Frage von vanila,

Wie werden Arbeitsstundeb berechnet?

Seit drei Jahren bin ich in einem Altenheim berufstätig und bin für die Berteuung und Beschäftigung der Heimbewohner zuständig. Ich arbeite im wechsel eine Woche fünf Tage, die andere Woche sechs Tage. Seit eineinhalb Jahre haben wir einen neuen Heimleiter. Nun berechnet er die Arbeitsstunde auf seine eigene Art und Weise. z. B. habe ich eine Woche 5 Arbeitstage (AT), die andere 6 AT. ´Bei der Stundenberechnug trägt er dann überall eine 6 Tage Arbeitswoche ein, statt 5,5 wie früher. Das hat letztendlich für mich böse Folgen. Wenn ich z.B. krank bin oder 3 Wochen Urlaub habe bzw. bei einer Fortbildung rutsche ich automatisch in 0,25 minus Stunden, die ich nachher abarbeiten muß. Meines Erachtens ist das nicht Rechtens. Wenn ich ihn zur Rede stelle, bekomme ich eine sehr dreiste Antwort. "Das ist nicht meine Schuld. Das berechnet der PC". Auf meine Äußerung, der PC berechnet nur das was man ihn vorgibt und ich wäre damit nicht einverstanden und werde mich vom Anwalt beraten lassen, bekam ich eine Antwort: "Wenn Dir Dein Geld dafür nicht zu schade ist, dann geh. Du wirst den Prozess sowieso verlieren. Das Heim ist ein Privatbetrieb, sie sind an keine Auflagen gebunden. Wir berechnen im Sinne des Hauses. Auch was den Urlaub angeht, mit meinen 56, Jahren bekomme ich statt 30 nur 24 Urlaubstage.Wer kann mir bitte mit Rat helfen? Für Eure Antworten bedanke ich mich im Voraus

Hilfreichste Antwort von gandalf94305,
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Ein Arbeitgeber kann im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben die Arbeitszeit als variabel oder als Regelarbeitszeit auf täglicher, wöchentlicher oder monatlicher Basis festlegen. Es können sogar Verträge geschlossen werden, die ohne feste Stundenzahl pro Zeiteinheit die Arbeit anhand von Zielen festlegen.

Grenzen für Arbeitszeiten findest Du hier: http://www.arbeitsrecht-ratgeber.de/arbeitsrecht/abwicklung/content_06.html

Wenn Du per Schichteinteilung eine Woche 5 Tage und eine andere 6 Tage arbeitest, dann ist das fairerweise als 6-Tage-Woche anzunehmen (was ja anhand des Urlaubsanspruchs auch so erfolgte), wobei die Arbeitszeit im Mittel 44 Stunden pro Woche beträgt. Eine 6-Tage-Woche bedeutet nicht automatisch 48 Stunden!

Wenn Du drei Wochen Urlaub hast, dann gehe ich davon aus, daß in dieser Zeit die Sollarbeitszeit voll als "Urlaub" aufgeschrieben werden, denn dies ist die Wochenarbeitszeit und für einen bezahlten Urlaub zu veranschlagen. Das ist kein Nachteil für Dich.

Bei Krankheit werden an jedem Tag die entsprechenden Sollarbeitszeiten lt. Schichteinteilung ebenso als Krankheit aufgeschrieben. Auch hier sehe ich keinen Nachteil für Dich.

Dein Problem besteht darin, daß die Sollarbeitszeit pro Woche, die aufgeschrieben wird, von der rechnerischen Sollarbeitszeit abweicht. Achte daher darauf, daß in einer Woche mit 5 bzw. 6 Arbeitstagen auch 5 bzw. 6 volle Tage als Urlaub bzw. Krankheit aufgeschrieben werden. Es muss einen Dienstplan geben, der Dir im Mittel 5,5 Tage pro Woche an Dienst zuteilt. Diese Zuteilung wird mit Arbeitszeit, Urlaub oder Krankheit bebucht. Dann stimmt die Rechnung wieder.

Es sind 6 Arbeitstage je Woche, aber 5,5 Tage Arbeitszeit.

Antwort von Tina34,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Ihren Mindesturlaub, von 24 Tagen jährlich, dürfen Sie nicht unterschreiten. Bei 24 Tagen Erholungsurlaub geht der Gesetzgeber von einer 6 Tage Woche des Arbeitnehmers aus. Arbeiten Sie 5 Tage in der Woche, beträgt Ihr Mindesturlaub demzufolge 20 Tage.

Das steht im Gesetzt habt ihr einen Tarifvertrag oder steht in deinem Arbeitsvertrag das du einen anderen Urlaubsanspruch hast? Wenn nein ist das mit dem Urlaub korrekt und du hast kein Anspruch auf 30 Tage Urlaub.

Solltest du in deinem Arbeitsvertrag eine 5 Tage Woche mit einer Std. Zahl vorgegeben haben, ist die Berechnung falsch. Solltest du aber eine Wochen-/Monatsarbeitszeit haben, müsste geklärt werden wieviel Arbeitstage du im Vertrag stehen hast. Da dürfte aber nur ein Anwalt für Arbeitsrecht helfen können, der muß dann deine Unterlagen prüfen.

Antwort von Matrix,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Grundregel (§ 3 I BUrlG): Der Urlaub beträgt grundsätzlich 24 Werktage jährlich.

Werktage (§ 3 II BUrlG): alle Kalendertage, die nicht Sonn- oder gesetzliche Feiertage sind, also auch der Samstag.

jährlich: Kalenderjahr (1. Januar - 31. Dezember)

ABER: Diese Grundregel gilt nur dann, wenn nicht eines der folgenden 4 ABER eingreift:

ABER Nr.1:

Die 24 Werktage / Jahr beziehen sich auf Arbeitsverhältnisse mit einer 6-Tage-Woche (Montag - Samstag). 24 Werktage sind hier 4 Wochen (4 x 6 Tage).

Bei Arbeitsverhältnissen mit einer 5-Tage-Woche (Montag - Freitag) beträgt der Urlaub also nur 20 Arbeitstage / Jahr (4 x 5 Tage), bei Arbeitsverhältnissen mit einer 4-Tage-Woche 16 Arbeitstage / Jahr (4 x 4 Tage) usw.

http://www.rechtsrat.ws/lexikon/urlaub.htm#wieviel

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