Frage von guliver12, 6

Wie ist die Aussage eines Freundes zu bewerten?"Die Börsen kennen langfristig nur den Weg nach oben"

Ein Freund von mir meinte, dass bei regelmäßigen Sparen in Aktienfonds langfristig nur ein sehr niedriges Verlustrisiko besteht. Er sagt - Die Börsen kennen langfristig nur einen Weg - nach Oben. Was ist von einer solchen Aussage zu halten. Bei einer Anlagedauer von 15 Jahren und einer guten Fondsauswahl halte er das Risiko eines Verlustes für sehr gering bis gar nicht vorhanden? Oftmals kommt es zum Börsencrash - Wieso dann solche Aussagen. Speziell ging es um Altersvorsorge. Bei 45 Jahren bis zur Rente kann man ruhig und ohne große Bedenken in offensive Fonds investieren. Stimmt das so?

Antwort
von Finanzschlumpf, 3

Grundsätzlich stimme ich dem zu. Es bleibt natürlich ein Restrisiko, und das ist nicht ein Crash, der nach 2-3 Jahren wieder vollständig ausgemerzt ist, sondern eine Grundlegende Änderung der Gesellschaft.

Sicher , höchst unwahrscheinlich, aber wenn es eintritt eben dahingend folgenschwer, dass sich die Aktien vom dem Kursrückgang um 40, 50 oder gar 70 % dann nicht mehr erholen.

Zur tiefergehenden Analyse, wie Menschen solche ganz seltenen Dinge einschätzen können ( nämlich garnicht ) und warum gerade deshalb solche Dinge immer mehr Schaden anrichten als eigentlich sein müsste empfehle ich "Der Schwarze Schwan" von Nassim Taleb.

Antwort
von Kevin1905, 3

Die Börsen kennen langfristig nur den Weg nach oben"

Dass über einen Anlagezeitraum ein Aktien- bzw. entsprechendes Fondsinvestment renditetechnisch kaum zu schlagen ist durch andere Anlageformen und auch Bärenmärkte durchaus ausgeglichen werden.

Natürlich immer bedenken, dass eine vergangene Performance niemals ein 100% Indikator für die Zukunft ist. Niemand kann sie voraussehen, kein Investtor, Broker, Spekulant oder Börsenmagazin.

Kommentar von Mikkey ,

Investtor

Absicht?

Expertenantwort
von gandalf94305, Community-Experte für Fonds, 5

Besorge Dir das Buch von Bernd Niquet: Keine Angst vor dem nächsten Crash. Wohl derzeit nur antiquarisch zu haben.

Aktien sind eine Partizipation an Unternehmen, d.h. deren wirtschaftlichem Erfolg. Gibt es Innovationen, eröffnen sich neue Märkte oder Zielgruppen. Gibt es Kundentrends, fördert das bestimmte Unternehmen mehr als andere. Gibt es verschiedene Phasen der Konjunktur, so beflügelt das mal die einen, mal die anderen Branchen. Wiederum weitere Branchen sind recht konjunkturneutral. Insbesondere ist  jedoch damit auch klar, daß wenn sich Preise von Produkten und Dienstleistungen erhöhen, dieser Inflationsbeitrag auch in den Aktienkursen reflektiert wird. Ein wohlsortiertes Aktienportfolio "schwimmt" also auf der Welle der Inflation langsam nach oben. Sorgt man durch eine geeignete Auswahl von Aktien für einen Ertrag, der die Inflation nicht nur ausgleicht, sondern durch eine Investition schwerpunktmäßig in Gewinner, Innovatoren und Marktführer sogar eine Überrendite erreicht, hat man ein Instrument, das langfristig gewinnen wird.

Natürlich gibt es Crashes und Ereignisse, die bestimmte Branchen, Regionen oder einzelne Unternehmen mehr oder weniger treffen. Einzelrisiken wird man jedoch durch Diversifikation minimieren, während Volatilitätsrisiken durch die langfristige Mittelung über eine zeitlich verteilte Kette von Investments reduziert werden. Auf jeden Crash folgt irgendwo eine Erholung.

Es gibt Untersuchungen, die zeigen, daß auf einen Anlagehorizont von 15+ Jahren ein gut diversifiziertes Aktieninvestment auf jeden Fall die beste Anlageform ist, wenn man relativ risikoarm investieren will. Die festzustellende Volatilität ist sogar Dein Freund, denn in Tiefphasen jammert man nicht über die schlechten Kurse, sondern hofft, daß sie noch etwas schlechter werden, damit man endlich gut nachkaufen kann :-)

Daher ist gerade in jungen Jahren ein Aktieninvestment sehr sinnvoll, denn wenn irgendwo auf dem Weg ein Crash zu finden ist, sollte man einfach solide Positionen aufstocken.

Das "bedenkenlos in offene Fonds investieren" darf man nicht so verstehen, daß die Fondsauswahl keine Rolle spielt. Im Gegenteil: sie ist entscheidend für den Anlageerfolg. Offensiv bedeutet in diesem Fall, daß man primär oder vollständig in Aktien investiert.

Kommentar von gandalf94305 ,

Zur Rückfrage: ja, das ist auch der Grund, warum der Goldpreis sicher irgendwann die 3.000 USD/oz. erreichen wird, denn die 3.000 USD sind dann zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich inflationsbedingt so viel wert wie heute die 1.200 USD. Also in ca. 50 Jahren bei ca. 2% Inflation pro Jahr :-)

Die absoluten Zahlen sind eigentlich irrelevant (außer für die Besteuerung, die ja bei positiven Werten zuschlägt). Für harmlose Privatmenschen sind die Kaufkraftwerte wichtig, d.h. man muß Investments nach der Rendite nach Inflation und Steuern beurteilen.

Interessant sind daher auch inflationsbereinigte Charts: http://www.markt-daten.de/charts/inflationsbereinigt/

Antwort
von wfwbinder, 3

Auf einen langen Anlagehorizont, ist das schon ziemlich richtig.

Man sollte trotzdem nicht übersehen, dass z. B. der Dax vor vielen Jahren schon mal auf ca. 7.500 war und danach wieder bis auf 2.500 Punkte durchgesackt ist.

Dann wäre noch zu beachten, dass man die Steuern auch dadurch verlagern kann, dass man das gesamte unter dem Dach einer Versicherung abschließt und innerhalb dieser Konstruktion auch noch einen Stopp Loss für die Fonds einbauen kann.

Also grundsätzlich ja, aber alles was Du machst mit Überlegung und bei einem Makler, weil die mehrere Angebote haben, aus dem sie Dir das beste aussuchen können, während Banken am liebsten gern die eigenen Produkte anbieten.

Antwort
von MaCreme, 4

Ich habe einmal ein Buch darüber gelesen, über genau die Frage, und was ich dir sagen kann, ist, dass wenn du z.B. den DAX genau vor der Krise im Sommer 2011 gekauft hättest, sagen wir bei 7200, hättest du in wenigen Tagen viel geld verloren, da er auf 5200 Punkte viel. Du hättest 27% deines angelegten Geldes verloren. Doch wenn du jetzt deine Anteile am DAX gehalten hättest, bis heute, dann wärst du von 7200 auf, sagen wir mal 11000, gekommen. Hättets du bei 11000 verkauft, hättest du einen 52% mehr als angelegt.

Antwort
von Rat2010, 4

Wenn Experten von der Unwissenheit der Deutschen in Finanzdingen als Grund für Altersarmut sprechen, meinen Sie, dass diese Tatsache sich immer noch nicht überall rumgesprochen hat.

Man kann inzwischen sogar Riester-gefördert mit Fonds günstig und renditestark für das Alter vorsorgen, aber nur ein kleiner Teil der Menschen macht das. 

Natürlich ist die über Aktienfonds einfach mögliche Beteiligung an Unternehmen als Beteiligung am Produktivvermögen langfristig hundert mal interessanter als Staaten Geld zu leihen, die die ein Interesse daran haben, dass der Wert dieses Geldes ständig fällt. Aktuell ist es so, dass man dem Staat Geld für weniger als 1 % leiht und der auf mehr als 2 % Inflation abzielt. Das kann so ähnlich (also weniger Rendite als Inflation) noch viele Jahre weitergehen. 

Nebenbei hat es sich auch noch nicht überall rumgesprochen, dass es Unternehmen gibt, die nichts anderes machen, als Menschen einen für sie in vielerlei Hinsicht günstigen Weg zu einer für sie passende Strategie zu weisen.

Antwort
von Schiko, 2

Quatsch des Jahres.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten