Frage von gudrunw, 1.509

Wie lang muß man Arbeit einer fehlenden Kollegin mitmachen bis man Anspruch auf mehr Geld hat?

In der Firma meines Partners ist eine Mitarbeiterin schwanger,wird aber erst nach erfolgter Entbindung ersetzt. Die Mehrarbeit wird nun an meinem Partner übertragen-was mich stört. Kann er dafür vorübergehend mehr Geld verlangen? Er muß ja auch mehr als vereinbart leisten?

Antwort
von Primus, 1.509

Meist wird es in den Firmen doch so geregelt, dass bei Ausfall eines Mitarbeiters Überstunden für die Kollegen anfallen, die entweder bezahlt oder mit Freizeit abgeglichen werden.

Denn so wie EB schon schreibt, wäre die Kollegin ja überflüssig, wenn andere Kollegen die Mehrarbeit in unveränderter Arbeitszeit erledigen könnten.

Da die schwangere Kollegin also 6 Wochen vor der Entbindung ausfällt und in dieser Zeit nicht ersetzt wird, bekommt Dein Partner doch eine Vergütung für die Mehrarbeit.

Also steht eigentlich die Frage nach vorübergehender Lohnerhöhung gar nicht an.

Antwort
von kapitalist, 1.508

manchmal werden solche Stellen gar nicht mehr nachbesetzt-schon mal darüber nachgedacht-der Chef ist nicht in der Pflicht, Stellen nachzubesetzen! Der Rest ist Verhandlungssache mit dem Chef, aber immer schön sachlich bleiben

Antwort
von ellaluise, 1.216

In dem Betrieb, in dem ich vor Urzeit meine Ausbildung absolviert habe, wurde es in der Personalabteilung folgendermassen gehandhabt:

Besetzt mit 3 Personen, sobald eine Person krank war/nicht da war, haben die übrigen Personen Überstunden gemacht. Wohl bezahlt, nehme ich an.

Keinesfalls haben die 2 Personen die Arbeit für 3 Personen innerhalb der normalen Arbeitszeit "geschafft".

Antwort
von Tina34, 1.317

nö warum sollte er mehr Geld bekommen? Mit Sicherheit ist im Arbeitsvertrag geregelt das er auch andere Tätigkeiten übernehmen muß. Anders sieht es aus wenn er jetzt viele Überstunden machen müsste, da sollte er, wenn nichts geregelt, mit dem Arbeitgeber sprechen wie das laufen soll.

Antwort
von Privatier59, 996

Der Arbeitnehmer muß eine bestimmte Zahl von Arbeitsstunden erbringen, nicht mehr und nicht weniger. Davon, dass nun Überstunden zu leisten sind, wird aber nichts geschrieben. Dann hat er Pech gehabt. Hoffentlich macht es den Arbeitgeber nicht nachdenklich, dass ein Arbeitnehmer durchaus die Arbeit von zwei erbringen kann oder könnte, wenn er denn will. Das könnte gut dazu führen, dass einer von den beiden demnächst doppeltes Pensum hat und zwar dauerhaft.

Antwort
von freelance, 954

Kann er dafür vorübergehend mehr Geld verlangen?

das kommt auf seinen Vertrag, den Gesamtkontext, den individuellen Vereinbarungen, der tariflichen Zugehörigkeit, den Betriebsvereinbarungen etc. an.

Beispiele könnten sein:

  • Wenn er einen Vertrag hat, in dem steht, dass seine Überstunden abgegolten sind, dann nein. Das ist üblich bei Führungskräften.
  • Wenn im Betrieb vereinbart ist, das es Stundenkonten gibt, auf dem Überstunden auflaufen bis zur Höhe x, darüber bezahlt wird oder Überstunden abgebaut werden können, dann vielleicht
  • wenn es einen Tarifvertrag gibt, der eine Maximalzahl von Stunden zulässt und weiteres regelt, dann vielleicht
  • etc. etc.

Dein Mann sollte nach Regelungen suchen - oder wenn es keine gibt, dann eine individuelle Vereinbarung treffen. Wenn sein Ziel ist, mehr zu verdienen, dann sollte er eine Zahlung verhandeln. Wenn ihm Freizeitausgleich lieber ist, dann sollte er das verhandeln.

Regelungen hierfür gibt es keine pauschalen oder gesetzlichen - das kann sich ja Nahles noch ans Bein binden.

Antwort
von blnsteglitz, 787

Nö - dafür gibt es nicht mehr Geld.

Warum auch? Was er nicht schafft bleibt liegen und wird am nächsten Tag erledigt - fallen deutlich mehr Überstunden an kann/sollte er das Gespäch mit dem Chef suchen um gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.

Antwort
von althaus, 803

Sowas nennt man Rationalisierung. Hierbei hast Du kein Recht mehr Geld für mehr Arbeit zu verlangen. Wir waren mal eine Gruppe von 8 Leuten. Innerhalb von 3 Jahren wurde die Gruppe auf 2 Leute rationalisiert, die die gleiche Arbeit machen wie zuvor 8. Einen Anspruch auf mehr Geld hatten wir nicht. Wir waren aber dafür so effizient, daß es dafür mehr Bonus am Jahresende gab. Auf Dauer bringt das viele Geld aber auch nichts, denn sowas geht auf die Gesundheit. Die Frage ist also, will man überhaupt noch unter diesen Bedingungen arbeiten. Arbeitsverweigerung führt zur Entlassung, bleibt also nur das Unternehmen zu wechseln oder es zu dulden. Bei Beamten kann man über eine neue Stellenbeschreibung reden, die durch das mehr an Arbeit oder Verantwortung zu einer höheren Stellenbewertung und dadurch zu mehr Geld führen kann, muss aber nicht.

Antwort
von EnnoBecker, 664

Ich kann weder die Frage noch die bisher gegebenen Antworten vollständig nachvollziehen.

Denn wenn es möglich ist, dass die vorhandene Arbeit nicht durch x Personen erledigt wird, sondern durch x-1 Personen, dann bedeutet dies, dass diese eine Person von vornherein zuviel war im Unternehmen. Oder sehe ich da etwas falsch?

Und wenn das nicht möglich ist, können auch x-1 Personen die Arbeit nicht schaffen.

Bereits diese Position wäre für mich doch ein Aufhänger für eine entsprechende Gehaltsverhandlung.

Oder habe ich etwas übersehen?

Kommentar von blnsteglitz ,

Oder habe ich etwas übersehen

Das wahre Leben eines Betriebes / einer großen Firma/ einer sehr großen Firma......... u.a.m.

Kommentar von EnnoBecker ,

Das ist doch aber das Problem:

Wenn in einer Firma/Abteilung 5 Leute Arbeiten, dann muss bei Wegfall jeder der Übriggeblieben 125% arbeiten, oder?

Da das aber nicht geht, bedeutet das, dass jeder vorher nur 80% geleistet hat. Welcher Chef stellt auf dieser Basis Leute ein?

Kommentar von blnsteglitz ,

dann muss bei Wegfall jeder der Übriggeblieben 125% arbeiten, oder?

So isses - und in der heutigen Zeit wird das auch so gemacht - wir mussten über Monate 2 kranke Kolleginnen vertreten.... Meinste das hat einen interessiert? Wir haben das natürlich nicht geschafft - wie denn auch? Nur gehören wir noch zur Generation - die es zumindest versucht haben - auch wenn wir anschließend auf dem Zahnfleisch gekrochen sind ....

Das Problem heut ist doch: Es wird so auf knirsch eingestellt - überall- dass bei Krankheit/Urlaub usw. der Rest der Belegschaft eben besagte 125% oder mehr arbeiten muss.

Kommentar von EnnoBecker ,

Abgesehen davon, dass bei mir am Ende des Minats auch immer noch Arbeit übrigbleibt, die eigentlich schon lange erledigt sein sollte, komme ich aber um das eine Problem nicht drumherum:

Warum wurde dann die in meinem Beispiel fünfte Person überhaupt erst eingestellt?

Kommentar von blnsteglitz ,

Ich kann dir fast garantieren, dass selbst für 5 Personen die zu leistende Arbeit bereits am obersten Rand der Machbarkeit ist...... und eigentlich müssten es 6 sein - (diese Zeit hatten wir mal - weit vor 1989).

Beispiel: Die Arbeit die wir machen wurde vor 12 Jahren mit 7,5 Stellen geschafft. Danach mit 6,5 - so gerade . Mittlerweile ist es noch mehr geworden (die Arbeit ) und heute müssen das 4,75 Stellen bewältigen. Argument der GF: Flexibel sein- Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden- Prioritäten setzen - moderne Bürokommunikation nutzen usw. usw.

Ich bin froh dass ich die ATZ -PassivPhase erreicht habe und nicht mehr am Rad drehen muss.

Kommentar von EnnoBecker ,

Also es dürfte wohl unstrittig sein, dass man 10 Seiten Brief in 20facher Kopie heute mit weniger manpower erzeugen kann als vor 1989 - die Reduktion von Arbeitskräften durch technischen Fortschritt ist aus meiner Sicht logisch. Auch dass ganze Berufsgruppen entfallen oder stark zurückgedrängt werden (Stellmacher, Hufschmied....), ist nachvollziehbar.

Leute, die früher Stellmacher waren, sind heute eben Mechatroniker. Das Leben kann sich nur entwickeln, wenn man sich anpasst.

Aber genau diesen Fall haben wir hier nicht. Die bloße Umverteilung von Arbeit auf weniger Schultern ist blanker Kapitalismus und dafür habe ich leider sehr wenig Verständnis.

Kommentar von blnsteglitz ,

ist blanker Kapitalismus und dafür habe ich leider sehr wenig Verständnis.

Habe ich irgendwo geschrieben, dass ich dafür Verständnis habe?

Da bin ich uneingeschränkt deiner Meinung.

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