Frage von simsala, 35

Wie am besten Aufteilen? Selbständig / Minijob

Hallo Zusammen,

ein Bekannter von mir jobbt derzeit für 450,- € in einem Restaurant. Er ist allerdings auch selbstständig und kann sich dieses Jahr erstmals etwa ebensoviel - also 450 € - monatlich auszahlen. Im Restaurant möchte er noch mindestens ein Jahr weiterjobben, mit der Hoffnung, dass die Einnahmen über die selbstständige Tätigkeit ab 2015 ausreichen werden.

Was wäre hier am sinnvollsten? Er hat ein gutes Verhältnis zum Restaurantbesitzer und dieser würde ihm auch ein höheres Gehalt zahlen. Also eines mit Krankenversicherung. Er hat aber dazu noch 2 Kinder und ist verheiratet. Die Ehefrau hat auch einen Minijob.

Welche Konstellation würdet ihr empfehlen?

Wenn noch Fragen offen sind, immer raus damit. Ich bin schlecht im erklären. g

Besten Dank im Voraus Saskia

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von wfwbinder, 33

Da stellt sich zuerst die Frage, wie ist er zur Zeit versichert?

Bezieht er ALG II, was nach dem Sachverhalt logisch wäre, aber im Sachverhalt fehlt. aber sonst fehlt jede Angabe auf eine mögliche Familienversicherung.

"er ist selbständig und kann sich erstmal 450,- auszahlen" Bei selbständiglkeit zählen nicht die Entnahmen, sondern der steuerliche Gewinn.

Die vermutlich beste Lösung:

Der Job im Restaurant mindestens in die Gleitzone. Damit tritt Pflichtversicherung ein.

Dann wird die Krankenversicherung noch prüfen, ob die Selbständigkeit beitragsfrei bleibt, oder einbezogen werden muss.

Kommentar von simsala ,

Puhhh, erstmal vielen Dank für die Antworten.

Es macht also mehr Sinn, wenn er seine Arbeitszeit/Entgelt als Angestellter über die der selbstständigen Tätogkeit erhöht. Somit wäre er und seine Familie günstiger krankenversichert (Familienversicherung).

Habe ich das richtig Verstanden?

Der steuerliche Gewinn zählt. Kann er dann also durch Investitionen in seine Selbständigkeit den Gewinn mindern? Und somit quasi die "Einnahmen" vermindern?

Besten Dank!

Kommentar von wfwbinder ,

Richtig, als Angestellter ist er am billigsten versichert.

Durch Investitionen den Gewinnmindern? hartes Brot. Investitionen kann man nur über 5 Jahre Abschrieben (Ausnahme GWG bis einschl. 410,- Euro netto, die man sofort abschreiben kann). man müßte also 5.000,- Euro ausgeben, um den Gewinn um 1.000,- Euro zu mindern. Also wenn man sowieso kein Geld hat, kaum die richtige Methode, ausser man braucht die Sache wirklich dringend.

Kommentar von simsala ,

Er kauft vom Gewinn neue Artikel ein, oder hat letztens erst einen Suchmaschinenprofi engagiert. Das hat den Gewinn quasi "aufgefressen".

Muss er dann trotzdem vom Gewinn Einkommenssteuer zahlen etc.?

Tutmirleid, das sind jetzt meine persönlichen Fragen. :))

Vielen Dank für die Hilfe.

Kommentar von wfwbinder ,

Neue Artikel = Waren einkauf, natürlich Betriebsausgabe, die er abziehen kann, aber keine Investition.

Webseite, ist auch Betriebsausgabe. Kann er also auch abziehen.

Investitionen wären: Regale, Schreibtisch, Computer, Auto alles was man auf Dauer nutzt. Kostet das mehr als 410,- Euro netto, muss es auf mehrere Jahre verteilt werden.

Kommentar von simsala ,

Vielen Dank!

Darf ich Sie auch per E-Mail anschreiben? Ich merke, dass Sie Ihr Fach beherrschen. Mein Bekannter hat diese Hilfe bitter nötig und nur ein Klick auf "hilfreichste Antwort" wäre für Ihre Hilfe einfach nicht angemessen.

Antwort
von Kevin1905, 23

Das mit der Krankenversicherung wird nur etwas, wenn die angestellte Tätigkeit zeitlich überwiegt und mindestens 450,01 € generiert.

Ansonsten wäre er

  • freiwillig gesetzlich krankenversichert als Selbständiger mit entsprechenden Kostenpunkten.
  • der Arbeitgeber der Anstellung müsste sich nicht an den Kosten der KV/PV beteiligen.
  • er hätte keinen Anspruch auf Krankengeld, wenn er den für Selbständige üblichen ermäßigten Satz von 14,9% bezahlt.
  • Ehefrau und Kinder können selbstverständlich familienversichert werden.
Kommentar von simsala ,

Puhhh, erstmal vielen Dank für die Antworten.

Es macht also mehr Sinn, wenn er seine Arbeitszeit/Entgelt als Angestellter über die der selbstständigen Tätogkeit erhöht. Somit wäre er und seine Familie günstiger krankenversichert (Familienversicherung).

Habe ich das richtig Verstanden?

Der steuerliche Gewinn zählt. Kann er dann also durch Investitionen in seine Selbständigkeit den Gewinn mindern? Und somit quasi die "Einnahmen" vermindern?

Besten Dank!

Kommentar von Kevin1905 ,

Entscheidend für die Beitragseinstufung der GKV sind die

Einkünfte aus Gewerbebetrieb laut der Einkommensteuerbescheid. Selbstverständlich lassen sich durch Betriebsausgaben die Gewinne reduzieren.

Familienversicherung für nicht- oder nur geringfügig arbeitenden Ehegatten und die Kinder ist immer möglich egal ob er pflicht- oder freiwillig versichert ist.

Antwort
von barmer, 13

Hallo,

natürlich wäre ein sozialversicherungspflichtiger Job das beste für ihn und seine Familie. Er hätte für ein paar EUR die ganze Familie versichert.

Allerdings klappt das nur, wenn er mit Einkünften und Arbeitszeit überwiegend angestellt ist. Sobald ihn die Kasse als überwiegend selbstständig ansieht, wirds deutlich teurer und der Arbeitgeberzuschuss zur KV fällt weg.

Mir stellt sich vor allem die Frage: Wie sind die denn heute alle krankenversichert ?

Viel Glück

Barmer

Kommentar von simsala ,

Puhhh, erstmal vielen Dank für die Antworten.

Es macht also mehr Sinn, wenn er seine Arbeitszeit/Entgelt als Angestellter über die der selbstständigen Tätogkeit erhöht. Somit wäre er und seine Familie günstiger krankenversichert (Familienversicherung).

Habe ich das richtig Verstanden?

Der steuerliche Gewinn zählt. Kann er dann also durch Investitionen in seine Selbständigkeit den Gewinn mindern? Und somit quasi die "Einnahmen" vermindern?

Besten Dank!

Kommentar von barmer ,

Grundsätzlich ja. Aber die Arbeitszeit spielt eine gleichwertige Rolle. Und man darf auch nicht über die Investitionen der Kasse klar machen, dass das der Hauptberuf ist.

Antwort
von simsala, 14

Puhhh, erstmal vielen Dank für die Antworten.

Es macht also mehr Sinn, wenn er seine Arbeitszeit/Entgelt als Angestellter über die der selbstständigen Tätogkeit erhöht. Somit wäre er und seine Familie günstiger krankenversichert (Familienversicherung).

Habe ich das richtig Verstanden?

Der steuerliche Gewinn zählt. Kann er dann also durch Investitionen in seine Selbständigkeit den Gewinn mindern? Und somit quasi die "Einnahmen" vermindern?

Besten Dank!

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