Frage von Cohiba, 26

Wie kann man Aktien absichern

Ich habe ein kleines Aktiendepot und möchte nun wissen was ich tun kann um dieses gegen zu starke Kursschwankung abzusichern.

Antwort
von gandalf94305, 26

Da gibt es verschiedene Wege:

  • Diversifikation mit ETF: anstelle Aktien zu kaufen, kauft man Teilmärkte. Beispielsweise würde man nicht eine Telekom-Aktie kaufen, sondern einen ETF auf den globalen Telco-Markt. Keine südafrikanischen Minenaktien, sondern einen ETF auf Südafrika. Welche Positionen hier wie generalisiert werden können, muß man sich genau überlegen. Jedenfalls wird man dadurch deutlich robuster gegen Kursrückschläge bei einzelnen Werten.

  • Diversifikation über Aktienmärkte: damit schwanken zwar einzelne Aktien im Wert, aber das Portfolio an sich bleibt stabiler. Solange nicht die Aktienmärkte global von einer Schwäche betroffen sind, wird eine Verteilung über mehrere Anlageregionen schon helfen.

  • Diversifikation über Anlageklassen: wenn die Aktienmärkte z.B. aufgrund einer steigenden Risikoaversion institutioneller Anleger einen Kursrückgang verzeichnen, ist die Frage natürlich, wo das Geld hin geht. Daher wird man auch über Anlageklassen diversifizieren, d.h. Anleihen, Immobilien, Rohstoffe und andere im Portfolio in einer sinnvollen Mischung halten.

  • Passive Absicherung gegen Verluste: durch Stop-Loss oder Trailing Stop-Loss Orders lassen sich Verluste begrenzen. Man setzt beispielsweise bei -15% ein Limit, unterhalb dessen Aktien verkauft werden. Man kann das auch mental setzen, so daß bei einem bestimmten Verlust Aktienpositionen zum Verkauf gestellt werden. Nachteil: gibt es nur einen kurzen Rückgang und dann wieder einen Anstieg bzw. hat man die Limits zu eng gesetzt, dann verkauft man zu früh und verpaßt die Chance für einen raschen Wiedereinstieg. Das kostet dann effektiv Performance.

  • Hebelprodukte: über Put-Optionsscheine lassen sich Positionen absichern (protective put). Das kostet jedoch eine gewisse Prämie und gerade in Seitwärtsmärkten ist dies ungünstig, wenn das Ereignis eines heftigen Kursrückschlags nicht eintritt.

  • Short-Faktorzertifikate: damit lassen sich in Kursrückgängen überproportional Gewinne erzielen, man muß jedoch auch wieder rechtzeitig verkaufen, um nicht die Gewinne wieder zu verlieren. Das würde z.B. über Trailing-Stops erfolgen. Der Handel an der Börse kostet jedoch pro Transaktion i.d.R. um die 0,25%, d.h. wenn die Abweichung insgesamt weniger als 0,5% beträgt, verliert man auch hier.

  • Discount-Zertifikate: durch einen Puffer kann man in Seitwärtsmärkten dennoch Renditen erzielen und ist durch den Discount-Abstand in einem gewissen Bereich vor Verlusten geschützt. Auch hier muß man jedoch klar beobachten und ggf. vorzeitig die Zertifikate verkaufen, um sich vor weitergehenden Verlusten zu schützen.

  • Optionsstrategie: schließlich gibt es für kurz- bis mittelfristige Investments noch die Möglichkeit, anstelle der Aktien Optionen auf diese zu kaufen. Damit ist der Kapitaleinsatz (und auch die Verlustmöglichkeit) geringer, man kann kann jedoch an der Entwicklung weiterhin partizipieren. Dafür muß man eine gewisse Prämie zahlen.

Es gibt noch eine weitere Klasse von Absicherungsstrategien, die jedoch Privatanlegern nicht offen stehen, da sie den Verkauf von Optionsscheinen bzw. das Eingehen von Short-Positionen erfordern.

Für harmlose Privatanleger empfiehlt sich i.d.R. eine starke Diversifikation ggf. in Kombination mit Trailing Stop-Loss Orders. Weiterhin sollte man bedenken, daß auf Kursrückgänge in Märkten typischerweise Kurserholungen folgen. Man könnte also die Tiefs für einen Nachkauf nutzen, um Positionen aufzustocken und an der Erholung stärker zu partizipieren.

Es gibt keine perfekte Strategie, sonst würde alle sie anwenden und dann würde sie eben nicht mehr funktionieren. Daher bleibt Dir nur die individuelle Wahl und Bewertung der Vorgehensweisen.

Antwort
von schnellereuro, 15

Reverse Bonus Zertifikate sind eine Möglichkeit. Passende Kandidaten für den DAX bei http://zertifikate.finanztreff.de/dvt_suche.htn?ansicht=basis&basiswert=dax&...

Antwort
von Sobeyda, 22

Du musst ein entsprechendes Gegengeschäft eingehen, also z. B. Put-Optionen kaufen, oder einen passenden Swap oder einen Future. Alles Sachen mit denen man aber auch viel Geld verlieren kann, wenn man sich nicht auskennt.

Ich hatte damals als Aktienneuling anno 2000 als der Neue Markt zusammenbrach zum Glück auf einen Freund gehört, der mir gesagt hatte, dass ich einen Stop-Loss setzen soll. Dann werden die Aktien automatisch verkauft, wenn der Kurs darunter fällt. Man muss das allerdings diszipliniert machen: wenn der Kurs steigt, den Stop-Loss-Kurs nach oben nachziehen und wenn der Krus fällt, nicht auf einmal den Stop-Loss-Kurs weiter nach unten verschieben, weil man doch nicht verkaufen möchte.

Jedenfalls hatte ich so gut wie keine Aktien mehr, als der Neue Markt wirklich zusammengebrochen ist und bis so glimpflich davon gekommen.

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