Frage von zuzi11,

Wie entscheidet man, wie viel Altersvorsorge man wirklich braucht?

Denn irgendwie ist es ja schon komisch, jetzt auf Geld zu verzichten, dass man eigentlich brauchen könnte, um später eventuell davon leben zu können. Wie und mit wem entscheidet man am besten, wie viel man fürs Alter sparen muss?

Antwort
von Kevin1905,

Erstmal musst du dir über ein paar simple Wahrheiten klar werden

  • Die Lebenserwartung steigt von Generation zu Generation
  • Es gibt eine Inflation, die ist mal stärker und mal weniger stark (im Schnitt ungefähr bei 2% p.a.)
  • Rente bedeutet viel Zeit. Zeit Dinge zu tun die man im Arbeitsleben nicht zwingend realisieren konnte.

Jetzt geht es darum den eigenen Bedarf zu ermitteln. Was möchte ich im Rentenalter, was sind meine Wünsche und Vorstellung und wie viel kostet das heute, was kostet es dann auch aufgrund der Inflation. Dann weiß man wie viel Geld man dann braucht.

Nächster Schritt wäre zu ermitteln was steht heute an Geld zur Verfügung und welche Ausgaben sind unausweichlich. Was bleibt dann übrig und kann für das Alter beiseite gelegt werden, wie weit deckt es die Lücke, die ich habe ab.

Dann muss geschaut werden welche Art der Vorsorge in Frage kommt. Da die Altersvorsorge in 3 Schichten aufgeteilt ist, und jede Schicht in steuerlichen und sozialverischerungstechnischer Hinsicht anders gehandhabt wird sowohl was Beitrags- als auch Auszahlungsphase angeht, braucht man unterschiedlich hohe Aufwendungen um das gleiche Nettoergebnis zu erzielen.


Ansprechpartner wären für mich prinzipiell Versicherungsmakler, denn die stehen auch rechtlich auf der Seite des Kunden, und nicht wie ein Vertreter oder Bankmitarbeiter auf der Seite seines Arbeit- bzw. Auftraggebers.

Antwort
von Rat2010,

Mit wem? Am besten mit jemandem, der nicht nur Versicherungen verkauft. Es gibt auch andere Möglichkeiten.

Einen Anhaltspunkt, was man mindestens machen sollte, gibt der Staat. Er hat vor gut 10 Jahren beschlossen, die Rente zu kürzen und den Teil durch hoch geförderte private Vorsorge zu ersetzen. 4 % des rentenversicherungspflichtigen Einkommens, die aber nur in die Altersvorsorge gehen, sind also ein Ansatz. Entweder gefördert, dann ist die eigene Belastung etwas weniger, weil man von seinem brutto spart. Das Altersvorsorgegesetz ist so gemacht, dass welche, die wenig verdienen auf viel weniger als vier Prozent kommen. Natürlich macht die Förderung mitzunehmen für jeden Sinn. Oder ungefördert, wodurch vom netto gespart wird.

Vom Rest kann etwas für das Alter zurückgelegt werden. Meine Empfehlung ist aber, das Geld so anzulegen, dass es nicht nur für das Alter angelegt wird.

Antwort
von Niklaus,

Die Höhe des Beitrages hängt von der Versorgungslücke und der gewählten Form der Altersvorsorge ab.

Deshalb sollte die wirklich wichtige Frage zur Altersvorsorge lauten:„Welche Altersvorsorge ist für mich optimal“?

In Deutschland ist die Altersvorsorge in drei Schichten aufgebaut. Aber Achtung: Weder die optimale Schicht noch die Art der Altersvorsorge kann man pauschal festlegen. Es ist ein großer Unterschied, ob jemand eine Rürup-Rente, eine Riester-Rente, eine betriebliche Altersvorsorge eine privat Rentenversicherung oder einen Fonds-Auszahlungsplan abschließt. Jede der Versorgungsarten hat unterschiedlich hohe Aufwendungen um die gleiche Nettorente zu erzielen. Dies ist abhängig von der Art der Arbeit, selbständig oder angestellt, ob er über oder unter der Beitragsbemessungsgrenze liegt, welchen Familienstand er hat, der Anzahl der Kinder, der Höhe des Einkommensteuersatzes und der Form der Krankenversicherung, gesetzlich freiwillig gesetzlich oder privat.

Alle Versorgungsformen sind sowohl in der Einzahlungsphase wie in der Rentenphase unterschiedlich besteuert. Die größten Auswirkungen entstehen aber ab Beginn der Rentenphase. Die Besteuerung und die Krankenversicherung wirken sich hier enorm aus. Um eine gleiche Nettorente nach Steuern und Krankenversicherung in allen Vorsorgearten zu erzielen, hat man unterschiedlich hohe Aufwendungen für seine Rente. Denn es ist schon ein großer Unterschied, ob ich von dem im Angebot errechneten Betrag noch Steuern und ggf. Krankenversicherung bezahlen muss oder nicht. Deshalb ist es wichtig, dass vor Abschluss jeglicher Altersvorsorge ein qualitativer und quantitativer Schichtenvergleich durchgeführt wird. Erst dann kann man sagen welche Schicht, welche Art der Altersvorsorge optimal ist. Auch Kombinationen können in betracht kommen.

Seit 1.1.2005 gilt das Alterseinkünftegesetz,

  • Schicht 1 Basisversorgung: gesetzliche Rentenversicherung und Basisrente (Rürup-Rente)
  • Schicht 2 Zusatzversorgung: betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente
  • Schicht 3 Kapitalanlagen: Private Renten- bzw. –Kapitallebensversicherungen, Investmentfonds

Beispiel:

Mann, ledig, 34 Jahre alt, Versorgungslücke ab dem 67. Lebensjahr 540 € monatlich (=erforderliche Nettorente)

Um die Versorgungslücke von 540 €/Monat netto abzudecken, werden folgende Bruttorenten je Schicht benötigt:

  • Basisrente: 779 €
  • Direktversicherung, Pensionsfonds, Pensionskasse: 1.050 €
  • Unterstützungskasse, Pensionszusage: 1.050 €
  • Riesterrente: 779 €
  • Private Leibrente: 568 €
  • Investmentfonds-Auszahlungsplan: 690 €

Der erforderliche Beitragsaufwand monatlich, um die Versorgungslücke abzudecken, beträgt:

  • Basisrente: 210 €
  • Direktversicherung, Pensionsfonds, Pensionskasse: 302 €
  • Unterstützungskasse, Pensionszusage: 302 €
  • Riesterrente: 210 € (damit wird aber nicht die komplette Versorgungslücke gedeckt)
  • Private Leibrente: 110 €
  • Investmentfonds-Auszahlungsplan: 116 €

Die Differenz zwischen Bruttorente und Nettorente sind Steuern und Beiträge für die Krankenversicherung. Ausgehend von den unterschiedlichen Bruttorenten, ist die Höhe des monatlichen Aufwands natürlich auch unterschiedlich. Bei der Ermittlung des Nettoaufwandes müssen nämlich noch die unterschiedlichen staatlichen Förderungen und die unterschiedlichen Renditen der Vorsorgeformen eingerechnet werden.

Antwort
von Typderfinanzen,

Ansprechpartner wären z.B. div. Versicherungsmakler, Versicherungen, Banken . Wie viel du fürs Alter sparen willst musst du entscheiden, allerdings solltest du beachten, dass die gesetzliche Rente (falls du diese bekommst) nicht mehr ausreicht um deinen Lebensstandard zu erhalten. Deshalb musst du selbst aktiv werden und vorsorgen. z.B. mit einer Renten-Versicherung, einem Riester-Vertrag oder auch mit einer Immobilie die du selbst bewohnst und zum teil vermieten kannst. Es gibt also viele Möglichkeiten. Lass dich beraten was zu dir am besten passt.

Antwort
von Privatier59,

Ob Altersvorsorge sinnvoll war, weiß man erst am Tag seines Todes. Wenns einen morgen schon erwischt, lachen allenfalls die Erben. Wenn man allerdings nach dem Durchschnitt schlägt -wovon man mangels individueller Ansatzpunkte ausgehen sollte-dann muß man sich auf mindestens 80 Jahre Lebenszeit einstellen mit deutlicher Tendenz nach oben. Wer dann für das Alter nicht vorgesorgt hat, muß nicht nur auf all die Dinge verzichten die man sich sein Leben lang vorgenommen hat, sondern möglicherweise sogar vom über Jahrzehnte gepflegten Lebensstil Abschied nehmen. Ich kenne Menschen die durch so etwas den sozialen Tod erlitten haben. Weil sie sich nicht trauten, ihren Bekannten und Freunden die neue Lage zu offenbaren, wurden alle Kontakte gekappt.

Was sollte man nun als ersten Schritt unternehmen? Zuerst steht der Kassensturz und der kann sehr unterschiedlich ausfallen:

Ein Beamter auf Lebenszeit beispielsweise braucht angesichts der Höhe der zu erwartenden Pension nicht notwendig private Vorsorge zu betreiben. Viel wichtiger sind da Berufsunfähigkeits- und Unfallversicherungen in angemessener Höhe weil der Einkommensverlust bei Ausscheiden aus dem Dienst vor Erreichen der regulären Altersgrenze gigantisch sein würde.

Der Angestellte sollte durch Einholen von Auskünften bei der Rentenversicherung und, sofern vorhanden,bei der betrieblichen Zusatzversicherung, den Status ermitteln. Zukunftsprognosen sind angesichts eines unklaren weiteren beruflichen Verlaufs da oft unklar ist. Anzuraten ist, die Lücke durch eine Mischung langlaufender Anlagen (Riester, Rentenversicherung) und kurzlaufender Geldannlagen zu schließen.

Noch ein Stück schwieriger ist es beim Selbständigen. Ich bin kein Freund der da oft angeratenen Rüruprenten. Was nutzt einen die Rente in 30 Jahren, wenn man morgen die Miete nicht mehr zahlen kann. Ich würde in dem Fall die klassische Vermögensbildung als einzig gangbaren Weg ansehen. Am besten bestehend aus einer Mischung von Immobilien, Aktien und Rentenanlagen. Das könnte man jederzeit als Rücklage verwerten.

Antwort
von Sabine1302,

Nun, weder Versicherungsmakler noch Bank beraten Dich objektiv. Wo Provisionen im Spiel sind bin ich mistrauisch.........

also erst einmal selbst informieren, dann hat man eine bessere Diskussionsgrundlage mit den Vermittlern und Beratern

Zuerst musst Du die Versorgungslücke bestimmen: Den Betrag, der fehlt zwischen Rente und jetzigem Einkommen. So weißt Du was Dir mtl. fehlt. Deine voraussichtliche Rente sagt Dir Dein Versicherungsträger. Im Netz gibt es dann Berechnungsprogramme, die dir "die Lücke" berechnen. z.B. https://www.ruv.de/de/s_vlr/startRechner.do

Die Lebenserwartung liegt heute bei ca. 80 - 85 Jahren...... wenn Du den ermittelten "Lückenbetrag" jetzt hochrechnest, erhälst Du Deinen Kapitalbedarf.

Es gibt private Rentenversicherungen, die bringen aber meist nicht viel Ertrag und sind teuer (Kostenstruktur), Kapitalversicherung - nun ja auch nicht der Renditebringer, aber sichere Varianten

Die staatlichen Angebote sollte man auch nutzen.......Angebote prüfen!

Wenn man bedenkt, dass man heutzutage ca. 25 - 30% des Gehaltes für "Miete" aufgewendet, sollte man überlegen, ob man nicht eine selbstgenutze Wohnung oder Haus erwirbt. Das muss aber bis zum 67 Lebensjahr bezahlt sein.

Vorteile: Sachwerte unterliegen nicht der Inflation wie z.B. Rentenversicherungen.....mit Bausparverträgen kann man "Riestern" und andere staatliche Förderungen erhalten....Anstatt dem Vermieter die Taschen zu füllen, zahlst Du so in Deine private Rente ein Rechne einmal die Miete für 20 Jahre hoch......

Sind nur ein paar denkansätze......

LG SAbine

Kommentar von Niklaus ,

Nun, weder Versicherungsmakler noch Bank beraten Dich objektiv. Wo Provisionen im Spiel sind bin ich mistrauisch.........

Sorry aber das ist ein Pauschalverurteilung die in den Papierkorb gehört.

Provision hat nichts mit Qualität zu tun sondern nur mit Bezahlung. Oder meinen sie, dass alle Menschen die Provisionen als Entlohnung enthalten einen schlechten Charakter haben. Das gäbe mir echt zu denken.

Kommentar von Candlejack ,

Wo Provisionen im Spiel sind bin ich mistrauisch

Ab morgen kaufst Du also nur noch mißtrauisch an der Tankstelle, beim Bäcker, beim Fleischer, im Autohaus, in der Autowerkstatt, beim Finanzberater, im Supermarkt, im Klamottenladen... überall dort wird nach verkauften Einheiten bezahlt, überall dort fließen Provisionen. Mal offen, mal versteckt als Gehalt gegengerechnet. Alle müssen verkaufen, rechnet sich das nicht mehr, ist auch der Job weg oder die Firma zu :-(

In diesem Sinne, im neuen Jahr viel Spaß beim Einkaufen udn beraten lassen

Kommentar von Sabine1302 ,

Lach....Diese Argumentation kenne ich von vielen Maklern, Beratern, Vermittlern usw.

Aber nach 25 Jahren in der Finanzbrache kenne ich das Beratersystem sehr gut und meist nicht nur von der positiven Seite.

Pauschalverurteilung? Wohl kaum. Erfahrung.

Provision gibt es nur bei einem Verkauf und Provision bedeutet z.B. die nächste Miete......es ist also durchaus menschlich Finanzprodukte unter dem Gesichtspunkt "Provisionsertrag " anzubieten.....Aber wie wurde letzte Woche festgestellt: Jedes Jahr werden 16 Millarden von der Versicherungswirtschaft durch Fehlberatungen vernichtet.....

Und nicht vergessen, die Provisionen zahlt der Kunde....bei Versicherungen teilweise bis zu drei Jahresbeiträgen....auch bei Altersvorsorgeprodukten

Warum nicht Honorarberatung?

Kommentar von althaus ,

Die wenisten wollen für eine Beratung Honorar bezahlen, daher hat und wird sich das nicht durchsetzen! Ich würde das auch nicht wollen. Zahle aber auch keine Ausgabeaufschläge und suche andere Wege. Das kann ich aber nur weil ich mich dafür interessiere und ein wenig auskenne. Viele können es eben nicht und verlassen sich dann auch doch noch auf den Berater. Wie Du weist gibt es hier gute und weniger gute Berater, Leider!

Kommentar von Niklaus ,

Warum nicht Honorarberatung?

Weil ein Makler keine Honorarberatung machen darf, nur bei Nichtkonsumenten ist das erlaubt.

Außerdem stellt sich mir die Frage, worum es geht. Um eine vernünftige Lösung oder um Kosten zu sparen. Es geht immer um eine kundenorientierte optimale Lösung. die Bezahlung ist kein Qualitätsmerkmal sondern nur ein Form der Bezahlung.

Ich frage ich immer warum sich die Verbrauchschützer und deren Fans auf die Finanzdienstleister stürzen. Immobilienmakler nehmen auch Provision. Der Autoverkäufer, der Pharmavertreter überhaupt die meisten Vertriebsmitarbeiter werden nach Umsatzbeteiligung bezahlt. Wo ist das Problem.

Provision gibt es nur bei einem Verkauf und Provision bedeutet z.B. die nächste Miete....

Das ist unterste Schublade.

Übrigens hat die Qualität der Beratung nichts mit der Bezahlung zu tun. Honorarberatung ist kein Qualitätsmerkmal sondern nur eine ordinäre Vergütungsform.

Antwort
von althaus,

Lege doch ständig das zur Seite was Du Dir ohne Einschränkung leisten kannst und das aber ständig!!!! Mit den Jahren kommt da schon was zusammen. Je mehr es wird, desto mehr Anlageformen können dann dazu passen. Fang erst mal an und Frage irgendwann wenn es mal mehr als 10.000 Euro geworden ist nochmal nach wie Du es anlegen kannst. Mehr kannst Du im Moment nicht tun. Der Wille zum Sparen und Verzichten muss da sein, da nützt Dir auch ein Beratungsgespräch nichts, wenn Du dazu nicht bereit bist.

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