Frage von Polarfuchs72, 198

Widerruf Forwarddarlehen

Hallo, ich habe mein Darlehen bei der Verbraucherzentrale Hamburg überprüfen lassen. Es handelt sich hierbei nicht um eine Prolongation eines bestehenden Darlehens, sondern um ein Forwarddarlehen bei einer anderen Bank. Das Ergebnis war, das die Widerrufsbelehrung in mehreren Punkten falsch war. Nun möchte ich, aufgrund der aktuellen Zinslage natürlich nicht das Forwarddarlehen abnehmen. Meine Frage ist eigentlich: Muß ich auch bei einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung eine Nichtabnahmeentschädigung zahlen? Die Bank räumte mir bei Vertragsabschluß ein, den Tilgungssatz bis auf 5% zu erhöhen (jährlich) und eine einmalige jährliche Tilgung in Höhe von 10% ist auch möglich.

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Antwort
von KlausWehrt, 198

Sehr geehrter Polarfuchs72,

sofern ein Darlehen zu Recht widerrufen werden kann, schuldet der Darlehensnehmer keine Vorfälligkeits- oder Nichtabnahmeentschädigung. Insofern könnte von der Bank eine entschädigungsfreie Rückführung verlangt werden. Allerdings wird diese möglicherweise eine andere Sichtweise vertreten, was die Fehlerhftigkeit der Belehrung angeht. Daher empfiehlt es sich, die Zinsentschädigung von einem Experten berechnen zu lassen, so dass die Höhe der seitens der Bank verlangten Entschädigung von zwei Fronten aus angegriffen werden kann, einerseits von der fehlerhaften Höhe her, andererseits von der Nichtberücksichtigung eines Widerrufsrechts, denn wenn sich ein Streit um die Rechtmäßigkeit der Belehrung anbahnt, empfiehlt es sich, kompromissbereit zu sein. Dafür sollte man die Eckpunkte eines Kompromisses kennen.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. rer. pol. habil. Klaus Wehrt

Diplom-Volkswirt

Antwort
von baufinord, 169

Nachdem die VZ der Meinung ist, dass die Widerrufsbelehrung fehlerhaft ist, steht jetzt der Gang zu einem Fachanwalt an. Ohne anwaltliche Unterstützung würde ich mich nicht mit der Bank herumschlagen. Der Anwalt würde sich ggf. auch die Deckungszusage der Rechtschutzversicherung kümmern (sofern eine solche besteht UND die Voraussetzungen gegeben sind).

Die Bank wird das mit der Widerrufsbelehrung ggf. anders sehen und "mauern". Dabei spekulieren Banken insbesondere auch darauf, dass Verbraucher aufgrund der Kosten (ohne Rechtschutzversicherung) nicht klagen. Das Mauern besteht gerne darin, auf einen Widerruf o.ä. einfach nicht zu reagieren (auch Anwaltsschreiben werden gerne komplett ignoriert).

Außerdem wäre parallel zu klären, welche Alternativen es überhaupt zu dem zu widerrufenen Forwarddarlehen gibt (ein günstigeres Forwarddarlehen?!). Wir bekommen immer wieder Anfragen von Verbrauchern, die laufende Darlehen oder Forwarddarlehen widerrufen wollen, aber aufgrund von persönlichen Umständen (beispielsweise neuer Job, kurze Selbständigkeit usw. usw.) gar keine Bank finden, die die alte Bank ablösen könnte.

Übrigens: die Quote der Darlehen, die bei fehlerhafter Widerrufsbelehrung, tatsächlich erfolgreich widerrufen und umgeschuldet wurden/werden liegt nach meinen Kenntnissen bei unter 5%.

Antwort
von HilfeHilfe, 133

Hallo !

was sagt in dem Punkt die VSZ ? Du musst zunächst mal mit der Bank verhandeln wie die es sieht. Es könnte darauf hinauslaufen das Sie eine andere Hausmeinung hat und es zum Rechtsstreit kommt.

Viel Erfolg !

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