Frage von weinfreund, 1

Wie kann man sein sauer verdientes Geld auf Sparkonten vor der Steuer beschützen?

Wir haben 2008 Aktien gekauft, die nun wirklich gut gestiegen sind. Da wir wieder sicherheitsbewusster anlegen möchten, denken wir über Verkauf nach-dann fällt aber das Finanzamt über die Gewinne her mit 25 % + Soli- das gefällt mir gar nicht. Wie würde es aussehen, wenn wir die Aktien an die Tochter übertragen-ginge das ohne dass dann Steuern fällig werden? Was gilt hier zu beachten-Meldung ans Finanzamt da Schenkung?

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Frei123, 1

der Verkauf der Aktien ist genau zu überlegen, denn Gewinne aus Anlagen, die vor 2009 gekauft wurden, können steuerfrei eingestrichen werden.

Eine Umschichtung auf Sparkonten kann man als sicherheitsbewusst erachten, ich jedoch sehe es eher als Geldvernichtung. Nach Steuern wird sich das Vermögen verringern.

Zu eurem Vorgehen: wenn die Schenkung kein reines steuerliches Konstrukt ist, dann spricht nichts dagegen. Die Tochter hat auch den Sparerpauschbetrag. Und der kommt bei einer Schenkung mit dazu.

Die Schenkung an die Tochter ist bis zu 400.000 Euro steuerfrei.

Expertenantwort
von gandalf94305, Community-Experte für Steuern,

Sparkonten sind Unsinn. Man kann dort Geld nicht vor der Inflation schützen... und die schlägt zu, ob nun Gewinne oder Verluste mit der Anlage gemacht werden. Sollten es Gewinne sein, dann gibt es natürlich auch noch die steuerlichen Effekte.

Daher: eine sinnvolle Anlage zur langfristigen Bewahrung der Kaufkraft eines Vermögens erfolgt über Aktien bzw. Aktienfonds, ggf. mit Beimischungen anderer Assetklassen, um durch eine höhere Diversifikation defensiver zu werden.

Die Übertragung von Aktienpositionen an die Kinder sind kein Problem, da die Freibeträge für Schenkungen an Kinder recht hoch sind. Er liegt bei 400.000 EUR je Elternteil. Die Bank sollte den Depotauftrag erhalten mit dem Hinweis, daß es sich um eine Schenkung handelt. Allerdings ist der Übertrag mit Gläubigerwechsel abgeltungssteuerpflichtig. Du wirst also in der Tat Steuern zahlen müssen, denn die Steuern werden vom Schenker eingetrieben :-)

Zur Optimierung der Steuerlage wären also zunächst mal Depotpositionen zu prüfen, die im Verlust stehen. Durch Verkauf/Kauf kann man Verluste realisieren, die dann zur Minderung des zu versteuernden Gewinns führen. Der Gewinn wird erst nachgelagert besteuert. Ebenso wäre es möglich, Fonds mit Zwischengewinnanteilen zu kaufen, die für eine Befüllung des Verlustverrechnungstopfes führen. Auch hier würde eine Besteuerung von Gewinnen in gleicher Höhe dann nachgelagert erst stattfinden.

So einfach ist die Sache mit der Steuerevasion nicht :-)

Kommentar von Privatier59 ,

Allerdings ist der Übertrag mit Gläubigerwechsel abgeltungssteuerpflichtig.

Das gilt aber bei einer Schenkung doch gerade nicht....

Kommentar von gandalf94305 ,

Oops. Da ist mir wohl ein Lapsus passiert. Der Satz sollte nicht heißen "Allerdings...abgeltungssteuerpflichtig", sondern "Ansonsten...abgeltungssteuerpflichtig".

Antwort
von Meandor,

Die Schenkung an die Tochter macht die Tochter zur Rechtsnachfolgerin. Wenn diese die Aktien verkauft, fällt genau der gleiche Gewinn an.

Zudem habt ihr die Aktien 2008 erworben. Für diese Aktien gilt altes Recht und ab einer Haltedauer von mehr als zwölf Monaten sind die Gewinn nicht mehr steuerbar.

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