Frage von Fridolin123, 57

Wie bemessen sich bei mir die Sozialversicherungsbeiträge (Werkstudent über 20h/Woche)?

Hallo, Ich befinde mich seit Juli in einem Werkstudenten-Beschäftigungsverhältnis. In meinem Arbeitsvertrag befindet sich folgende Klausel:

Beiträge zur Sozialversicherung und Lohnversteuerung

  1. Der Arbeitnehmer wurde darauf hingewiesen, dass für die Bemessung des Arbeitnehmerbeitragsanteils zur Rentenversicherung anstatt der Gleitzonenregelung die tatsächliche Wochenstundenanzahl berücksichtigt wird und er bei Überschreitung der 20 Stunden Regelung höhere Rentenanwartschaften erwerben kann. In diesem Fall trägt der Arbeitnehmer den Differenzbetrag zwischen seinem Werkstudentenbeitrag und dem vollen Rentenversicherungs- und Sozialversicherungsbeitrag selbst. 
  2. Im Hinblick hierauf erklärt der Arbeitnehmer, dass er diese Zuzahlung zur Renten- und Sozialversicherung aus seinem Beitragsanteil bis zur gesetzlichen Höhe selbst trägt.

Da ich nun die ersten 3 Juli Wochen jeweils mehr als 20h pro Woche gearbeitet habe wollte ich frage, wie sich bei mir Sozialversicherungsbeiträge bemessen und wie diese abgerechnet werden?Denn dazu kommt, dass ich

  • Größtenteils am Wochenende und in den Abend/Nachtstunden (meist 17:00 - 23:00) arbeite
  • insgesamt auf den Monat gerechnet bin ich noch unter 80h

Wie werden die Sozialversicherungsbeiträge denn genau abgerechnet bzw. wie wird diese 20 Stunden Regelung genau angewendet?

Wirklich auf die Stundenanzahl pro Woche, auf den Monat oder gar auf das ganze Jahr (Vorlesungszeit/Vorlesungsfreie Zeit)?

Und wie kann ich von der Ausnahmeregelung bzgl. der Arbeit in den Abend und Nachtstunden Gebrauch machen? Muss ich dies bzgl. bei der KV bzw. RV Nachweise einreichen?

Vielen Dank schon mal und sorry für die vielen Teilfragen

Antwort
von RHWWW, 39

Hallo,

privatrechtliche Vereinbarungen, die zum Nachteil des Arbeitnehmers von den sozialversicherungsrechtlichen Regelungen abweichen, sind ungültig:

https://dejure.org/gesetze/SGB_I/32.html

In den Vorlesungszeiten sind bei Beschäftigungen mit maximal 20 Stunden pro Woche nur Rentenversicherungsbeiträge vom Arbeitgeber und -nehmer zu tragen. In den vorlesungsfreien Zeiten gibt es keine Zeitbegrenzung.

Einzelheiten: 

https://www.studentenwerke.de/de/werkstudentenprivileg

Bei schwankenden Arbeitszeiten hat der Arbeitgeber einen Durchschnitt zu bilden bzw. die Arbeitszeit zu schätzen. Arbeitszeiten in der vorlesungsfreien Zeit bleivben außen vor (ggf. dem Arbeitgeber einen Nachweis über vorlesungsfreie Zeiten geben!).

Ab dem Tag der Abschlussprüfung gilt die Sonderregelung für Werkstudenten nicht mehr.

Gruß

RHW

Kommentar von RHWWW ,

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