Frage von suedlaender, 14

Wie hoch und wann wird bei einem selbst erstellten Fondssparplan der Gewinn besteuert?langeLaufzeit

Wenn ich ein Fondsparplan über 50 Jahre 100 Euro/Monat plane. Wie und wann wird der besteuert?

Antwort
von gandalf94305, 9

Bei einem Fondssparplan können vier Aspekte von steuerlicher Bedeutung sein:

  • Beim Kauf von Anteilen über einen Sparplan können Zwischengewinne anfallen, die in den Verlusttopf eingestellt werden. Sie wirken also im Jahr des Kaufs oder einem Folgejahr mindernd auf den zu versteuernden Betrag.

  • Bei Ausschüttungen werden diese unmittelbar mit Ausschüttung besteuert. Ggf. gibt es dabei anrechenbare Quellensteuergutschriften, die im Kalenderjahr der Ausschüttung gegen zu zahlende Steuern aufgerechnet werden können. Ausschüttungen laufen auch gegen Freistellungsauftrag und Verlusttopf.

  • Bei Thesaurierungen ausländischer Fonds muß der Anleger selbst in der Einkommensteuererklärung für das Jahr, in dem die Thesaurierung erfolgte, die ausschüttungsgleichen Erträge versteuern. Das nutzt Freistellungsauftrag und den Verlusttopf.

  • Beim Verkauf von Fondsanteilen (bzw. der Auflösung eines Fonds oder der nicht steuerneutralen Übernahme eines Fonds durch einen anderen) wird der Gewinn besteuert. Das ist Verkaufserlös minus Verkaufstransaktionskosten (wenn über die Börse) minus Kaufpreis minus Kauftransaktionskosten (wenn über die Börse) plus erhaltener Zwischengewinn (zum Verkaufszeitpunkt). Handelt es sich um ausländische thesaurierende Fonds, so wird dazu noch der akkumulierte ausschüttungsgleiche Ertrag der Haltefrist dazuaddiert, für den man die gezahlte Steuer allerdings wieder erstattet bekommt, wenn nachgewiesen wird, daß die Besteuerung in den Vorjahren erfolgte.

Auf Schätzwerte für Erträge bei Veräußerung zwischen Geschäftsjahresende und Publikation der Steuerdaten gehe ich jetzt mal nicht ein.

Die Besteuerung erfolgt nach aktueller Gesetzeslage mit Abgeltungssteuer von derzeit 25% plus SolZ plus ggf. Kirchensteuer. Ist der persönliche Steuersatz der Einkommensteuer geringer als 25%, so wird dieser Steuersatz für die Abgeltungssteuer angesetzt.

Man kann daher durch entsprechende Fondsauswahl, gezielte Realisierung von Verlusten und die Nutzung von Freistellungsaufträgen für eine geringe bis keine Besteuerung in der Ansparphase und eine nachgelagerte Besteuerung bei Auszahlung sorgen.

Manche ausländische thesaurierende Fonds weisen Erträge von Null aus, d.h. es handelt sich bei den Gewinnen dann ausschließlich um nachgelagert (beim Verkauf) zu besteuernde Kursgewinne. Nachteil ist hier ggf., daß man die Freistellungsaufträge verschenkt, denn anstelle von 801 EUR steuerfreiem Ertrag über z.B. 20 Jahre hinweg (16.020 EUR) hätte man im 21. Jahr der Auszahlung ja nur wieder 801 EUR steuerfrei.

Kommentar von gandalf94305 ,

Addendum: für Kinder mit NV-Bescheinigung sind dann natürlich 8.130 EUR plus 801 EUR p.a. steuerfrei. Man sollte also in diesem Fall möglichst die Erträge (ausgeschüttet oder ausschüttungsgleich) in die einkommenslose Zeit der Kinder verlagern, damit der Steuervorteil maximal ausgenutzt wird.

Antwort
von KKcheck, 9

wie und wann? Nach der heutigen Gesetzgebung greift die sog. Abgeltungssteuer mit 25% + Soli (+ Kirchensteuer). Und die greift bei Verkauf der Fondsanteile.

Wenn es Dividendenausschüttungen gibt, dann werden die bei Zahlung besteuert - auch an der Quelle.

Liegt dein persönlicher Steuersatz unter dem der Argeltungsteuer, kannst du Günstigerprüfung beantragen. Dann sinkt die Steuerquote.

Wie sich die Gesetzgebung in 50 Jahren ändert, ist offen. Und sicherlich wirst du die Anteile nicht 50 Jahre immer besparen, sondern auch umschichten und damit verkaufen.

Kommentar von gandalf94305 ,

Wenn es Dividendenausschüttungen gibt, dann werden die bei Zahlung besteuert - auch an der Quelle.

Thesaurierungen sind auch zu versteuern.

Kommentar von KKcheck ,

ist mir bekannt, hatte ich vergessen zu erwähnen.

Kommentar von LittleArrow ,

Liegt dein persönlicher Steuersatz unter dem der Abgeltungsteuer, kannst du Günstigerprüfung beantragen.

Die Günstigerprüfung kann immer beantragt werden. Ob es was bringt, wird dann im Einzelfall ermittelt. Es geht nämlich um den persönlichen Grenzsteuersatz, nicht den persönlichen Durchschnittssteuersatz. Jetzt müßte man weiter ausholen, um das zu erklären. Einfach: Die Günstigerprüfung lohnt sich nur bei einem zu versteuernden Einkommen von bis zu € 15.700/Jahr. Da müssen in der Ansparphase schon ordentlich Sparerfolge her oder (in ca. 6 Jahren) ein ordentliches Einkommen.

Kommentar von KKcheck ,

Jetzt müßte man weiter ausholen, um das zu erklären

für mich nicht, aber vielleicht für den Fragenden oder einen, der es noch genauer formuliert haben will bei der Antwort als du.

Danke für die Antwort schärfenden Zustätze.

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