Frage von Limone5, 68

Wie gehts mit Aktien weiter, wenn Firma insolvent aber von Konkurrenten gekauft wird?

Ist das Papier dann als solches nicht wertlos für den Aktionär, und er kann noch hoffen oder verfallen diese und Pech gehabt?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gandalf94305, 68

Aktien verbriefen einen Unternehemensanteil, ggf. ein Stimmrecht und ggf. auch ein Dividendenrecht. Diese Merkmale bleiben so lange bestehen wie es das Unternehmen als solches gibt. Die Aktien mögen keinen materiellen Gegenwert mehr haben, aber wenn Du z.B. 90% einer insolventen AG kaufst, dann könntest Du durchaus diese abwickeln und den Börsenmantel per Reverse Merger auf eine bestehende GmbH verschmelzen, die dann als AG weiter existiert. In diesem Fall überdauern die Aktien natürlich auch die Transaktion und Du wärst Aktionär des neuen Unternehmens. In solchen Fällen gibt es normalerweise Kaufangebote des neuen Eigentümers, um die Maßnahmen durchzuführen, ohne auf Ansprüche Dritter Rücksicht nehmen zu müssen.

Es gibt auch Unternehmen, die aus einer Insolvenz wieder gestärkt hervorgehen. Schau Dir doch mal den Kurs von General Motors an.

Um welches Unternehmen geht es denn konkret?

Antwort
von Mikkey, 58

Wenn die Firma von einem Konkurrenten gekauft wird, gehören Deine Aktien auch zum Kaufobjekt, Du bekommst also Geld (oder Aktien des Käufers) für Deine Aktien.

Der Procedere unterscheidet sich nicht wesentlich von einer normalen Übernahme.

Kommentar von obelix ,

das stimmt nicht zwingend. Der Insolvenzverwalter hat viele Optionen. Ein Kauf der Aktien wird die Ausnahme sein.

Antwort
von Rat2010, 57

Das hängt davon ab! Was kauft der Konkurrent? Die ganze AG? Kann er nur kaufen, wenn er sie den Aktionären (also dir) abkauft. Das nennt sich aber Übernahme und den Kaufpreis bekommen die Aktionäre. Nur kauft man auf dem Weg kein insolventes Unternehmen!!! Man würde ja auch die Schulden übernehmen, durch die das Unternehmen insolvent wurde und die sind bei einer insolventen AG oft höher als die Aktiva.

Üblicher ist es deshalb bei einer Insolvenz, dass der Insolvenzverwalter den Geschäftsbetrieb, Immobilien und alles was das Unternehmen ausmacht verkauft. Vom Erlös werden dann die Gläubiger befriedigt. Wenn das mehr bringt als das Unternehmen an Schulden hat, geht das normalerweise in die Abwicklung. Die Aktionäre kriegen jedenfalls als Letzte etwas, wenn wirklich noch etwas übrig geblieben sein sollte.

Antwort
von hildefeuer, 42

Aktien einer insolventen Firma die von Konkurrenten übernommen wird sind nahezu wertlos. Beispiel auch der Vergangenheit Übernahme von Nixdorf durch Siemens. Allerdings war Nixdorf nicht insolvent. Kurs Nixdorf vor Übernahme über 600DM Übernahmeangebot von Siemens 125DM. Kurs Nixdorf als Übernahmegerüchte auftauchten 260DM.

Antwort
von obelix, 31

wenn eine Firma Insolvenz anmeldet, dann hat der Insolvenzverwalter die Macht. Der entscheidet über die Zukunft der Firma.

Damit ist die Frage nicht primär die, was passiert, wenn ein Konkurrent oder Investor sie kauft, sondern wie der Kauf abläuft, was der Konkurrent denn wirklich kauft. Damit finden sich Antworten eher im Insolvenz- und Gesellschaftsrecht und im Konstrukt des Deals als vielmehr im Ansatz: Konkurrent kauft Firma, damit wird alles gut für die Aktionäre.

Der Konkurrent hat viele Möglichkeiten bei einer Übernahme:

  • er kann den Firmenmantel kaufen (also die Aktien an der Börse)
  • er kann nur Teile der Firma kaufen, der Rest wird abgewickelt
  • er kann Interesse an der gesamten Firma haben, aber nicht am alten Mantel und erwartet damit eine Aus-/Neugründung mit Übertragung der Assets aus dem alten Mantel
  • etc.

Es gibt Investoren, die kaufen nur eine Firma mit Bilanzhistorie, also die Firma, wie man sie an der Börse kennt. Es gibt aber auch Investoren, die keinesfalls einen Firmenmantel kaufen, der belastet ist mit einer Insolvenz.

Damit kann es sein, dass die Aktionäre leer ausgehen, abgefunden werden, einen Restbetrag bekommen, Besitzer eines leeren Börsenmantels sind etc.

Bei einer Insolvenz würde ich in den meisten Fällen von einem Totalverlust ausgehen.

Nimm den Fall Escada. Was passierte? Es gab einen Käufer (muss ja nicht zwingend ein Konkurrent sein). Der Käufer interessierte sich nicht an der Escada AG an der Börse, sondern übernahm die Assets der Firma, die in eine neue gegründete Kapitalgesellschaft übergingen. Dafür zahlte der Investor an den Insolvenzverwalter. Dieser verteilte den Betrag an die Gläubiger. Die Aktionäre gingen mehr oder weniger leer aus.

Kommentar von obelix ,

Zusatz: viele AGs bleiben nach Verkauf der Assets noch an der Börse. Der Mantel ist mehr oder weniger wertlos. Ein Delisting ist optional.

Antwort
von Klauxs, 26

Ich würde hier nicht auf eine Übernahme hoffen. Das passiert eh selten. Sondern darauf bauen das es beim verkaauf des Asseds noch was für den Aktionär übrig bleibt.

Antwort
von billy, 24

Die Aktien sind dann nicht gleich wertlos, entweder der Aktionär wird Anteilseigner der neuen Firma oder wird entschädigt/abgefunden.

Kommentar von obelix ,

bei Escada lief der Deal anders. Gekauft wurden fast alle Assets, aber die gingen in eine neue Gesellschaft über. Der bezahlte Betrag wurde an die Gläubiger der alten Escada AG verteilt.

Antwort
von althaus, 21

Geh mit der Frage zum Sparkassenberater. Dafür sind die doch da. Die werden sich auf Dich freuen.

Kommentar von obelix ,

von einem Sparkassenberater erwarte ich hier keine verwertbare Antwort.

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