Frage von adjoakoko, 30

Wie vermeide ich Gebühren, wenn ich das halbe Haus meiner Eltern nur übergangsweise "kaufen" möchte?

Meine Eltern trennen sich und besitzen zusammen ein Haus im Wert von 128.000 Euro. Meine Mutter möchte noch 2-3 Jahre in dem Haus wohnen, kann meinen Vater aber nicht ausbezahlen. Mein Vater hat Geldnot und starkes Interesse, seine Hälfte des Hauses möglichst zeitnah zu verkaufen.

Nun will ich als Tochter aushelfen und die Haushäflte meines Vaters vorrübergehend "kaufen", mit dem Ziel, dass das ganze Haus in einigen Jahren komplett verkauft wird. Daher würde ich offizielle Grundbuchlöschungen und Neueintragungen gerne vermeiden, wie sie bei einem offiziellen Verkauf anfallen würden. Da wir uns innerhalb der Familie gut gesinnt sind, dachten wir über eine weniger offizielle Regelung nach.

Was gibt es für Möglichkeiten, Gebühren niedrig zu halten, die Risiken bei einer weiteren Verschuldung meines Vaters aber nicht zu hoch werden zu lassen?

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Antwort
von diekert, 23

Du solltest m.E. die Kosten für die Beratung durch einen Notar/Anwalt investieren und die Frage nach einer kostengünstigen Lösung dort platzieren. Ohne notariellen Vertrag lassen sich die Eigentumsverhältnisse ohnehin nicht ändern.

Antwort
von imager761, 20

So ganz ohne zwingende Notarkosten mit Vergütungsanspruch nach Verkehrswert der Haushälfte und Grundbucheintragung geht es nun nicht. Selbst bei einer Schenkung.

Dein Vater muss und wird sich aus dem Grundbuch streichen lassen wollen, um der Haftung zu entgehen.

Unterstellt, die Ansprüche deine Mutter aus Zugewinn, Versorgungsausgleich, Hausratteilung und Trennungsunterhalt entsprächen diesem halben Hauswert, kann sie sich die Hälfte ja im Verbundverfahren anrechenweise schenken lassen.

Andernfalls macht es keinen Gebührenunterschied, ob du nun ein Privatdarlehen an deine Mutter vergibst, mit der sie ihrem Noch-Ehemann sein Miteigentumsanteil abkauft und vorerst Alleineigentümerin würde oder du gleich als Käufer und Miteigentümer auftrittst.

Die Kosten fallen dem Erwerber zu - etwas anders kann und wird sich dein Vater eher nicht leisten.

G imager761

Antwort
von starkea, 18

Vielleicht eine dumme Frage:

Wenn Du das Geld hast, das halbe Haus zu kaufen, warum leihst Du Deinem Vater die Summe nicht einfach?

Es ist aus Deiner Frage auch nicht zu entnehmen, welche Grundschulden zu löschen und neu einzutragen sind. Diese Gebühren übernehmen bei einer Umschuldung auch die Banken, die diese natürlich in den angebotenen Zinssatz einrechnen.

Die Notar- und Grundbuchgebühren werden bei einem Kauf auf jeden Fall fällig, nicht aber bei einem Darlehen an Deinen Vater. Wenn Du Geschwister hast, solltet Ihr alle zu gleichen Teilen dem Vater unter die Arme greifen, dann gibt im Erbfall keinen Ärger mit der Gerechtigkeit.

Antwort
von qtbasket, 7

Guckst du hier:

http://www.fmh.de/tools-und-rechner/notar-und-grundbuch


Es gibt keine Möglichkeit bei einem Immobilienkauf Gebühren sich zu ersparen. Was du wohl beabsichtigst, sind Hinweise zu einem nicht legalen Vorgehen : Dazu werde keine Hinweise geben.


Ansonsten ist eine Trennung deiner Eltern zunächst mit keinen Auswirkungen auf ihr Vermögen verbunden, eine Scheidung aber sehr wohl: das ist dann den Zugewinnausgleich.

Auch als einig erbberechtigtes Kind, kannst du am Zugewinnausgleich nichts ändern, es ist und bleibt die Angelegenheit deiner Eltern.

Antwort
von Privatier59, 10

Der Verwirklichung dieses Vorhabens steht entgegen, dass Grundstückskaufverträge ohne notarielle Beurkundung null und nichtig sind. Den Notar kann man also nicht sparen. Ebenso ist es mit dem Grundbuchamt. Vor Eigentumsumschreibung im Grundbuch ist der Eigentümerwechsel nicht vollzogen. Wenn Ihr das ignoriert und irgendeinen handschriftlichen Vertrag aufsetzt, müßt Ihr Euch ganz klar darüber sein, dass absolut niemand an diesen Vertrag gebunden ist, noch nicht einmal die Vetragschließenden selber. Der Vater könnte also z.B. seinen Hälfteanteil belasten oder veräußern oder es könnten Gläubiger des Vaters darin vollstrecken. Wenn ein solcher Gläubiger selber ersteigert und anschließend die Teilungsversteigerung durchführt, kann sogar die Mutter ihre Haushälfte verlieren.

Antwort
von SBerater, 9

gib deinem Vater doch das Geld als Kredit. Die Tilgung erfolgt dann in einigen Jahren über den Hausverkauf.

Wenn du den offiziellen Weg gehst, dann wirst du Notar & Co nicht umgehen können (siehe Privatier59).

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