Frage von quasimodem,

Wie schätzt ihr die zukünftige Entwicklung von Lebensversicherungen ein?

Guten Tag, in der Presse stand vor einigen Tagen, dass sich Lebensversicherungen aktuell kaum mehr lohnen, weil die Gewinne für Anleger zu gering sind. Ich habe also erst einmal Abstand davon genommen. Aber was würdet ihr sagen, wie die Entwicklung von Lebensversicherungen in Zukunft weiter geht? Lohnt es sich auf eine positivere Entwicklung zu warten, oder kann man seine Lebensversicherungspläne für die nächsten Jahre getrost beiseite legen?

Antwort von gandalf94305,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Neue Kapitallebensversicherungen lohnen sich aufgrund der drastisch reduzierten steuerlichen Vorteile nicht mehr wirklich.

Risikolebensversicherungen haben dagegen durchaus ihre Berechtigung.

Ich würde daher Absicherung und Vermögensaufbau/Altersvorsorge trennen.

Kommentar von Pictonkiwi,

Diese Trennung macht in meinen Augen wiederum überhaupt keinen Sinn. Nicht nur weil man damit unnötig hohe Kosten verursacht (doppelte Abschlüsse, Negativrendite der Risikoleben muß erst mal durch die alternative Anlage erwirtschaftet werden), sondern weil alternative Anlageprodukte entweder risikoreicher sind (z.B. Fonds, Rohstoffe, Sachwerte, Aktien) oder weniger Rendite erwirtschaften (z.B. Tagesgeld, Anleihen). Daher macht die Kapitalleben auch ohne Steueranreize durchaus noch Sinn!

Antwort von HerrSchlaumeier,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Ich schließe mich der Antwort von gandalf94305 an.

Wenn du allerdings weiterhin an dem Produkt "Lebensversicherung" interessiert bist, dann ist dieser Artikel aus dem Handelsblatt vielleicht etwas für dich.

http://www.handelsblatt.com/finanzen/vorsorge-versicherung/nachrichten/renditech...

Antwort von Pictonkiwi,

Kapitalbildende Lebensversicherungen sind zusammen mit Rentenversicherungen die einzige Anlageform, die ich derzeit empfehlen würde. Und zwar aus folgendem Grund: Versicherungen sind die EINZIGEN institutionellen Anleger, die das Kapital LANGFRISTIG anlegen. Dies ermöglicht Ihnen, kurzfristige Risiken mit langfristigen Sicherheiten abzusichern. Aus diesem Grund zahlen sie auch eine Garantieverzinsung. Der einzige Nachteil ist natürlich, dass man 20, 30 Jahre sein Geld gebunden hat. Allerdings gibt es dafür ja den Zweitmarkt für Lebensversicherungen, auf dem sich die angesparten Rückkaufswerte vor der Ablaufzeit versilbern lassen.

Kommentar von gandalf94305,

Ei, bei einem Garantiezins von 1,75% und einer realen Verzinsung von derzeit um die 4,00% bzw. sogar teils noch geringer ist nach Abgeltungssteuer diese Trennung durchaus sinnvoll, denn auf die Laufzeit kann dort nicht einmal Kapitalerhalt der eingezahlten Beträge nach Inflation und Steuern garantiert werden.

Auch der kapitalbildende Teil einer Kapitallebensversicherung ist nur eine Anlageform, d.h. in die dort verwendeten Anleihen, Immobilien und Kreditprodukte kann man auch über entsprechende konservative Fonds investieren, um parallel zur Risikoabsicherung einen Vermögensaufbau zu betreiben.

Ich glaube erst daran, daß es sich lohnt, wenn Du mir ein konkretes Rechenbeispiel vorlegst.

Kommentar von Pictonkiwi,

Konkrete Rechenbeispiele sind natürlich immer schwierig, da die einzelnen Versicherer ja sehr unterschiedlich performen. Allgemein stimmen Deine Zahlenangaben, was die 4% betrifft. Die Frage ist, ob Du mit Fonds (insbesondere, wenn Sie "konservativ" sind - was für mich nur heißt, dass sie "wie eine Lebensversicherung" wären) eine höhere Rendite erwirtschaften kann. Zumal Fonds auch mal schnell ins Bodenlose absacken können, siehe aktuell die einst so gefeierten Schiffsfonds. Bei einer Lebensversicherung kann Dir so etwas nicht passieren.

Antwort von Niklaus,

Grundsätzlich ist er mal die Frage zu beantwporten, wozu benötigst du eine Lebensversicherung.

  1. Willst du jemanden über deinen Tod hinaus absichern?
  2. Willst du jemand Geld zukommen lassen ohne die Erben daran zu beteiligen (kommt sehr oft vor)
  3. Willst du eine Kapitalanlage erwerben bzw. fürs Alter vorsorgen?

Für die Problemstellung aus Frage 1 und 2 genügen reine Risikolebsnversicherungen. Für Frage 3 muss ich sagen ist eine Kapitallebensversicherung nicht geeignet. Dafür gibt es besser Alternativen. Allerdings ist auch zu beachten. Eine Kapitallebensversicherung wird höchstwahrscheinlich auch in den nächsten Jahren eine Rendite knapp über 4,0 -4,7 % erreichen. Das ist wenn man die Sicherheit und die Rendite betrachtet besser als das meiste Festgeld. Zusätzlich hast du noch die Todesfallabsicherung mit der du gestalterisch umgehen kannst.

Kommentar von Leo72,

Ich verstehe den Unterschied zwischen Zins und Rendite einer Kapitallebensversicherung nicht. Wie ist es gemeint, wenn es heißt: Eine Kapitallebensversicherung wird höchstwahrscheinlich auch in den nächsten Jahren eine Rendite knapp über 4,0 -4,7 % erreichen.

Antwort von Kevin1905,

Zur Risikoabsicherung bitte eine Risikolebensversicherung und als längerfristige Geldanlage eine Rentenversicherung.

Auf welcher der drei Schichten der Altersvorsorge (1. Schicht Basisversorgung = Gesetzl. Rente, Versorgungswerke, Rürup-Rente; 2. Schicht Zusatzversorgung = Riester Rente, betriebliche Altersvorsorge; 3. Schicht Kapitalanlageprodukte) deine persönliche Vorsorgestrategie stehen sollte kann man nur in einem ausgbiebigen Beratungsgespräch ermitteln.

Kapitallebensversicherungen gehören zur dritten Schicht und haben durch das Alterseinkünftegesetz ihre steuerliche Absetzbarkeit verloren. Renditetechnisch sind sie seit einigen Jahren auch kein Hammer mehr.

Antwort von billy,

Ja, letzteres ...

Antwort von Tritur,

Finger weg von "kapitalbildenden" Lebensversicherungen!

Lebensversicherungen legen ca. 85% in verzinslichen Anlagen an. Bei bonitätsmäßig einwandfreien Anlagen sind die Zinsen derzeit so niedrig, dass sie die Inflationsrate nicht ausgleichen. Investiert die Versicherung in höher verzinsliche Anlagen, setzt sie die Gelder der Versicherten hohen Bonitätsrisiken aus.

Ein hoher Aktienanteil (=Sachwert mit "eingebautem" Inflationsschutz) ist den Versicherungen wegen des angeblich zu hohen Risikos nicht erlaubt.

Leider verweigern sich die Versicherungen, der Gesetzgeber, die Versicherungsaufsicht und letzlich auch die Versicherten der Erkenntnis, dass mit verzinslichen Anlagen bei steigenden Inflationsraten in den nächsten 15 Jahren kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist. Es lebt sich mit Illusionen halt so bequem.

Kommentar von Pictonkiwi,

Tut mir leid, aber das stimmt so nicht. Im Gegenteil: Zinssenkungen können sich sogar positiv auf das Anlageportfolio der Versicherer auswirken. Zwar ist es richtig, dass der Zinsertrag z.B. aus Staatsanleihen sinkt. Andererseits steigen aber auch die Kurse der festverzinslichen Wertpapiere, womit sich die stillen Reserven erhöhen. Von Zinssenkungen sind in erster Linie kurzfristige Anlagewerte betroffen. Dies trifft zwar auch auf Versicherer zu, aber erst in zweiter Linie. Denn die sind ja in der Lage, durch langfristiges Underwriting gegen solche Zinsrisiken abzusichern.

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