Frage von marrypopkins, 28

Wie verhält sich Erbschaftsteuer auf Immobilie bei Teilvermietung?

Hallo,

ein Frage an die Erbschaftssteuerexperten.

Meine Verwandtin (einziges Adoptivkind) hat eine Immobile von einem verstorbene Erblasser geerbt. Ich habe gelesen das eine Wohngrösse von 200qm steuerfrei ist, solange man mind. 10 Jahre diese selbst bewohnt. Der Rest wird anteilig besteuert.

Das Haus hat 3 Wohnparteien (jeweils 80qm, insgesamt also 240qm ), eine wird von meiner Verwandtin bewohnt, die 2te wurde von dem verstorbene Erblasser bewohnt und steht jetzt leer, die 3te wird von dem Sohn der Verwandtin zur Miete bewohnt.

Werden hier nun nur die überschüssigen 40qm (240qm - 200qm) besteuert oder wirkt sich die leerstehende Wohnung oder die Wohnung des Sohnes, welche vermietet ist, hier nun auch in einer besonderen Form auf die Erbschaftssteuerberechnung aus? So das evtl die 200qm nicht mehr komplett berücksichtigt werden?

Wie verhält es sich nun hier bei den gegebene Informationen?

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Antwort
von Rat2010, 13

Es geht um den § 13 Abs. 1 Nr. 4 c ErbStG.

Was macht sie mit der Wohnung des Vaters?

Das sagt die entsprechende Richtlinie:

https://www.jurion.de/Gesetze/ErbStR_2011/E_13.4

Die Befreiung ist auf eine Wohnfläche der selbst genutzten Wohnung des Erblassers von höchstens 200 qm begrenzt. 4Die begünstigten Erwerber müssen in der erworbenen Wohnung unverzüglich, d. h. ohne schuldhaftes Zögern, die Nutzung zu eigenen Wohnzwecken aufnehmen; es ist unschädlich, wenn ein Erwerber aus objektiv zwingenden Gründen an der Selbstnutzung gehindert ist.

Angemessen im Sinne des Absatzes 1 Nr. 5 und 12 ist eine Zuwendung,
die den Vermögensverhältnissen und der Lebensstellung des Bedachten
entspricht. Eine dieses Maß übersteigende Zuwendung ist in vollem Umfang
steuerpflichtig.
Gibt der Erwerber die Selbstnutzung innerhalb
des Zehnjahreszeitraums durch Verkauf, Vermietung,
längeren Leerstand
oder unentgeltliche Überlassung ganz oder teilweise auf, entfällt die
Befreiung entsprechend mit Wirkung für die Vergangenheit.
Sieht so aus, als ob maximal 80 qm begünstigt wären, weil die von der Erbin selbst genutzt werden. Wenn sie die Wohnung leer stehen lässt oder wenn sie diese nutzt, greifen jeweils Richtlinien. 2/3 des Hauses sind steuerpflichtig.

Nur haben Erblasser und Erbin in verschiedenen Wohnungen gelebt.

Ich sehe es so, dass der Gesetzgeber mit der Regelung ganz was anderes bewirken wollte, nämlich, dass der überlebende Ehegatte oder ein Kind in dem angemessenen Haus oder der Wohnung, in der er zusammen mit dem Erblasser lebte, keine Steuer zahlt.

Fakt ist, dass 80 qm vermietet sind und 80 qm länger leerstehen oder nicht angemessen von der Erbin bewohnt werden (können). Die 80 qm, die sie selbst bewohnt, sollten, müssen aber nicht begünstigt sein.

Mal schauen, wie andere darüber denken.

Antwort
von Snooopy155, 14

Erst einmal kommt es auf den Wert der Immobilie an. Bis 400 000,- € sind schon mal keine Erbschaftssteuer fällig. Die 200 m² Regel kommt hier jedoch nicht infrage, da sie ja nicht das ganze Haus bewohnt.

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