Frage von Ninawer, 1.111

Wie ist das wenn man krankgeschrieben ist und Minijob hat ohne festen Dienstplan?

Bei meiner geringfügigen Tätigkeit war ich die letzten 7 Tage nicht, weil ich krankgeschrieben war. Laut Gesetz muß mir der Lohn doch dann weiterbezahlt werden. Es gibt keine festen Dienstpläne, die letzten Wochen war ich aber immer Montag u. Mittwoch auf Arbeit. Nun sagt der Chef, er bezahlt nur geleistete Stunden. Also die Krankheitstage nicht, da ich ja nicht gewußt hätte, ob er mich da einsestzt. Aber die letzten 7 Tage hätte ich sicher Einsätze gehabt-kann er mir das also wirklich streichen, daß ich Lohnfortzahlung bekomme?

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Rentenfrau, 1.064

Hallo Ninawer, auch Minijobber haben ganz normal wie andere Mitarbeit den Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Dein Arbeitgeber müßte Dir das Durchschnittsgehalt aus Deiner geringfügigen Beschäftigung als Lohnfortzahlung auszahlen, weigert er sich komplett, würde ich mit ihm noch mal reden und bitte ihn, da bei der Krankenkasse bzw. der Knappschaft nachzufragen, die werden ihm Deinen Anspruch sicher bestätigen.

Antwort
von Kevin1905, 875
  • Gibt es einen vertraglich vereinbarten Mindeststundenwert?
  • Bezahlt werden muss nach dem Durchschnitt der letzten Zeit (genauen Bewertungszeitraum wird hier sicher noch jemand posten). Wenn du also Montags und Mittwochs gearbeitet hast, bist du so zu bezahlen also hättest du dies weiterhin getan.
  • Der Versuch des Arbeitgebers das Entgeltfortzahlunggesetz bei Stundenlöhnern auszuhebeln wird scheitern, wenn man sich angemessen zur Wehr setzt.
Antwort
von Primus, 723

Hast Du Dich mit einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ordnungsgemäß krank gemeldet, muss der Arbeitgeber die Zeit bezahlen.

Auch geringfügig Beschäftigte haben Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und das für 6 Wochen pro Jahr!

Antwort
von Julia23, 643

Nein, dass ist ganz eindeutig nicht zulässig.

Hast Du eine bestimmte Wochenstunden oder Monatsstunden im Vertrag geregelt?

  • Sind 10h/woche vereinbart und Du warst eine Woche AU (Arbeitsunfähig), dann müsste er Dir diese 10h "gutschreiben" bzw. normal bezahlen als ob Du gearbeitet hättest

  • Sind 40h/monat vereinbart und Du warst eine Woche AU (Arbeitsunfähig), dann müsste er Dir 40h : 4,345 = 9,2h "gutschreiben" bzw. normal bezahlen als ob Du gearbeitet hättest

  • War es die Regel, dass Du 2 (halben) Tage die Woche arbeiten warst, so kann man sich auch darauf beziehen und eben diese 2 (halben) Tage "gutschreiben" bzw. normal bezahlen als ob Du gearbeitet hättest

TIPP1: Auch Urlaubsanspruch hast Du als Minijobler, gesetzlich mindestens 4 Wochen: Bei 5Tagewoche = 20Tage, bei 6Tagewoche=24Tage und eben runtergerechnet auf Teilzeit: 1Tagwoche=4Tage

PS/TIPP2: Es besteht allerdings die Gefahr dass wenn Du auf die Lohnfortzahlung bestehst (oder gar gerichtlich durchsetzt), dass der Chef aus irgendeinem anderen Grund Dich Kündigung. Bitte dieses Risiko abschätzen und mit berücksichtigen

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