Frage von MichaelG,

Wie regelt man diesen Doppelkauf am Besten?

Wir wollen ein Grundstück für den Hausbau kaufen, allerdings ist das Grundstück für zwei Häuser gedacht. Der Verkäufer will sich aber keine Umstände machen und an zwei Parteien verkaufen. Er will nur einen Kaufvertrag abschließen. Auch wenn wir den anderen Käufern vertrauen, wollen wir uns nicht blind diesem Vertrauen ergeben und am Ende auf den Kosten sitzen bleiben. Wie kann man es regeln, dass es nur einen Kaufvertrag für das Gebäude gibt, es aber gleichzeitig garantiert wird, dass beide Käuferparteien nach dem Kauf sofort an Ihre Pflichten gebunden sind?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von hildefeuer,

Wie wäre es denn wenn Ihr zusammen das Grundstück kauft, die Anteile im Nortar-Vertrag auffüht die jeder zu zahlen hat. Dann zahlen beide Parteien auf das Notar-Konto die jeweiligen Beträge ein. Danach müsst Ihr die Grundstücke nur noch teilen, also vermessen und Grenzsteine setzen lassen und eine Teilungserlaubnis einholen. Aber das müsse Euch der Notar besser erklären können. Auf keinen Fall einer alles kaufen und dann einen Teil weiterverkaufen. Dann fällt die Grunderwerbssteuer und Notarkosten 2x an.

Antwort
von Franzl0503,

Michael: Auch unterschiedliche, noch nicht vermessene Teilstücke an einem Flurstück können ohne Bildung von Bruchteilseigentum an unterschiedliche Erwerber verkauft werden. Ein vereinfachtes Kaufvertrags-Beispiel zur Veranschaulichung:

„Der Landwirt Meier (Grundstückseigentümer) verkauft von seinem Grundstück Sonnenstrasse 2 ... in einer Größe von 1 000 qm 1. an den Apotheker Schulze eine Teilfläche von ca. 600 qm, die im Norden durch die Grenze des Grundstücks zu Flurstück Nr. 13 und im Süden durch das Flurstück 14, im Westen durch die Hauptstraße und im Osten durch den Kapellenweg begrenzt wird, Das noch nicht vermessene Trennstück ist in dem beigefügten Lageplan mit A -B - C- und D rot umrandet. 2. an den Revierförster Kunze eine Teilfläche von ca. 400 qm .... … grün umrandet.

Die Vertragsschließenden nehmen auf den beigefügten Lageplan, der dieser Urkunde als wesentlicher Bestandteil beigeheftet ist, Bezug. Die Käufer tragen die Kosten der amtlichen Vermessung je zur Hälfte. Sie erteilen hiermit Herrn Weber vom Notariat ......Vollmacht, auch für ihre Erben, sie bei der Auflassung zu vertreten und alle Erklärungen, Bewilligungen und Anträge abzugeben, die im Zuge der Auflassung und des Fortführungsnachweises erforderlich sind.“

Der Notar klärt auf.

Antwort
von blackleather,

allerdings ist das Grundstück für zwei Häuser gedacht.

Soll damit ein ungeteiltes und unbebautes Grundstück gemeint sein?

dass es nur einen Kaufvertrag für das Gebäude gibt,

Was für ein Gebäude? Ich denke, ihr wollt erst noch bauen?

garantiert wird, dass beide Käuferparteien nach dem Kauf sofort an Ihre Pflichten gebunden sind?

An welche Pflichten denkst du dabei?


Ich gebe zu bedenken, dass - wenn es sich wirklich um ein ungeteiltes Grundstück handelt und 2 Käuferparteien dasselbe erwerben - beide Käuferparteien automatisch eine Bruchteilsgemeinschaft bilden. Das bleiben sie auch, solange das Grundstück nicht geteilt wird.

Werden auf dem ungeteilten und im Eigentum der Bruchteilsgemeinschaft befindlichen Grundstück dann Häuser gebaut, gehören diese ebenfalls in vollem Umfang der Bruchteilsgemeinschaft bzw. allen daran Beteiligten quotal.

Beispiel: Ehepaar A/B und Ehepaar C/D kaufen zusammen ein ungeteiltes Grundstück. Jetzt bauen A/B ein Haus (Haus 1) für 80.000 € und C/D eins (Haus 2) für 150.000 €.

Ergebnis: Von dem billigeren Haus (1) gehören A, B, C und D jeweils 20.000 € und von dem teureren Haus (2) gehören A, B, C und D jeweils 37.500 €. A und B könnten zu C und D beispielsweise nicht sagen, Haus 1 gehöre ihnen allein und C/D hätten damit nichts zu tun. Umgekehrt könnten C/D A/B nicht aus dem Haus (2) jagen, weil denen das ja ebenfalls anteilig gehört. Und schließlich hätten A/B an C/D auch noch 70.000 € Wertausgleich zu zahlen, weil C/D ja insoweit mit höheren Baukosten zum gemeinsamen Wohlstand beigetragen haben.

Antwort
von Rat2010,

Die Frage wäre, ob es irgendeinene Haken gibt, welcher die Teilung des Grundstücks verhindert denn die Umstände und Kostne sind deutlich größer, wenn der Verkäufer in einem Vertrag verkauft.

Das mit dem Haken bei der Bebaubarkeit oder sonstwas solltet ihr vorab bei der Gemeinde abklären.

Wenn es sich wirklich um ein Grundstück - also bisher eine ungeteilte Flurnummer handelt, die vor dem Verkauf auch nicht geteilt weden soll, dürfte der einfachste Weg sein, dass ihr mit dme anderen Käufer eine GbR, also die denkbar einfachste aller Gemeinschaften gründet, die zum Zweck des Kaufs un der Teilung des Grundstücks gegründet wird, die das Grundstück kauft und beim Notar aufteilt.

Nach der schon vorher fest vereinbarten Aufteilung wird sie wieder beendet.

Was euch wichtig ist, sollte schriftlich zwischen euch beiden Käufern fixiert sein.

Wichtig ist, dass das mit der Aufteilung und der Baugenehmigung auch klappt. Ein bauenschlauer Verkäufer kann euch auch schnell mal über den Tisch ziehen.

Kommentar von hildefeuer ,

ja toll und die Gbr muss dann erst bei der Steuer gemeldet werden und und und 2x Grunderwerbsteuer gezahlt werden und zusätzlich ein Steuerberater bezahlt werden,der das steuerlich begleitet.

Antwort
von TopJob,

Also hier ist es durchaus möglich einen Vorvertrag mit der anderen Partei zu machen. Jedoch solltet ihr beachten, dass durch diesen zweimaligen Verkauf auch zwei Mal (oder zumindest 1, 5 Mal) Notarkosten und Grunderwerbssteuer anfallen!

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