Frage von sik7887, 54

Werkstudent + Minijob

Hi,

ich habe viel gesucht aber leider nichts gefunden, was mir in meiner speziellen situation weiterhilft. Ich würde gerne wissen was für Abgaben auf mich zukommen wenn die folgenden Bedingungen vorherschen:

1) Ich bin Student im 10. Semester, 26 Jahre, ledig, nicht mehr familienversichert, sondern studentisch versichert bei der TK (falls das so heißt...zahle etwa 70€ pro Monat)

2) Ich werde nächsten Monat einen Werkstudentenjob annehmen bei dem ich maximal 15-20 Stunden pro Woche arbeiten werde bei 16€ Stundenlohn (Komme also jährlich vermutlich über den Freibetrag der irgendwo bei 9000€ liegt richtig?)

3) Ich möchte außerdem einen 450€ Job annehmen bei dem ich ca. 10-12 Studen pro Woche arbeiten werde (komme dann also auch auf 400-450€ pro Monat) - jedoch werde ich ausschließlich am Wochenende arbeiten.

Den Studentstatus dürfte ich unter diesen Bedingungen nicht verlieren oder? Welche Abgaben kämen bei welchem Job auf mich zu? Ich würde mich über Hilfe sehr freuen. Wenn ihr noch Fragen habt nur zu.

Danke!!

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Antwort
von SBerater, 37
  • wenn du 20h/ Woche arbeitest, dann ist eigentlich damit die Grenze für den Studentenstatus erreicht. Nachdem du jedoch am WE arbeitest, wirst du mglw. damit weiterhin als Student laufen, wenn man dir dein Szenario glaubt
  • der 450 Eurojob ist pauschal belegt mit Abgaben. Damit ist für dich deine Schuldigkeit getan. Bei der Steuer oder den Sozialabgaben kommt nichts mehr auf dich zu
  • der Job als Werkstudent unterliegt der Steuer und der Rentenversicherung. Bis ca. 8.300 Euro zahlst du keine Steuern. Der 450 Eurojob zählt hier nicht mit

zu deinen Fragen bei barmer:

  1. wer da fragen könnte? Die Sozialversicherungen. Die bekommen das mit. Und dann hast du die Fragen schneller als du denkst
  2. wie nachweisen? Das ist ja die Krux, die es zu lösen gilt. Und ein Patentrezept gibt es da nicht. Wie wäre es mit einer Bescheinigung durch den Arbeitgeber?
  3. wenn du den 2. Job als Selbständiger machst, wird dieser auch besteuert (nicht pauschal wie ein 450-Eurojob). Damit zahlst du mehr Steuern. Hinzu kommt das Problem der Scheinselbständigkeit. Und dann bleibt auch hier das Problem mit den 20h/ Woche. Auch hier werden die Sozialversicherungen eine Erklärung einfordern

Teuer würde es allemal, wenn du den Studentenstatus verlörest und zusätzlich als Scheinselbständiger eingestuft wirst. Dann wird sich der 2. Job nicht mehr lohnen, denn die Kosten dürften das Plus aufzehren.

Kommentar von sik7887 ,

Super, vielen vielen Dank. Das hilft mir schonmal sehr weiter! Ich werde den zweiten Job dann auf jeden Fall als 450€-Job anmelden lassen.

Ich denke nicht, dass ich mit den 20 Stunden in die Bredouille kommen könnte, da dies ja der Wahrheit entspricht. Eine Bescheinigung kann ich mir hierfür auch holen.

Trotzdem um eine letzte Unklarheit auszuräumen: Sollte mir das ganze nicht geglaubt werden, welche Folgen hätte das? Das konnte ich jetzt doch nicht ganz aus deiner Antwort herauslesen. Ich nehme an der 450€-Job bliebe "unberührt"?! Was würde sich dann an den Abgaben beim Werkstudentenjob ändern? Oder würde die Ausübung der Tätigkeit sogar auf eine Art verboten werden, da man offiziell dann kein Student mehr ist?

Antwort
von barmer, 27

Hallo,

richtig, das passt gerade noch als Werkstudent. Die Sache mit dem Wochenende ist aber erklärungs- und nachweisbedürftig. Dauerhaft über 20 Stunden geht sonst nicht !!

beim Minijob gibt es keinerlei Abgaben, das macht alles der Arbeitgeber pauschal.

Beim Werkstudentenjob werden Rentenversicherung (knapp 10%) und Steuern abgezogen. Der Arbeitgeber muss den Lohn aufs Jahr hochrechnen und entsprechend abführen. Lohnsteuertabellen gints im Netz. Wenn der Job durchläuft, gibts auch nichts Wesentliches zurück.

viel Glück

Barmer

Kommentar von sik7887 ,

Super, vielen Dank für die schnelle Antwort. Das war schon sehr hilfreich! Dazu noch drei Fragen:

1) Kannst du mir sagen wem gegenüber man hier ggf. etwas nachweisen bzw. erklären müssen könnte? Und wie diejenigen darauf aufmerksam werden, das Erklärungsbedarf bestehen könnte?

2) Was würde es für Folgen haben, wenn meine Erklärung nicht stand hält? Ich arbeite bei dem 450€ Job dann im Homeoffice, wie soll ich da nachweisen an welchen Tagen ich arbeite? Zeugen?!

3) Ich hatte anfangs überlegt den zweiten Job statt als 450€ Job, auf selbständiger Basis laufen zu lassen und Rechnungen zu schreiben (Ich habe ein Kleingewerbe und dem Arbeitgeber wäre es egal). Wenn ich das richtig verstehe kann das steuerlich und versicherungstechnisch keinesfalls sinnvoller sein als ein 450€ Job, weil man hier garnichts zahlt. Würdest du das bestätigen?

Danke nochmal ;)

Kommentar von barmer ,

Hallo,

den Antworten von SBerater kann ich nur zustimmen. Natürlich muss die Kasse (die ist es meist) erstmal Verdacht schöpfen. Aber hier gilt "Murphy´s Law".

Die Folge wäre eine Einordnung der Werkstudententätigkeit als normale Arbeitnehmertätigkeit: Nachzahlung von Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung auf Basis des Einkommens. Wenn der Arbeitgeber glaubhaft macht, dass er getäuscht wurde, wird er die Zahlung seines Anteils ablehnen und sich von Dir holen.

Eine sichere Möglichkeit wäre, die Konstruktion vorab mit der Kasse abzuklären.

Kommentar von sik7887 ,

Wow das klingt wirklich nicht grade toll, indem Fall sollte ich das vielleicht wirklich vorher abklären...Könntest du mir sagen an welche Kasse ich mich da wenden müsste?

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