Frage von Orchidee2014, 197

Wie Renovierungskosten am besten absetzen bei Eigentumswohnung kurz nach Kauf

Ich habe im Okt. 2012 eine Eigentumswohnung gekauft, die ich gleich vermieten wollte. Habe mich aber entschieden zuerst alles auf den neuesten Stand zu bringen. Dadurch wäre der potenzielle Mieter nicht von der Renovierung gestört. Leider habe ich jetzt im Netz gelesen, dass meine Kosten von 19000 Euro für die Renovierung nur evtl. über 50 Jahre abgeschrieben werden können. Das wäre schlecht, da ich ab April 2013 an zwei Personen vermietet habe und die Renovierungskosten als Werbungskosten bis zu 5 Jahren dagegen rechnen wollte. Renoviert wurden: neue Heizkörper, Elektroleitungen, Bad neue Fliesen, neue Wanne, neues Becken, neue Bodenfliesen, ansonsten neue hochwertige Laminatböden, neue Türen und Zargen, alles gestrichen. Die Anschaffungs-Kosten ohne Bodenanteil der Wohnung bei Kauf : 88600 €. Soll ich evtl. nur eine Rechnung einreichen? Habe 2 (12400 € und 6200 € ohne MwSt). Miete: 510 € kalt plus 70 € Betriebskosten. Wie soll ich das am besten machen? Vielen Dank schon mal für eure qualifizierten Antworten :-)

Antwort
von ortrud, 197

Ich würde die Kosten nicht zu den Anschaffungs und Herstellungskosten dazu nehmen. Die Abschreibung über 50 Jahre dauert zu lange. Probier es als Werbungskosten geltend zu machen.

Kommentar von EnnoBecker ,

Das Problem bei solchen Ratschlägen ist deren Nichthaltbarkeit. Deshalb werden hier Anregungen zur Steuerhinterziehung ungern gesehen.

Wenn man schon zu einem solchen Ergebnis kommen will, muss man das anders anstellen.

Antwort
von MaierC, 158

Tja, da ist guter Rat teuer. Hier handelt es sich eindeutig um anschaffungsnahe Herstellungskosten. Da führt kein Weg vorbei.

Antwort
von LittleArrow, 125

Dieser Link bringt Dich ohne Diskussion weiter:

http://www.steuernetz.de/aav_steuernetz/lexikon/K-12244.xhtml?currentModule=home

Kommentar von EnnoBecker ,

@LA

Warum sollte der sie weiterbringen? Das Hintergrundwissen hat sie doch inzwischen:

Leider habe ich jetzt... gelesen,

Die Frage ist doch hier die, wie die Kuh vom Eis kommt. Da hilft das nochmalige Vorsetzen der rechtlichen Grundlagen auch nicht weiter. Das hätte VORHER passieren müssen.

Was JETZT passieren muss, habe ich aufgezeigt.

Kommentar von LittleArrow ,

Ich weiss es (ausnahmsweise).

habe ich aufgezeigt.

Dies mag jedoch in dem etwas chaotischen Chat zwischen Orchidee2014 und EnnoBecker untergegangen sein. Zitat: "auf mich wirkt deine Schreibweise etwas agressiv."

Den Link habe ich zum Nachlesen und -denken für die Fragestellerin gebracht, aber vorallem damit sie nun wenigstens zwei Antworten zur Auswahl für die hilfreichste Antwort hat.

Kommentar von EnnoBecker ,

Richtig, es war zu Beginn etwas chaotisch und ich war auch fast soweit, sauer zu werden.

Aber das wäre wenig profimäßig. Man muss auch den Bogen zurück finden können. Hoffen wir, dass die Orchidee auch nochmal etwas nachliest.

Kommentar von LittleArrow ,
Hoffen wir .**

So isses. Wir hoffen doch immer bei unseren Antworten und Kommentaren auf so positive Aufnahme bei FragestellerIn:-)

Antwort
von EnnoBecker, 106

Das ist ja fast immer das Problem, wenn man zuerst macht und sich erst hinterher beraten lässt. Rettungsberatung ist - wenn sie überhaupt möglich ist - stets teurer als Gestaltungsberatung.

Wärest du im September 2012 zu mir gekommen, hätte ich dir von der Renovierung entweder abgeraten oder dir aufgezeigt, wie es zu machen ist, damit es auch wirklich steuerwirksam ist. Dafür hättest du weniger bezahlt als dir jetzt an Steuerersparnis entgeht.

Hier ist das Kind im Brunnen. Allein die Zahlen (12.400+6.200 zu 88.600) lassen da gar keinen Spielraum mehr für Rettung.

Was mir hier unklar ist, warum nur anteilige Aufwendungen genannt werden. Warum "ohne Bodenanteil" und warum "ohne Umsatzsteuer ("MwSt.)? Dient das der Verschleierung oder stekct da was anderes hinter?

Wie gesagt, hier ist das Kind im Brunnen. Man muss nicht mal mehr das BMF-Schreiben vom 18. Juli 2003 durchprüfen (Heizung, Elektro, Fenster, Bad). Wir bleiben bereit im § 6 (1a) EStG stecken.

Miete: 510 € kalt plus 70 € Betriebskosten

Cool. Wo muss ich unterschreiben?

Kommentar von Orchidee2014 ,

"Was mir hier unklar ist, warum nur anteilige Aufwendungen genannt werden. Warum "ohne Bodenanteil" und warum "ohne Umsatzsteuer ("MwSt.)? Dient das der Verschleierung oder stekct da was anderes hinter?" Ohne Grund- und Boden - so hatte das Finanzamt meine Anschaffungskosten für die Wohnung benannt. (Ich hatte für 2012 die Einkommensteuererklärung gemacht.) Die Reparaturkosten sollen doch ohne Mehrwertsteuer angegeben werden...

"Cool. Wo muss ich unterschreiben?" Was soll diese Bemerkung. Es handelt sich um eine 52 m² Wohnung. Danke für die Antwort, wenn sie mich auch überhaupt nicht weiterbringt.

Kommentar von Orchidee2014 ,

zum Mietspreis und den Betriebskosten kommen die selbstzuzahlenden Kosten für Heizung und Gas!!!

Kommentar von EnnoBecker ,
wenn sie mich auch überhaupt nicht weiterbringt.

Dabei liegt der Gestaltungshinweis offen zutage. Aber wenn du so verbohrt bist, dass du ihn nicht sehen WILLST, hilft dir vielleicht dieser Link:

http://www.finanzfrage.net/frage/vielen-dank-fuer-garnichts

Kommentar von Orchidee2014 ,

auf mich wirkt deine Schreibweise etwas agressiv. Deine Antwort bringt mich halt nicht weiter. Das ist ja kein Vorwurf und ich bin nicht verbohrt sondern nichtwissend.

Deine Antwort bedeutet wohl, dass ich die Reparaturkosten auf 50 Jahre abschreiben müsste? Meine Frage war dahingehend, ob ich evtl. nur eine Rechnung einreichen soll und dann die Abschreibung für 1 bis 5 Jahre bekomme, da würde ich ja auf jeden Fall unter der 15 % Marke liegen. Die andere Rechnung würde ich halt nicht einreichen. Ich habe die Wohnung nicht als reines Steuersparmodel gekauft. Mein Jahresverdienst (Arbeit) ist 30.000 €. Danke für die Antwort

Kommentar von EnnoBecker ,

ob ich evtl. nur eine Rechnung einreichen soll und dann die Abschreibung für 1 bis 5 Jahre bekomme, da würde ich ja auf jeden Fall unter der 15 % Marke liegen.

Erstens würde ich einen solchen Rat nicht geben. Von vorn ist es Steuerhinterziehung und von hinten ist es wirtschaftlich unklug, es sei denn, du hast noch 1 bis 5 Jahre zu leben. Auf mich wirkst du aber, also könntest du die 50 Jahre noch auskosten.

Deine Antwort bedeutet wohl, dass ich die Reparaturkosten auf 50 Jahre abschreiben müsste?

Jein.

Du musst zusehen, dass du das Eine oder das Andere aus der Gesamtplanung rauskriegst. Dazu muss man aber den Sachverhalt genau (mit Inaugenscheinnahme der Belege) kennen.

Was du da nicht rauskriegst, sind dann tatsächlich Herstellungskosten.

Mein Jahresverdienst (Arbeit) ist 30.000 €

Ja, und ich hab schwarze Schuhe. Was soll ich mit der Information?


Hier wäre eigentlich ein nächster Rat nötig

Ich bin nicht agressiv, aber Wärme entsteht durch Reibung. Ich schnappe auch nicht so schnell ein oder so. Ich kann einstecken.

Und austeilen kann ich auch.

Du musst die Aufteilung des Finanzamts prüfen. Ich weiß nun nicht, wie hoch der Gesamtkaufpreis war und wieviel Prozent nun für G+B draufgegangen ist - aber dieser Punkt ist angreifbar und hat relativ leicht Aussicht auf Erfolg.

30.000 Taler sind jetzt nicht die Welt (ach gucke, jetzt wird die Information doch noch interessant) - aber gerade darum kann man doch zusehen, den Gebaäude-Anteil zu erhöhen, um mehr Abschreibung zu erlangen.

Kommentar von Orchidee2014 ,

Erstens würde ich einen solchen Rat nicht geben. Von vorn ist es Steuerhinterziehung und von hinten ist es wirtschaftlich unklug, es sei denn, du hast noch 1 bis 5 Jahre zu leben. Auf mich wirkst du aber, also könntest du die 50 Jahre noch auskosten. >

Kommentar von Orchidee2014 ,

Ach du meine Güte - Steuerhinterziehung! da wär ich im Leben nicht drauf gekommen, im übrigen bin ich schon über 50 und werde bestimmt keine 50 Jahre mehr auskosten können.. Danke für die Antwort.

Kommentar von EnnoBecker ,
im übrigen bin ich schon über 50

Ja, dieses Elend hat hier schon einige Antworter ereilt und andere wird es noch ereilen, es sei denn, sie danken vorher ab. Es hilft aber nix, man muss ja weiterleben.

Was nun aber zu tun ist, ist noch immer offen. Das sind zwei Baustellen:

  1. Aufteilungsmaßstab
  2. HK vs. sofort abziehbare WK

Um diese beiden Dinge solltest du dich kümmern. Und nicht darum, ob " die Reparaturkosten ....doch ohne Mehrwertsteuer angegeben werden [sollen]". Wer sagt so einen Unsinn eigentlich?

Kommentar von EnnoBecker ,
so hatte das Finanzamt meine Anschaffungskosten für die Wohnung benannt.

Hier wäre eigentlich ein nächster Rat nötig, aber der "bringt dich ja sicherlich nicht weiter". Also spare ich mir die Mühe.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community