Frage von althaus,

Wie sichere ich ein Fondsdepot ab? Hauptsächlich die Aktien-Fonds!

Möchte mir ein Depot mit mehreren Fonds anlegen. Gegenwert ca. 100.000 Euro. Habe damit auch schon angefangen und in die ersten 5% investiert. Wie sichere ich, wenn mal das Depot auf über 50% ansteigt die Aktien-Fonds gegen Verluste ab? In der Regel laufen die Fonds nahezu wie der Index (Dax oder Welt Index etc.). Möchte die Fonds gegen einen starken Einbruch absichern. Geht das nur über stopp loss Verkauf oder gibt es da Derivate die ich dazu kaufen kann. Kenne die Derivaten, habe aber noch nie was gehandelt. Na ja, das letzte mal 1988 mit Japanischen Optionsscheine. Das waren meine ersten Erfahrungen und ersten Verluste. Wer weiss Rat bzw. wie macht ihr das?

Antwort
von Rat2010,

Man kann mit einem ETF Short... und natürlich mit Optionsscheinen sein Depot absichern. Wenn mir die Sache zu heiss wird, kommt auch gerne mal ein OS, der sich regelmäßig als Bärenopfer herausstellt.

Entweder man sichert wie ich nur der Neutralität wegen halbherzig ab - oder man macht Nägel mit Köpfen und dann geht das so richtig auf die Performance.

Wahrscheinich zahlst du keinen Ausgabeaufschlag. Dann kannst du auch einfach raus gehen statt abzusichern. Auch das kostet richtig viel oder wärst du in der Vergangenheit zur richtigen Zeit raus gegangen/hättest du zum richtigen Zeitpunkt geshortet??? Alle anderen auch nicht!

Wenn du Angst hast, schon bei 50 % Plus (oder 10 % minus???) Angst vor der eigenen Courage zu bekommen, nimm Fonds, bei denen Profis größere Rückschläge vermeiden. Die sind zwar auch nach oben nicht voll dabei, bringen für eher nervöse Naturen und gebrannte Kinder aber die wesentlich höhere Rendite. Man läuft ja wenn man das selbst versucht immer Gefahr, einen Großteil oder den ganzen Gewinn wieder zu verlieren. Mit etwas Pech wird man hektisch und macht nach Fehlern Fehler.

Allein dass du jetzt - also nach 1 1/2 Jahrne Kursanstieg - damit anfängst, dir mitten im Aufwärtstrend Sorgen um Absicherung machst und dir mit dem Einstieg schwer tust, sind keine Hinweise darauf, dass du es längerfristig ohne Vermögensverwalterfonds probieren solltest.

Es gibt nette Produkte von Flossbach von Storch, Carmignac und vielen anderen. Denen kann man wenn es dir sonst zu langweilig wird natürlich mit 10 % auch die heissesten Aktienfonds beimischen. Die Welt ist ja voll interessanter Fonds.

Kommentar von althaus ,

Danke. Ich weiss,bin ziemlich spät dran in Fonds zu gehen. Habe die Hausse der letzten 2 Jahre verpasst. Bzw. Bin zumfalschen Zeitpunkt eingestiegen, dann mit Verlust ausgestiegen und habe dann nichts mehr gemacht. Das war wohl ein Fehler, denn wäre ich dabei geblieben hätte ich meine Verluste schon lange wett gemacht. Lasse mir aber jetzt die nächsten 2 Jahre Zeit um einzusteigen. Hoffe auf Rückschläge und dann zuzukaufen. Gutes neues Jahr und viele Grüße althaus.

Kommentar von Rat2010 ,

Dir auch meine besten Grüße!

Du bist nicht spät dran! Das könnte aber noch werden.

Das Thema ist, dass man dann, wenn man seit vielen Jahren nichts anderes macht, auch die Verteilung auf zwei Jahre nicht allzu lustig findet. Kennt man doch Leute, die ihre Einstiege auf 1998 bis 2000 verteilt haben. Damals waren Aktien teuer. Andere haben 2006 - nach einem Anstieg von mehr als 100 % - damit angefangen, einzusteigen. Lustigerweise hören genau die damit auf, wenn Aktien wieder billig werden und warten, bis sie wieder teuer sind. Die Beschäftigung mit der Marktmeinung - die immer nach Begründungen für die Vergangenheit sucht aber selten sinnvoll überlegt, was die Kurse in Zukunft bewegen wird - sorgt für teuren Einstieg.

Aus der Erfahrung raus, rate ich im Aufwärtstrend von der Verteilung ab. Gegen schlechtes Timing helfen heute gute Fonds! Früher gab es die nicht.

Ein richtig langer Sparplan klappt immer. Der Einstieg in Raten eigentlich nur im Abwärtstrend. Jetzt sind wir im Aufwärtstrend und wenn du - meine Überzeugung - auf einene Rückschlag lange warten musst, solltest du die Grundannahme überdenken.

Rückschläge sind möglich. Der Abstand zu den Trendlinien ist sehr hoch und deshalb ist ein moderater Rückgang im DAX auch nicht unwahrscheinlich. Du solltest nur das, was du vor hast auch wirklich tun und - entscheidender - auch das Gegenteil glauben!!! Die Welt ist groß und eine komplett andere Situation an der Nasdaq oder in Asien oder auch sehr günstige Bewertungen in weiten Teilen der Welt oder auch die ständig uninteressanter werdenden Alternativen zu Aktein machen für mich eine größere Konsolidierung zumindest unwahrscheinlich.

Kommentar von althaus ,

Im Moment glaube ich ja auch nicht an einem starkem Rückschlag, dafür bin ich ja schon mit meinen Einzelaktien insgesamt 16 Blue Chips investiert und hoffe daß die weiter steigen. Jedoch hat es bislang jedes Jahr ein Grund gegeben, daß die Börse um 20 - 30% abgesackt ist. Es wird wieder ein Grund kommen, auch wenn ich noch nicht weiss warum. Lassen wir uns überraschen. Dafür halte ich meinen Teil noch trocken um dann gegen den Trend einzusteigen. Wenn nichts passiert und die Hausse weitergeht, habe ich nichts dagegen, bin doch dabei! Gruß althaus.

Antwort
von gandalf94305,

Zunächst mal: besorge Dir das Buch "Keine Angst vor dem nächsten Crash" von Bernd Niquet.

Auf die Frage gibt es verschiedene Antworten... und die haben etwas mit der Anlegerstrategie zu tun.

  • Gute Fonds schichten ihren Bestand um, sichern durch Optionsstrategien ab oder suchen einfach Werte heraus, die robuster gegen Rückschläge sind. Das Ziel ist, Abwärtsbewegungen weniger stark und Aufwärtsbewegungen stärker als die Abwärtsbewegungen mitzumachen.

  • Man kann Aktie oder Fonds mit Stop-Loss oder Trailing-Stop-Loss absichern, das kann in volatilen Marktphasen oder bei sich weitenden Spreads jedoch zu frühzeitigen Verkäufen führen. Nachkäufe erfolgen dann zu spät, d.h. unter dem Strich steht man schlechter da, wenn die Stop-Marken ungünstig gesetzt sind bzw. nicht ständig beobachtet werden.

  • Short Mini Futures oder Put-Optionsscheine können sehr einfach einen Portfolio gegen Rückschläge in Indices oder Einzelwerten absichern. Jedoch haben sie eine Prämie, die auch zu zahlen ist, wenn alles gut läuft. Durch wiederholte Absicherungen können Rollverluste entstehen. Volatlität macht Optionsscheine recht teuer... andererseits kann man durch den Kauf von Optionsscheinen im richtigen Moment auch von steigender Volatilität profitieren.

Für den harmlosen Privatanleger ist daher die erste Variante i.a. das Mittel der Wahl.

Kommentar von althaus ,

Danke. Habe mir das Buch bestellt.

Antwort
von Niklaus,

Sie können Ihre Renditechancen mit "Stop & Go Professional" in sämtlichen Fondsmärkten und Branchen optimieren. Denn die einzigartige softwaregesteuerte Kurskontrolle von "Stop & Go Professionel" kann sowohl bei Aktienfonds, Mischfonds, Dachfonds und Rentenfonds genutzt werden. Ihnen stehen mehr als 7.000 Top-Fonds von weit mehr als 100 renommierten Anbietern zur Verfügung. So funktionierts

Stop bedeutet: Bei Erreichen eines bestimmten Kurses in der Abwärtsbewegung, werden alle Fondsanteile eines Aktienfonds z.B. in einen sicheren Geldmarktfonds umgetauscht. Go bedeutet: Bei Erreichen eines bestimmten Kurses in der Aufwärtsbewegung, werden alle Fondsanteile aus dem Geldmarktfonds wieder in den Aktienfonds investiert. In volatilen Börsenzeiten, kann es zu mehrfachen Verkäufen und Käufen kommen.** Für den Kauf wird kein Ausgabeaufschlag berechnet**. Für diesen Service ist lediglich eine jährliche Servicegebühr fällig.

Antwort
von SBerater,

Mit Stopp-Loss geht es sicherlich. Aber was ist, wenn es nur einen kurzen Rücksetzer gibt und dann der Fonds wieder steigt? Dann ist der Ausgabeaufschlag weg. Und dann zahlt man den nochmals.

Alternativen: Optionsscheine oder KO-Produkte auf den Index, der den Fonds am nächsten kommt. Nur muss man auch hier die Kosten im Auge behalten, denn diese Absicherungen kosten auch Geld.

KO-Scheine sind unabh. von der Volatilität, Optionsscheine nicht. Nachdem die Vola derzeit niedrig ist, sollten auch letztere hierdurch nicht überteuert sein. Würde die Nervosität steigen, dann würde man an der steigenden Vola anteilig verdienen.

Letztendlich ist es eine Detailkalkulation, was denn eine Absicherung kostet und wie denn letztendlich die Schwankungsanfälligkeit der Fonds ist. Mag sein, dass eine Absicherung für 1 Jahr 5% kostet und die Wahrscheinlichkeit von hohen Schwankungen sehr gering ist. Das macht wenig Sinn.

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