Frage von kari77, 106

Wie verhält es sich mit dem Zugewinn beim Kauf einer Eigentumswohnung in der Ehe, wenn die Partner dazu unterschiedlich beitragen haben (siehe Beispiel)?

Beispiel: Die Ehefrau hat eine Eigentumswohnung und verkauft sie für 80 T€.

In der Ehe wird eine ETW für 130 T€ gekauft. Frau gibt die 80 und 20 T€ von ihrem Konto also = 100 T€. Mann 30 TE von seinem Konto.

Dann würde die Frau falls es doch zu einer Trennung und Wohnungsverkauf kommt auch wieder 130 T€ bekommen und der Mann 30 T€ ? Nur ein eventueller Wertzuwachs beim Verkauf würde geteilt? Habe ich das so richtig verstanden?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ToMag, 61

Wie das Vermögen während der Ehe vorliegt und ggf umgewandelt wird spielt für den Zugewinnausgleich (sofern die Ehe im Güterstand der Zugewinngemeinschaft geführt wurde) keine Rolle.

Es ist egal, ob das Vermögen während der Ehe in bar, in Form von Immobilien, Wertpapieren, Kunstgegenständen usw vorliegt oder von einer Form in die andere umgewandlt wurde.

Allein entscheidend ist, wie schon von anderen erwähnt, die Höhe des Anfangsvermögens bei Eheschliessung und die Höhe des Endvermögens bei Scheidung (Stichtag Zustellung des Scheidungsantrags an den Ehepartner) bei jedem Ehepartner. Aus dem Zugewinn jedes Ehegatten während der Ehe wird dann der Zugewinnausgleich ermittelt.

Bezogen auf die Frage, wem die in Rede stehende Wohnung bei der Ermittlung des Endvermögens zu welchen Teilen zugerechnet wird, ist m.E. auf die Eigentumsverhältnisse gem. Grundbuch abzustellen.

Antwort
von imager761, 52

Nur ein eventueller Wertzuwachs beim Verkauf würde geteilt? Habe ich das so richtig verstanden?

Nicht ganz, denn es käme darauf an, zu welchen Anteilen beide als Miteigentümer der ETW grundbuchlich eingetragen sind: Erfolgte dies quotal, also 10/13 zu 3/13 oder hälftig zu je 1/2?

Der Zugewinn wird für jeden Ehegatten getrennt nach der Formel

Endvermögen (Scheidungsanstragszugangsdatum) ./. [Anfangsvermögen (Eheschliessungsdatum) + zugefallenes Erbe] = ehel. Zugewinn

berechnet, die hälftige Differenz beider Zugewinne, von denen jeder mind. 0 betragen muss,  bekäme der, der weniger erzielte.

Oder müsste/könnte den gegen Scheidungsfolgesachen (z. B. Hausratteilung) aufrechnen/lassen.


G imager761


Antwort
von Angelsiep, 68

Die Frau hat doch nur 100 T€ bezahlt. Aber das Prinzip hast du so richtig verstanden.

Kommentar von kari77 ,

Danke, an der Stelle habe ich mich bei dem Beispiel vertan, natürlich hat die Frau nur 100T€ eingebracht.

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