Gestern tauchte in meinem Browser ein Werbefenster auf mit dem Spruch: Steuern sparen durch Immobilieninvestment! oder so ähnlich. Kann ich wirklich Steuern sparen, wenn ich mein Geld statt auf ein Tagesgeldkonto oder in einen Anlagefonds in Immobilien stecke? Wie wirkt sich das aus? Und lohnt sich das auch für kleine Leute? Danke.

Es st eine Entscheidung, die gut überlegt werden will.
Es geht um vermietete Immobilien.
Beispiel (SZahlen sind Beispielzahlen)
Man kauf eine Wohnung für 100.000,- 80 % Finanzierung. Zinsen jährlich 4.000,-. tilgung am Anfang 1,600,-
Miete sind sagen wird ebenso hoch wie die Annuität für das Darlehn also 5.600,-.
Auf den Gebäude anteil hat man Abschreibungen.
Insgesamt etwa ein Nullsummenspiel.
man geht nun davon aus, das die Miete udn damit auch der Wert der Immobilie mit dem gesamten Preisniveau steigt.
In 10 jahren nach Ablauf der Spekulationsfrist ist die Miete (bei 1,5 % Steigerung pro Jahr im Schnitt) bei 6.500 pro Jahr.
Der Wert sollte dann auf 116.000 gestiegen sein. Diese 16.000 Steigerung könnte man dann steuerfrei kassieren.
ggf. kann man sogar in der Haltenzeit auch ncoh steuerliche Verluste geltend machen und damit sogar noch Einkommensteuer sparen.
Interessant, aber man hat eben auch ggf. den Ärger mit den Mietern
Richtig, Steuersparmodelle sind umso schöner, je höher der Szeuersatz ist. Ich hatte schon einige Mandanten, die ich aus dubiosen Immobilien-Deals rausgeboxt habe, weil sie sich von Anfang an nicht für sie gerechnet haben.
Aber generell kann es sich auch für Leute mit Steuersatz 30% rechnen, kommt aber auf die Anlage an.
Und, wie immer bei Immobilien, auf die LAGE, LAGE, LAGE! Nicht von Zahlen blenden lassen, selbst nachforschen! Oder Profis fragen!
Ich denke das zielt auf Denkmalimmobilien ab. Das kann interessant sein, hängt aber natürlich sehr vom eigenen steuerlichen Background ab.
Natürlich lohnt es sich für die "kleinen Leute" nicht - ganz im Gegenteil!
Steuerersparnisse ergeben sich in interessanter Grössenordnung erst, wenn eine relativ hohe Progressionsstufe erreicht ist.
Das Risiko, beispielsweise durch Mietnomaden auf erheblichen Kosten hängen zu bleiben, kann die Otto Normalverbraucher-Existenz schnell bedrohen.

Der BVI sagt dazu folgendes:
Welche Auswirkungen hat die Abgeltungsteuer auf Offene Immobilienfonds? Die Anlage in Offenen Immobilienfonds unterliegt wie jede andere Fondsart der Abgeltungsteuer. Diese Fonds investieren vor allem in gewerblich genutzte Immobilien. Inländische Mieterträge des Fonds unterliegen künftig der Abgeltungsteuer. Ausländische Mieterträge werden in der Regel im Ausland besteuert und in Deutschland steuerfrei gestellt. Sollte eine Immobilie im Ausland verkauft werden, so erfolgt ebenfalls regelmäßig eine Besteuerung des Gewinns im Ausland und die Steuerfreistellung in Deutschland. Diese steuerfreien Erträge unterliegen nicht mehr dem so genannten „Progressionsvorbehalt“, d.h. sie wirken sich auch nicht auf den persönlichen Steuersatz aus. Realisierte Gewinne aus der Veräußerung von deutschen Immobilien können, sofern die jeweilige Immobilie länger als zehn Jahre im Fonds gehalten wurde, zudem steuerfrei an den Anleger ausgeschüttet werden.
Die Frage, ob es sich steuerlich lohnt kann man erst beantworten, wenn man eine konkrete Berechnung durchgeführt hat. Hierzu braucht man den letzten Steuerbescheid.
Diese Mätzchen lohnen erst mal für die Initiatoren, für Anleger nur bei Höchstprogression...
wolfi0410 am 30. Juni 2009 09:47 Quark. Keine Ahnung!
Vielen Dank für den sachlichen Kommentar. Wir müssen wohl noch rechnen üben - wer eine Immobilie kauft nur um Steuern wirklich und dauerhaft zu SPAREN muss die Höchstprogression haben sonst rechnet sich diese Investitioni noch nicht mal aus Sicht des Steuerzahlers. Das ändert nichts daran, dass 10tausenden Steuersparimmobilien eingeredet wurden, die sie niemals wirklich brauchten. Und oft genug gingen die Investments aus vielen Gründen daneben, wegen Missmanagement, Insolvenzen, miese Standorte, Konzeptionsfehler usw. Das gilt auch für andere Steuesparhits.