Frage von kokocan, 218

Wie viel darf man als Freiberufliche (als Hauptberuf und ohne Nebenbeschäftigung) verdienen ohne steuer-zahlen müssen?

Hallo,

Ich habe eine Frage bezüglich meiner steuerlichen Situation. Bin freiberufliche Designerin und mein Ehemann ist ganz normal angestellt als Techniker-Ingenieur. Wir leben zur Zeit nur mit dem Gehalt von meinem Mann und ich möchte auch als freiberufliche Designerin ein bisschen Geld verdienen.

Die Fragen sind;

1) Mini-job: Bei Mini-Jobs darf man wahrscheinlich bis 450 Euro monatlich verdienen. Gilt sich aber diese nur für Studenten? Ich bin ja kein Student und wie ist es wenn man verheiratet ist?

2) Midi-job: Hier darf man (laut Info auf Web) monatlich bis 850 Euro verdienen ohne Einkommensteuer zahlen müssen. Ich verstehe diese gilt sich wieder für Studenten. Dürfen die nicht studierenden auch eine Midi-job haben und monatlich bis 850 Euro ohne Umsatzsteuer verdienen?

3) Wenn ich richtig verstehe, als alternative zur dieser oben gegebenen Mini- und Midi-job Optionen, könnte ich mich als Gewerbe anmelden und bei Einnahmen bis 17 500 Euro im Jahr keinen Umsatzsteuer zahlen. Wäre diese vielleicht eine besser passende Option zu unseren Situation?

4) Wenn zwei Steuerpflichtige eine gemeinsame Steuererklärung abgeben, spricht man von Zusammenveranlagung. Da ich in diesen drei oben genannten Szenarien nicht Steuerpflichtig wäre, kommt eine Zusammenveranlagung für uns nicht ins Frage, korrekt?

Danke im Voraus für antworten. Mit freundlichen Grüßen

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Antwort
von RHWWW, 162

Hallo,

1)+2): kann jeder machen, der einen Arbeitgeber hat - nicht nur Studenten!

3) +4) Bei Verheirateten werden die Einkünfte der Ehegatten addiert und dann die gemeinsame Einkommensteuer berechnet. Die Zusammenveranlagung ist fast immer günstiger als getrennte Steuererklärungen. Umsatzsteuer ist ein anderes Thema!

Gruß

RHW

Antwort
von LittleArrow, 149

Bei 1 und 2 brauchst Du einen Arbeitgeber! Du hast aber keinen:-(

Hättest Du einen Arbeitgeber, dann wäre ein bei der Minijob-Zentrale angemeldeter Minijob für Dich einkommensteuerfrei und Du könntest dennoch mit Deinem Mann Zusammenveranlagung betreiben.

Bei 3 bist Du zwar von der Umsatzsteuer befreit, aber nicht von der Einkommensteuer. Deine Einnahmen werden reduziert um Deine nachgewiesenen Ausgaben, um die steuerpflichtigen Einkünfte zu ermitteln. Wie hoch wären diese?

Du kannst mit fast jedem Steuerprogramm vor der Abgabe der Erklärung überprüfen, ob Einzel- oder Zusammenveranlagung für beide die bessere Lösung ist. Man sollte die Steuererstattung ehrlich teilen:-)

Ist Einkommensteuer zahlen zu müssen, eigentlich was Schlechtes? Das Mehr an verfügbarem Einkommen ist entscheidend, nicht die Minimierung der Einkommensteuern!

Antwort
von NasiGoreng, 104
  1. Du darfst verdienen so viel wie Du nur irgendwie kannst.
  2. Ohne Zusammenveranlagung gibt es keinen Splittingvorteil.
  3. Die Mehrwertsteuer hat nichts mit der Einkommensteuer zu tun.
  4. Warum aber zum Teufel willst Du keine Steuern zahlen??
  5. Warte auf eine bessere Antwort von Enno.
Kommentar von EnnoWarMal ,

Nicht notwendig, deine ist perfekt.

Antwort
von FreelanceMarket, 63

1. Jeder darf einen Mini-Job ausführen, egal ob Student oder nicht. Als Freiberufler oder Selbständiger funktioniert das aber nicht, da du einen Arbeitgeber für einen Mini-Job brauchst.

2. s. Ausführungen oben - mit dem Zusatz, dass Midijobs nicht steuervergünstigt sind. So wird bei Ehepaaren mit einem gutverdienenden Ehepartner und einem anderen mit einem Midijob das Gesamteinkommen zur Steuerberchnung genommen.

3. Das Anmelden eines Gewerbes ODER das Anmelden als Freiberufler sind KEINE Alternative zu Mini- oder Midijobs. Es ist eine andere Form des "Arbeitsverhältnisses", sprich, entweder du startest dein eigenes Gewerbe ODER du meldest dich als Freelancer an. Das ist übrigens auch nicht automatisch das Gleiche!

Du musst auch unterschieden zwischen dem Steuerfreibetrag und der Befreiung von der Umsatzsteuer nach der Kleingewerberegelung. Der Steuerfreibetrag legt ein Mindesteinkommen fest. Erst ab hier setzt die Pflicht ein, Steuern zu zahlen. Übersteigt das Einkommen den Freibetrag, müssen im Gegensatz zur Freigrenze nicht alle Einnahmen versteuert werden, sondern nur die Einnahmen, die den Freibetrag übersteigen. Du musst allerdings diesen Freibetrag erst beantragen. Aktuell liegt der Grundfreibetrag bei
8652 Euro. Einkommenssteuer zahlst du aber für die GEWINNE, die du erzielst, nicht deine Einnahmen. Das ist vor allem wichtig bei Freiberuflern oder Gewerbetreibenden, die ja auch Ausgaben haben.

Wie gibst du deinen Gewinn an? Im Prinzip sehr einfach: Du schreibst bei deiner Steuererklärung auf ein separates Blatt deine Einnahmen und Ausgaben auf. Daraus ergibt sich dann ein Gewinn oder Verlust. Liegt dein Gewinn über dem Freibetrag, fallen (grob gesagt) Steuern an.

Thema Umsatzsteuer. Die Befreiung der Umsatzsteuer ist simpel gesagt eine rechnerische und bürokratische Erleichterung für Selbständige und Freiberufler, bei der die Mehrwertsteuer den Kunden nicht berechnet wird. Ein ausführliches Informationsdokument zum Herunterladen (gratis) dazu findest du hier: http://www.freelance-market.de/nl/206/kostenloses-dokument-wen-betrifft-die-klei...

Du darfst auch nicht den Freibetrag mit deinem Umsatz verrechnen!

4. Es kann, je nach genauer Situation, günstiger für euch beide sein, wenn ihr euer Einkommen zusammen legt als wenn ihr es einzeln versteuert.

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