Frage von lomingo 25.04.2011

Wie beurteilt ihr das Risiko eines Investments in Rückversicherer nach der Japan Katastrophe?

  • Antwort von gandalf94305 26.04.2011
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Risiken aufgrund nuklearer Unfälle sind nicht versicherbar, d.h. betreffen weder Versicherer, noch Rückversicherer. Diese sind durch Tepco bzw. den japanischen Staat zu tragen.

    Die Risiken aufgrund des Tsunami oder der Erdbeben sind inzwischen materialisiert und einschätzbar, d.h. dies dürfte in den Kursen globaler Rückversicherer hinreichend gut eingepreist sein.

    Daß dies der Fall ist, sieht man auch beispielsweise am Kurs von CH0035956694, der nach dem Erdbeben/Tsunami aufgrund eintretener Versicherungsfälle einbrach, inzwischen jedoch wieder stabil verläuft.

    Rückversicherer reagieren auf Ereignisse wie die geschehenen dadurch, daß Prämien erhöht werden, da die Risiken eines Ereigniseintritts sich verändern. Das ist das "normale" Geschäft von Rückversicherern... Diese Unternehmen gibt es seit 100-150 Jahren und sie haben schon einiges gesehen und gelernt ;-)

    Das bedeutet jedoch auch, daß man Rückversicherer kurz nach wesentlichen Katastrophen kaufen sollte - wenn nämlich die Kurse erst mal heftig einbrechen, um sich dann in den folgenden Wochen wieder zu erholen.

  • Antwort von Mahjong 26.04.2011

    Diese Frage kann man leider nicht so einfach beantworten. Es gibt in der RV Branche "Weichphasen" und auch "Hartphasen". Wir durchlaufen nun schon eine ganze Weile eine Weichphase. Selbst die Finanzkrise hat nicht signifikant zu Preiserhöhungen beigetragen. Zum 01.07. findet in der RV Branche eine größere Erneuerungsrunde statt. Diese würde ich auf alle Fälle noch abwarten. Es ist soweit richtig, dass Fukushima nicht versichert ist oder war. Allerdings sind die Schäden jetzt noch nicht abschätzbar. O ton aus der Hauptversammlung der Münchener Rück letzte Woche: "Wenn es zu einer Produktionsunterbrechung in Korea oder Deutschland infolge fehlender Teile bei Zulieferen aus Japan kommt, dann haftet die Münchener Rück." Die Produktionsausfälle kann man jetzt eben noch nicht genau beziffern, da durch den Seeweg (knapp über 4 Wochen) sich die Probleme erst jetzt langsam anfangen zu zeigen. Ausserdem fängt die Hurrikan Saison ab Juni an und auch hier weiß man noch nicht wie schlimm es wird. Katrina war eine einzige Katastrophe und wir hatten jetzt Jahre die sehr harmlos verlaufen sind. Das nur als Warnung!

    Bei Katrina war es erstaunlicherweise so, dass nach dem Wochenende die Kurse erst zurückkamen, dann leicht stiegen und hinterher eingebrochen sind. So einfach wie das hier propagiert wird ist es alles nicht. Als die Kurse nach Katrina stiegen, hieß es auch jetzt ist alles eingepreist, um dann doch einzubrechen. Das Problem New Orleans läuft voll, war da auch schon bekannt. Wär das so einfach wie es meine Vorredner darstellen, hätten die Profis längst schon alles abgegrast und es würde für uns nichts mehr übrig bleiben.

    Ich würde mir RV Aktien zulegen wenn es eine Pleitewelle in der Branche gibt. Ach ja Münchener Rück heißt seit einiger Zeit munich re.

  • Antwort von obelix 25.04.2011

    ich denke, die Risiken sind lange bekannt und eingepreist. Von Schieflagen der Rückversicherer ist mir nichts bekannt. Wieso also sollte der Staat eingreifen?

Diese Frage und Antworten teilen:

Verwandte Fragen


Verwandte Tipps

Fragen Sie die Community –

anonym und kostenlos!