Frage von JaninaS, 193

Wie setzt man am Besten auf steigende Goldpreise?

In der derzeitigen Situation bin ich aus verschiedenen Gründen davon überzeugt, dass Gold in der nächsten Zeit ( ein bis zwei Jahre ) deutlich steigen wird. Ich möchte nicht diskutieren, ob ich da richtig liege, sondern lieber wissen, wie ich am Besten davon profitieren könnte, wenn meine Prognose richtig ist.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gandalf94305, 151

Zwei wesentliche Fragen vorab:

  • Wie viel wird der Goldpreis Deiner Meinung nach zulegen?

  • Wie wird sich der EUR zum USD entwickeln?

  • Welchen Anlagebetrag hast Du im Sinn?

Der einfachste Weg ist das Setzen auf Goldpreissteigerungen mit Hebelprodukten. Der Kapitaleinsatz ist deutlich geringer als bei physischen Investitionen oder Tracker-Zertifikaten. Allerdings gibt es Finanzierungskosten und auch die Volatilität spielt eine Rolle. In der aktuellen Lage könnte man Calls auf Gold mit einem Basispreis von vielleicht USD 1.295 kaufen. Alternativen sind Partizipationszertifikate (Tracker) oder ETCs auf Gold. Du wirst Leute hören, die gebetsmühlenartig vor Zertifikaten warnen - aber das ist recht großer Unsinn, denn hier gibt es erstens bei den üblichen Emittenten in Deutschland praktisch Null Ausfallsrisiko und zweitens sind ETCs beispielsweise physisch besichert.

Also, warum stelle ich die drei Fragen oben:

  • Wie viel wird der Goldpreis Deiner Meinung nach zulegen? Wenn der Zuwachs klein ist (weniger als 3% p.a.), dann ist das im Rahmen normaler Schwankungen und man kann effektiv nur sinnvoll mit Hebelprodukten partizipieren. Ansonsten ist das Risiko im Vergleich zu den Chancen zu hoch. Wenn der Zuwachs deutlich ist (mehr als vielleicht 6% p.a.), dann lohnt sich auch der Weg über 1:1 Investments wie ETCs.

  • Wie wird sich der EUR zum USD entwickeln? Der Gold-Spotpreis notiert in USD. Würde der USD zum EUR stark fallen (d.h. der EUR aufwerten), dann könnte aufgrund der Nachfrage aus Emerging Markets und USA, sowie der Produktion in typischerweise eher USD-orientierten als EUR-orientierten Ländern Gold für EUR-Bewohner plötzlich relativ günstig werden. Schlecht für den, der auf steigende Goldpreise setzt. Hätte man ein Quanto-Zertifikat oder -ETC verwendet, hätte man am steigenden Goldpreis partizipiert, da dieses USD nach EUR 1:1 umrechnet.

  • Welchen Anlagebetrag hast Du im Sinn? Für größere Anlagebeträge kann man auch eine kleine Position in physischem Gold anlegen. Kleine Barren haben zu hohe Spreads. Barren im 1 kg Bereich sind mit kleinen Spreads auch handelbar. Allerdings fallen für Barren Lagerkosten an, d.h. man sollte doch mit einem steigenden Preis rechnen. Für mittlere bis große Anlagebeträge wären ETCs ggf. in Kombination mit Hebelprodukten eine Lösung. Optionsscheine wären auch interessant, wenn man mit steigender Volatilität rechnet. Für kleine Anlagebeträge wird man Hebelprodukte aufgrund des geringeren Kapitalbedarfs wählen.

Die Frage ist also nicht so einfach zu beantworten, denn man müßte eine Reihe von Erwartungsszenarien mit ihren jeweiligen Risiken und Chancen auf Basis Deiner Einschätzung bewerten.

Antwort
von freelance, 129

Gold selbst. Oder eines der vielen Derivate mit dem Basiswert Gold.

Antwort
von wfwbinder, 120

Normal wäre jetzt kaufen und auf die erwartete Preissteigerung warten.

Alternativ und mit der Chance sehr viel zu gewinnen, aber auch 100 % zu verlieren, wäre der Kauf von Kaufoptionen.

Kommentar von gandalf94305 ,

Das ist nicht zielführend. Beim Kauf (von was) physischen Goldes muß man Spreads berücksichtigen. Es tritt nur ein Gewinn ein, wenn die Preissteigerung nicht durch laufende Finanzierungs- und Lagerkosten aufgefressen wird.

Zum zweiten Satz: was sind denn Kaufoptionen? Entweder sind es Optionen (praktisch für harmlose Privatanleger nicht sinnvoll zugänglich) oder Optionsscheine. Mit Hebelprodukten verliert man natürlich potentiell den gesamten Kapitalaufwand, setzt jedoch auch deutlich weniger ein. Damit ist bei entsprechend gleichem Nettoaufwand das Risiko bei physischem Gold und Partizipationsinstrumenten sogar höher, denn bei Optionssscheinen verliert man maximal den Einsatz (also beispielsweise 5-10% des Preises), während bei Partizipationsinstrumenten auch mehr Verlust drin sein kann (theoretisch der ganze Betrag, d.h. 100%). Daher ist es Unsinn, Hebelprodukte als riskanter zu bezeichnen, da diese ja implizit Stops eingebaut haben.

Sorry.

Kommentar von wfwbinder ,

Das man die laufenden Lager- und Finanzierungskosten berücksichtigen muss ist klar. Übrigens auch die Opportunitätskosten, für das eingesetzte und so blockierte Kapital.

Nur über den Sinn der Investition wollte der Frager nicht diskutieren.

Bei den Optionen ist zwischen call und put, kauf und verkauf zu unterscheiden, daher der Hinweis auf Kaufoptionen.

Meine Ansicht bezüglich rikanter kommt aus meiner Ansicht, dass ich immer den gleichen Einsatz vergleiche.

Also nicht eine investition von 100 in physicschen Gold mit 10 in einem Hebleprodukt, sondern 100 mit 100, denn wenn mir einer Sagt er hat 20.000,- auf dem Konto die er investieren will dann geht es eben um 20.000,-. Dafür kann er eben Gold in Münzen/Barren kaufen, oder eben die 20.000,- in Papiere auf Gold, welcher Art auch immer. Daher meine Ansicht zu diesen Dingen.

Antwort
von Underfrange, 106

Meine Kunden setzen auf Gold und haben eine geringe Summe physisch zu Hause liegen. Wer größere Mengen kauft solte diese in einem Depot anlegen. Beratung gerne.

Antwort
von Neuerdings, 106

Meiner Meinung nach ist Gold kein Spekulationsobjekt, sondern eine VERSICHERUNG für den Fall des totalen Währungszusammenbruchs. Aus dieser Sicht ist das Steigen oder Fallen des Kurses - im Verhältnis zum immer wertloser werdenden Papiergeld - ohne Bedeutung.

Wer trotzdem auf steigende Kurse setzen möchte, sollte den erheblichen Unterschied zwischen Verkaufs- und Ankaufspreisen bedenken. Der Kurs muß schon stark ansteigen, um erst einmal die Differenz auszugleichen. Wer glaubt, daß der Kurs weit darüber hinaus steigen wird, so daß ein schöner Papiergeldgewinn entsteht, sollte jetzt einfach Gold kaufen - Barren und/oder die gängigen Münzen. Ich sehe nicht, daß dabei eine besondere Taktik angewandt werden müßte.

Antwort
von Privatier59, 101

Geh zum Zahnarzt und laß Dir Goldinlays machen. Ich habs machen lassen, meine PKV hat 90% der Kosten übernommen und ich hab meinen Goldschatz quasi kostenlos bekommen. In anderen Formen von Gold anzulegen halte ich für so bescheuert, dass ich mir da keine Gedanken drüber mache.

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