Frage von Nando6, 100

Wie ist der Kauf eines Zimmers in einem Pfelgeheim zu bewerten?

Immer mehr Pflegeheime werden gebaut und es können auch Privatleute Wohnungen kaufen. Meistens auf garantierte 20 Jahre mit einer Rendite von um die 5 Prozent. Der Käufer muss sich nicht um die Vermietung kümmern, nicht um Renovierung, das bezahlt der Betreiber. Also an sich eine sorgenfreie Investition, die mich auch interessiert.

Aber wie sind die Risiken? Kann der Betreiber auch in Zukunft gut wirtschaften? Man sagt, der Bedarf an Pflegeheimen wächst entsprechend der alternden Gesellschaft. Aber werden vielleicht momentan zu viele Pflegeheime gebaut? Geht der Trend nicht wieder zu mehr Zu-Hause-Pflege? Auch die Gesetzgebung unterstützt dies, z. B. dadurch, dass Arbeitnehmer sich eine finanziell unterstützte Auszeit für die Pflege von Angehörigen nehmen können. Dadurch werden Pflegeheime immer öfter nur noch in den letzten Wochen und Monaten des Lebens benötigt.

Was passiert, wenn der Betreiber Pleite geht? Vermieten kann man ein Zimmer in einem Pflegeheim nicht selber. Verkaufen? Wer kauft ein solches Zimmer in einem insolventen Pflegeheim? Ich habe gerade mal versucht, bei Immowelt.de und immoscout24.de eine gebrauchte Pflegeimmobilie zu finden, ist mir nicht gelungen.

Gibt es Fachleute, die ich fragen könnte? Die betreuende Bank halte ich für zu parteiisch. Anderen Banken traue ich auch nicht, die sagen vielleicht eh nichts dazu und wollen ja verkaufen. Hat jemand vielleicht einen Tipp?

Antwort
von halleryvonne, 100

glaubt man dem Artikel im Anhang, ist die Nachfrage steigend. Warum also nicht versuchen, wenn du das Geld übrig hast, auf der Bank gibts derzeit ja auch nicht grad viel. http://www.focus.de/immobilien/finanzieren/geldanlage-pflegeheim_aid_17490.html

Kommentar von Nando6 ,

Der Artikel ist aber von 2005, und seitdem hat sich die Lage geändert. Erstens was Anzahl der Heime angeht, aber auch was den Trend zu mehr Hauspflege betrifft, wie oben schon beschrieben.

Antwort
von Privatier59, 81

Das was Du da ansprichst ist ein Teil des grauen Kapitalmarkts. Ich würde versuchen, ob in den Warnlisten der Verbraucherzentralen der jeweilige Anbieter auftaucht:

http://verwaltung.hessen.de/irj/VF_Internet?rid=HMULV_15/VF_Internet/sub/1ed/1ed705fb-ab75-2321-4fbf-1b144e9169fc,,22222222-2222-2222-2222-222222222222.htm

Allerdings: Wie willst Du denn von irgendwem eine Garantie dafür bekommen können, dass ein Pflegeheimbetreiber 20 Jahre durchhält. Überhaupt habe ich den Eindruck, dass auf dem Pflegeheimsektor ein krasses Überangebot herrscht. Die rein theoretische Betrachtung, dass die Gesellschaft immer mehr altert, ist doch ohne Aussagekraft dafür, wieviele Heimplätze gebraucht werden und wo sie gebraucht werden. Zudem lassen sich Pflegeheime idR nicht einfach zu anderen Nutzungszwecken umgestalten. Das ist eine teure Sache und oftmals bleibt bloß noch der Abriß.

Wen man fragen könnte? Es wird sicher Wirtschaftsberatungen geben, die auch insofern ihren Service anbieten. Es fragt sich allerdings, ob man dafür den oft hohen Preis zahlen möchte.

Kommentar von Niklaus ,

Diese Bezeichnung grauen Kapitalmarkt für diese Anlage stimmt nach dem inkrafttreten des AIFM nicht mehr. http://www.aifm.de/

Kommentar von Privatier59 ,

Aber doch. Die Angebote sind oft so, dass es einen grau-st.

Antwort
von qtbasket, 68

- Als Investment: in die zunehmende Alterspyramide investieren und mit Pflegeheimen Rendite erzielen. Klappt das so einfach ???

- Warum sollte das auch nicht einem Privatmann gelingen, was Helios, Asklepios und Rhön so vormachen ????

Klingt alles sehr verlockend und gut - die Realität ist aber anders !!!

Zunächst einmal sind solche Immobilienangebote fast immer überteuert - der Verkäufer will Rendite machen. Wenn mit Pflege so viel Geld zu verdienen wäre, warum mach er das Geschäft nicht selbst ???

Dann ist der Zusammenhang zwischen Pflegebedürftigen und ihrer Kapitalkraft, Pflegedienstanbietern und ihren Leistungen sehr komplex. Einfach gesehen: der Leistungsanbieter wird seinen profit machen, für den Immobilienbesitzer bleibt dann vermutlich nichts mehr übrig, aber er hat das Risiko für die Immobilie zu tragen.

Also keinen bunten Prospekten und großspurigen Prognosen trauen....

Antwort
von SBerater, 65

diese Renditeversprechenungen kenne ich auch. Aber ich kenne auch einige, die solche Investments haben und damit böse auf die Nase gefallen sind. Grund: die Rendite kam nicht und/ oder der Betreiber ist Pleite. Dann kann man sich um alles selbst kümmern.

Glaube den Versprechungen und investiere. Oder eben nicht. Mir wären das die 5% nicht wert.

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