Frage von hallihallo123, 102

Wie kann ich Schenkungssteuer zeitlich umgehen, da ich bis Juli 2016 noch Schülerin war und noch keinen Ausbildungsplatz habe?

Hallo Leute,

es geht um folgendes, mir wurde damals ein Haus geschenkt ( da ich damals noch Minderjährig war, wurde das Haus auf meinen Bruder überschrieben ) als ich Volljährig wurde, wurde das Haus auf mich überschrieben. Nun verlangt das Finanzamt von mir Schenkungssteuern. Da ich aber bis Juli 2016 noch Schülerin war und keinerlei Einkommen habe, da ich bislang noch keinen Ausbildungsplatz habe, weiß ich nicht wie ich dies genau umgehen kann. Gibt es da bestimmte Regelungen? Leider habe ich im Internet nichts genaues dazu gefunden, da ich ja wirklich über keinerlei Einkommen verfüge. Ich weiß dass man dies Stunden lassen kann, aber muss ich da irgendetwas beachten? Es wäre super lieb wenn mir irgendjemand hierzu behilftlich sein könnte. Danke schonmal im vorraus!

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Finanzamt, 48

DEin Sachverhalt gibt zu wenig her. Es könnte sogar fehlerhaft sein, dass Du zahlen sollst.

Das Haus wurde Dir geschenkt, als Du noch minderjährig warst. Von wem? Eigentlich war damals die Schenkungssteuer fällig.

Das Haus wurde auf Deinen Bruder eingetragen? Warum, war eigentlich unnötig, denn auch als Minderjährige hättest Du ein Haus haben dürfen. War es belastet? Ist/war es vermietet? Durch Wohnrecht, oder Nießbrauch belastet?

Nun wird die Umschreibung anscheinend als Schekung von Deinem Bruder gewertet, was Steuern auslöst, weil der Steuerfreibetrag ggf. geringer ist.

Wie sah die Schenkungsurkunde seinerzeit aus. Stand darin, dass Dein Bruder es zuerst bekommt und an Dich weitergeben soll.

Möglicherweise wurde damals ohne entsprechende Beratung gehandelt. 

Kommentar von hallihallo123 ,

Das Haus wurde mir von meinem Bruder geschenkt. Zuerst wurde es auf meinen Bruder eingetragen, als ich Volljährig wurde auf mich. Nein, das Haus war weder belastet noch vermietet, da es ein sehr altes Haus ist und kaum bewohnbar ist. Genau, in der Schenkungsurkunde steht dass mein Bruder es zuerst bekam, dann ich. Ja, das stimmt. Damals wurde über meinen Kopf hinaus entschieden, da verstand ich noch nicht wirklich was auf mich zukommen wird.

Meine Frage, ich würde den Betrag gerne Stunden lassen. Muss ich dabei etwas beachten, da ich wie gesagt noch kein eigenes Geld verdiene?

Kommentar von EnnoWarMal ,

Möglicherweise wurde damals ohne entsprechende Beratung gehandelt.

So sieht es jedenfalls aus.  Offenbar wurde das Haus zuerst dem Bruder geschenkt - wenn es von den Eltern kam, ist wegen der hohen Freibeträge dabei keine Schenkungsteuer angefallen. Das ist natürlich hochgradig bescheuert, wenn eigentlich die Schwester die Beschenkte werden sollte, da der Freibetrag von Bruder zu Schwester nun mal nicht so üppig ist.

Man hätte damals einfach warten sollen, bis sie volljährig ist, wenn man sich den Aufwand mit der familiengerichtlichen Genehmigung sparen will.

Das hätte aber auch der Notar wissen müssen. Hier ist m.E. zu prüfen, inwieweit der haftbar gemacht werden kann für den Steuerschaden.

Kommentar von wfwbinder ,

Messerscharf erkannt, Hercule Poirot des Steuerrechts.

Man hätte es dem Mädchen auch übertragen können und den Bruder zum Verwalter einsetzen.

Dem Notar sollte man seine Zulassung entziehen, oder nur noch Beglaubigungen machen lassen.

Kommentar von hallihallo123 ,

Meine Frage, ich würde den Betrag gerne Stunden lassen. Muss ich dabei
etwas beachten, da ich wie gesagt noch kein eigenes Geld verdiene?

Kommentar von wfwbinder ,

Das wird ein Problem, weil Du ja auch keine Raten zahlen kannst.

Es müsste der komplette Betrag auf Jahre gestundet werden. Da sehe ich schlechte Chancen. Da wirst du ggf. verkaufen müssen.

Antwort
von blackleather, 65

weiß ich nicht wie ich dies genau umgehen kann

Die Folgen eines steuerlich erheblichen Sachverhalts kann man nur "umgehen", bevor er verwirklicht ist; anderenfalls löst er ja eben diese Folgen automatisch aus.

So, wie du den Fall beschreibst, sind ja alle relevanten Aspekte bereits abgeschlossen und Realität. Es gibt also nichts mehr, was noch beeinflusst werden könnte; allenfalls kannst du noch die korrekte Ermittlung der Schenkungsteuer (z.B. durch Vergleich des Steuerwertes mit dem Verkehrswert des Objekts) überprüfen.

Da du Eigentümer der Immobilie bist, dürfte es wohl auch kein Problem sein, diese entsprechend zu beleihen, um das Geld für die Schenkungsteuer aufzutreiben. Auch nach deren Zahlung wirst du immer noch reicher sein als vor der Schenkung.

Kommentar von hallihallo123 ,

Da das Objekt Altbau ist und bisher noch nichts an dem Haus gemacht wurde kann ich das leider erstmal vergessen.

Aber trotzdem vielen Dank!

Kommentar von LittleArrow ,

blackleather, mangels eigenem Einkommen wird sie keinen Immobiliarkredit bekommen. Ein Haus als Grundpfand reicht seit März 2016 nicht mehr.

Antwort
von Privatier59, 70

Das Einkommen des Beschenkten ist völlig unerheblich. Es geht ja bei der Schenkungsteuer nicht um Einkommen sondern um übertragenes Vermögen.

Auch wenn es Geld kostet solltest Du besser einen Steuerberater beauftragen. Zwar bist Du grundsätzlich zur Zahlung von Schenkungsteuer verpflichtet, aber bei der Höhe verrechnet sich das Finanzamt ganz gerne zu seinen Gunsten.

Kommentar von Juergen010 ,

Wie so häufig kommt auch hier die Erkenntnis zu spät, dass man seinerzeit einen Steuerberater hätte fragen sollen.

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