seite steht der Mietvertrag; was der nicht regelt, regelt das Gesetz (BGB?). Selbst wenn der Mietvertrag was regelt oder der Vermieter eine (in diesem Fall) falsche Ansicht vertritt, dann hilft Dir die Nichtanerkennung und Nichtzahlung und - notfalls - das Zivilgericht. Bitte bedenke aber, dass der Vermieter es auch vielleicht einfach selber nicht besser weiß, sondern nur seine Meinung als rechtlich richtig vermutet. Denke auch an eine friedliche Zukunft beim Streiten über die korrekte Kostenverteilung!

Ich teile weitgehend Snoopy's Ansicht. Die anteiligen Betriebskosten für die Fläche für den Jugendtreff ist als Nichtwohnfläche ("gemischt-genutztes Wohngebäude") gesondert vorab abzuziehen, ehe es in die Betriebskostenabrechnung für die Wohnungen geht. Die Leerstandskostenanteile für Grundsteuer und Gebäudeversicherung sind nicht auf die bewohnten Wohnungen umzulegen, sondern der Vermieter hat diese selber zu tragen. Auf die Garagen ist auch ein Kostenanteil zu verteilen. Wie dies nun im einzelnen konkret aussieht, bedarf einer eingehenden Analyse des gesamten Objektes.

Ebensowenig wird das ca. 10ar große Grundstück in irgendeiner Form von uns genutzt.

Diese Aussage glaube ich nicht, denn das Gebäude gehört doch sicherlich mit zu diesem Grundstück. Und Ihr nutzt somit mit der Wohnung einen Teil des Grundstückes. Ob es im einzelnen zu einer anderen Betrachtung kommen kann, weil z. B. Grundstücksteile anderweitig vermietet sind, muss geprüft werden.

Aufgrund Deiner Fragestellung würde ich Dir nicht zu einem Alleingang, sondern zu einer Konsultation durch Mietrechtskundige raten, denen die vertraglichen Unterlagen und die erweiterten Ortskenntnisse vorliegen.

Eine etwa fällige Betriebskostennachzahlung musst Du unbedingt unter Vorbehalt leisten. Keinesfalls den Vorbehalt vergessen.

Antwort
von Snooopy155, 144

Die Aufteilung die der Vermieter hier vorschlägt hält sicher keiner richterlichen Überprüfung stand. Nebenkosten für die leerstehende Wohnung sind prinzipiell vom Eigentümer zu tragen.

Es ist auch zu prüfen, ob für Teile des Anwesens nicht eine gewerbliche Nutzung vorliegt, denn hierfür haben Kommunen oftmals andere Hebesätze für die Grundsteuer.

Ich würde darauf bestehen, dass nur der Anteil der Gebäudeversicherungen und Grundsteuer der zu Wohnzwecken genutzt wird, auf die 3 Wohnungen nach m² umgelegt wird. Alles andere ist vom Eigentümer selbst zu tragen oder auf die gewerblichen Nutzer umzulegen.

Antwort
von Privatier59, 106

Das BGB trifft zum Verteilungsmaßstab folgende Regelung:

http://dejure.org/gesetze/BGB/556a.html

Zunächst mal kommt es auf den Inhalt der vertraglichen Vereinbarung an, zu der wir nichts wissen und schon deshalb kannst Du hier keine Antwort erwarten die Dir den Weg zu Mieterverein oder Anwalt erspart.

Fehlt es an einer vertraglichen Regelung ist nach Wohnflächenanteil umzulegen. Für leerstehende Flächen muß der Vermieter die Nebenkosten übernehmen.

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