Frage von Markus12, 102

Wie sich gegenüber unklugen Hauskäuferin verhalten?

Hallo Immobilienbesitzer,

ich wäre dankbar für eure Einschätzungen, vielleicht habt Ihr ja dazu eine Meinung:

Ich verkaufe gerade mein Elternhaus, ein schönes Haus in guter Lage. Ein Makler ist nicht involviert. Ich selbst bin kein Immoprofi, beruflich aber aus dem technischen Bereich, und habe mich definitiv intensiv eingelesen, wie das so funktioniert mit dem Hausverkauf.

Soweit so gut, es läuft auch super bislang, von 5 Besichtigungen haben 3 innerhalb kurzer Zeit eine feste Kaufzusage gegeben. D.h. eigentlich fehlen nur noch die Abschlussgespräche, und los geht's zum Notar (ich weiß allerdings noch nicht, für welchen der 3 ich mich schlussendlich entscheiden soll).

Jetzt mein "Problem": Die 3 Kaufinteressenten verhalten sich anders als erwartet! Nämlich viel weniger kritisch und informiert als gedacht. Nur einer wollte mal den Energieausweis sehen... ansonsten alle 3: keine Zweitbesichtigung gewünscht, keine Sachverständigen hergebeten, keine Einsichtnahmewünsche in Unterlagen wie Grundrisse, Bauzeichnungen, Grundbuch, Energieabrechnungen, Renovierungsunterlagen... gar nix!! 2 haben nicht mal den Dachboden inspiziern wollen!..

Ich weiß jetzt gar nicht, wie ich damit umgehen soll. Alle 3 finden das Haus toll, haben ihre Bankbestätigungen vorgelegt und wollen "einfach so" zahlen. Muss ich solche Dokumente wie Grundrisse oder Abrechnungen VON MIR AUS an die Leute schicken?? Also bin ich dazu verpflichtet oder so?? Muss ich darüber informieren, dass im Grundbuch Abt.1 noch Eintragungen stehen (die Restschulden, recht wenig, tilge ich selbstverständlich, wenn der Kaufpreis gezahlt wurde). Oder kann ich jetzt guten Gewissens abschließen, auch wenn ich deren Verhalten recht leichtsinnig finde?

Bin gespannt wie Ihr das seht.

Markus

Antwort
von Petz1900, 39

Lass dir auf jeden Fall spätestens beim Notartermin die verbindliche Finanzierungszusage der Bank des Käufers vorlegen.

Sonst kannst du unliebsame Überraschungen erleben.

Der Rest ist zwar verwunderlich, kann dir aber letztlich egal sein.

Kommentar von Markus12 ,

Danke, aber siehe Ausgangsfrage. Die Finanzierungszusagen liegen von allen dreien bereits vor.

Antwort
von RatsucherZYX, 28

Beruhige Dich!

Aus beruflichen Gründen musste ich in ca. 20 Jahren 3 x kaufen und 3 x verkaufen. Ich habe das so wie du erlebt.

Das tollste Erlebnis war, dass ein Interessent mit Freundin und Kind bei mir besichtigt haben. Nach der Besichtigung sind die Leute in ein Kaffee gegangen um sich zu besprechen. Die Leute kamen nach 1 Stunde zurück und haben gekauft ( zu einem Superpreis, für mich).

Notartermin ist gelaufen, Zahlung ebenso, ich habe von den Leute niemals wieder gehört.

Hätte ich die Leute aufhetzen sollen, mehr zu fragen, Unterlagen zu betrachten usw. usw.?

Wir waren auf beiden Seiten glücklich.

Kommentar von Markus12 ,

Danke, Deine Antwort beruhigt mich tatsächlich, dass etwas blauäugiges Verhalten seitens der Käufer offenbar nicht sooo selten ist. Hatte mich halt drüber gewundert, denn bei den drei Häusern, die ich in meinem Leben bislang gekauft habe (davon 1 Neubau), war ich deutlich strenger. ;-)

Antwort
von LittleArrow, 21

Spätestens beim Notar werden die Üblich- und Selbstverständlichkeiten, wie Energieausweis und Belastungen, geklärt. Du wirst also allenfalls den Kaufpreis abzüglich der Bankschulden erhalten. An die kommende  Vorfälligkeitsentschädigung denke bitte rechtzeitig!

Hauszeichnungen muss man nicht übergeben und Flächenmaße können die potentiellen Käufer selber aufnehmen. Abrechnungen dürften auch nicht deren Problem, sondern eher Deins sein, da Du Vertragspartner des jeweiligen "Lieferanten" bist. Die Grundsteuer für das Jahr wird automatisch von dem kassiert, der am ersten des Kalenderjahres Eigentümer war. Wenn Du also Mitte Januar verkaufst, dann mußt Du dafür sorgen, dass Du für die restlichen Monate die Grundsteuerzahlungen vom Käufer erstattet bekommst.

Nur wenn auf dem Dachboden der Holzbock haust und bei Starkregen der Keller regelmäßig volläuft, dann ist es Deine Aufklärungspflicht! 

Antwort
von Franzl0503, 30

Markus,

eine letzte Bemerkung sei noch erlaubt:

Dir liegen nun einige Antworten vor: "Laß dich nicht aufhetzen ", "Sollte dir letzendlich egal sein". "Leichtsinnige Kaufpreisfestsetzung", "Keinen Kopf zerbrechen" usw.

Fehlt im Grunde nur noch die Empfehlung "Beten, dass alles glimpflich abläuft."

Dabei würde interessieren: Wieviel verunglückte Immobilienverkäufe hat jemand hautnah erlebt? Was wurde vorher alles dem Zufall überlassen? Welches Ergebnis brachten die  Rettungsversuche? Was haben sie an zusätzlichen Kosten verschlungen? Wieviel (kostbare Lebens-)Zeit ging verloren? 

Antwort
von hildefeuer, 17

Diese 3 Interessenten, die kaufen wollen, haben Sie weil ohne Makler verkauft wird. Bei Maklern schauen alle Käufer genauer hin, da der als Dritter im Bunde ja viele Angaben machen kann, die falsch sind, ohne so richtige ernsthafte Konsequenzen. Das wissen die Makler auch und ein Teil der Käufer ebenfalls. Bei Direkten Verkauf ohne Makler, ist das völlig anders. Verschweigt der Verkäufer einen Mangel, hat das ernste Konsequenzen. Wenn das Objekt in gutem Zustand ist, sind ja auch keine Mängel zu erwarten. Übrigens Enerieausweise sagen wenig über die tatsächlichen Verbrauchswerte im Haus aus. Deshalb lassen viele sich die nicht zeigen. Eine Aussage wieviel Gas-Kw/h verbraucht wurden ist da wesentlich verbindlicher.

Die ganzen Unterlagen würde ich nicht mitgeben, wenn nicht danach gefragt wird. Überlege mal irgendwo ist ein kleiner Fehler drin. Dann haftet der Verkäufer dafür.


Kommentar von Markus12 ,

Der Verkäufer haftet selbstverständlich sowieso in jedem Fall für die Richtigkeit seiner Angaben (bzw. darf nicht arglistig täuschen), völlig egal, ob ein Makler dazwischenhängt oder nicht.

Energieausweise gibt's zwei Sorten, Bedarfsausweise und Verbrauchsausweise. ;-) In Verbrauchsausweisen steht drin, wie viel Gas in den letzten 3 Jahren verbraucht wurde, also das sagt schon was aus. :)))

Und meinst du echt, jemand kauft DESHALB ein Haus, "weil ohne Makler verkauft wird"? Also ich kaufe ein Haus, weil ich es schön finde, die Lage gut finde und eben drin wohnen will. :-) Wenn ich dafür einen Makler bezahlen muss, ist das halt leider so, wenn ich mir das sparen kann, umso besser.

Kommentar von hildefeuer ,

ja sicher, wenn Geld nur eine untergeordnete Rolle spielt. Das ist bei einer vielzahl der Menschen aber nicht der Fall. An Makler müssen bereits eine 5stellige Summe gezahlt werden, wenn das Objekt über 180.000 kostet und dafür bekommt man meist nix brauchbares. Ein Bekannter hat bei Gö gerade sein Haus verkauft für 170.000 musste 9.000 an E&V zahlen. Er sagt auch: Nie wieder mache ich das. Ist auch kein Neuling. Ist bereits das 2. Haus was er verkauft hat.

Antwort
von Franzl0503, 33

Markus:

Ich würde mich für den Intertessenten entscheiden, der

1. die Finanzierung des Kaufpreises durch verfügbares Eigenkapital (je höher desto sicherere) und verbindliche Darlehenszusage der Bank rechtzeitig, d.h. vor dem Gang zum Notar, nachgewiesen hat,

2. dir die Aushändigung (zunächst in Fotokopie) von Baugenehmigung, Bauzeichnungen, Wohn- und Nutzflächenberechnung, amtl.Flurkarte, Lageplan, Feuerversicherungsschein, Erschliessungskostenbescheid, Einheitswertbescheid, Meßdaten der Heizungs-Fachbetriebs, quittiert,

3. der sich über den Bauzustand und die Außenanlagen vor Ort kundig macht und dies auch im Kaufvertrag bestätigt,

4. mit dem Notar deiner Wahl einverstanden ist.

Kommentar von Markus12 ,

Danke, Franzl.

1. Die Bankbestätigungen liegen bereits vor allen 3 vor.

2. Die aufgezählten Dokumente waren Teil eines erweiterten Exposés, das alle 3 schon haben.

3. Ja, Besichtigungen haben stattgefunden, und das wird dann auch im Kaufvertrag stehen. :-) "Kundig" ist wohl halt Auslegungssache, wie gesagt, von sich aus einen Sachverständigen hat niemand mitgebracht....

4. Der Notar ist mir egal. Üblicherweise bestimmt den zudem der Käufer.

Kommentar von Franzl0503 ,

Markus

Kommentar von Franzl0503 ,

Markus

Zu 4) Ich als Verkäufer bestimme grundsätzlich den Notar, den
Unparteiischen, der  sich ausreichend Zeit nimmt, ausführlich
zu beraten und nicht nur  Musterverträge zur Unterzeichnung
vorlegt, der auch die eine oder andere Empfehlung zusätzl. gibt, um eine schlanke und möglichst reibungslose Abwicklung des Vertrages im Interesse der Vertragsschließenden zu erreichen.

Kommentar von Markus12 ,

Ein Notar ist doch sowieso gesetztlich verpflichtet, unparteiisch zu beraten. Die Beratung kostet auch nicht extra. Und Käufer und Verkäufer müssen dem Notar schon selbst sagen, was er in den Vertrag reinschreiben soll; woher soll der Notar sonst wissen, worauf sich die beiden geeinigt haben.

Antwort
von NasiGoreng, 29

Mache Dir lieber Gedanken, ob Dein Verhalten nicht leichtsinnig ist. Die Kritiklosigkeit dürfte darin begründet sein. dass Deine Preisvorstellung zu niedrig ist.

Kommentar von Markus12 ,

Danke, die Gedanken habe ich mir bereits gemacht, und zwar VORHER. ;-)

Der Wert des Hauses wurde professionell ermittelt, danach von einem Architekten und einem Bausachverständigen bestätigt, und dann wurde noch großzügig 10% Verhandlungsspielzeug draufgepackt. Mehr als der geforderte Preis ist das Haus nicht wert; Bodenrichtwert, 1914er-Wert, Ausstattungsmerkmale und Vergleichspreise lügen ja nicht... es ist wohl einfach Glück, dass zufällig gleichzeitig 3 Leute da sind, die das Haus einfach haben wollen.

Antwort
von Gaenseliesel, 28

Hallo,

habe nur deine Frage gelesen und etwas recherchiert, weil interessant !

Ich bin jetzt nur verwundert, wie man auch als uninformierter Häusleverkäufer so richtig ins Fettnäpfchen treten kann. Da würden mir die naiven Kaufinteressenten weniger Kopfzerbrechen machen. 

http://www.streifler.de/immobilienverkauf-3a-wie-sich-verkaeufer-einer-gebraucht...

Dir dann viel Glück ! ;-) 

Kommentar von Markus12 ,

Danke. Ich versteh allerdings nicht, was dein Link mit Fettnäpfchen zu tun hat.

Kommentar von Gaenseliesel ,

" Fettnäpfchen " = Fehler machen = Gewährleistungsanspruch  ! 

Kommentar von Markus12 ,

Achso. Gewährleistungen und Garantien sollte man als Verkäufer von gebrauchten Immobilien einfach immer ausschließen. Ist ein bisschen so wie auf ebay mit altem Autozubehör. :-)

Antwort
von HilfeHilfe, 23

ich würden deinen preis überdenken^^ wenn ich 3 interessenten habe würde ich noch was rausquetschen

Kommentar von Markus12 ,

Vielen Dank für den Vorschlag.

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