Frage von bzk507, 68

Wie verdient eine Risikolebensversicherung?

Ich habe gerade mehrere Angebote verglichen. Ich bin 30 und werde am Ende der Laufzeit 60 sein. Laut Destatis habe ich als Mann ein Risko von ca. 8.2% , innerhalb dieser Zeit zu sterben (Nach 30 Lebensjahren sind 2% aller Männer verstorben, nach 60 Jahren 10%). Bei der vereinbarten Auszahlungssumme und den maximal zu entrichtenden Beiträgen über die volle Laufzeit komme ich auf einen positiven Erwartungswert. Damit sich das Geschäft für mich nicht lohnt, müsste mein Sterberisiko mindestens weniger als 2.4% betragen. Selbst wenn man berücksichtigt, dass bei einem Teil der Todesfälle nicht ausgezahlt wird(Suizid,etc.) und in Zukunft die Mortalitätsrate sinken wird, erscheint mir unplausibel, dass die Versicherungsgesellschaft hier verdienen kann. Dies macht mich misstrauisch. Woran verdient also der Versicherer? Was habe ich nicht beachtet?

PS: Die Zahlen sind ungenau wiedergegeben, qualitativ ändert sich aber nichts. Es liegt kein Rechenfehler vor, höchstens ein systematischer.

Antwort
von wfwbinder, 59

Was Du nicht berücksichtigst ist, dass Du nur grobe Statistiken hast udn die Versicherer sehr feine.

Du kennst die Gesamsterbetafel.

Die Versicherer arbeiten mit anderen Statistiken und berücksichtigen, im Gegensatz zu Destatis, Statista usw., auch Projektionen.

So ist natürlich für Jemanden, der die 60 erreicht hat, die Chance die eventuell nächsten 10 Versicherungsjahre zu überleben, als wenn ich aus der gesamten Sterbetafel nur den Unterschied zwischen der Lebenserwartung 60 und 70 errechne.

Die Risiko-LV ist mit Sicherheit keine große Cashcow der Versicherer, aber wenn es ein Verlustgeschäft wäre, dann wären die Beiträge höher.

Kommentar von Gaenseliesel ,

Die Risiko-LV ist mit Sicherheit keine große Cashcow der Versicherer, aber wenn es ein Verlustgeschäft wäre, dann wären die Beiträge höher.

lach... so sieht's aus, genau so !

Antwort
von Mikkey, 68

Vermutlich mehrere Punkte:

1. Mit Risiko behaftete Personen werden per Gesundheitsfragen von vornherein ausgeschlossen. Dies dürfte die 8,2% bereits massiv verringern.

2. Auf die Beiträge fallen Zinsen an, die bei geschätzten durchschnittlichen 29,xx Jahren Beitragszeit (aller Versicherten) das Beitragsaufkommen durchaus mehr als verdoppeln können.

Antwort
von gammonwarmal, 59

Hast Du berücksichtigt, dass sich in den 30 Jahren die Mortalitätsrate weiterhin verringern wird?

Hast Du berücksichtigt, dass Dein Sterberisiko als Mann nicht Grundlage der Beitragskalkulation ist?

Nur Beispielhaft!

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