Frage von clarissa22, 29

Werden vom deutschen Finanzamt Namen der Geldanleger in Österreich abgefragt?

Meine Mutter hat seit etwa 10 Jahren Geld in Österreich angelegt (Sparguthaben und Fonds), soweit ich weiss ging immer pauschal eine Quellensteuer jährlich ab. Bei der deutschen Steuererklärung hat sie die Geldanlagen aber nie angegeben, sie dachte durch die Quellensteuer ist ihre Steuerpflicht erfüllt. Sie erhielt im Jahr ca. 300 Euro Zinsen netto. Nun werden anscheinend die Namen der Anleger von den österreichischen Banken ans deutsche Finanzamt gemeldet. Hat meine Mutter Steuerhinterziehung betrieben und wie soll sie sich verhalten?

Antwort
von Primus, 29

Es ist so, dass Banken innerhalb der EU die Finanzbehörden des jeweiligen Landes über Kapitaleinkünfte von EU-Ausländern informieren müssen. Somit sind die Anleger gezwungen, ihr im Ausland angelegtes Geld im Inland zu versteuern.

Von der Meldepflicht gibt es allerdings Ausnahmen. So hat sich unter anderem Österreich eine Ausnahmeregelung erstritten. Nach dieser Regelung, dem sogenannten Rückbehaltsmodell, erheben die Banken eine pauschale Steuer (Quellensteuer) auf die Kapitalerträge ausländischer Kunden und führen diese anonym an den eigenen Fiskus ab. Dieser wiederum behält einen Teil davon und leitet den Rest an die Finanzbehörden des Heimatstaates des ausländischen Anlegers weiter.

Alles weitere hier: http://www.banktip.de/rubrik2/20136/2/geldanlage-in-oesterreich.html

Antwort
von billy, 21

Die EU-Zinssteuer ist keine Abgeltungssteuer. Sie müssen Ihre ausländischen Zinserträge also trotz Abzugs der EU-Zinssteuer voll in Deutschland versteuern. Allerdings dürfen Sie die EU-Zinssteuer in Ihrer Einkommensteuererklärung angeben, damit sie auf die im Steuerbescheid festgesetzte 25 %ige Abgeltungsteuer angerechnet oder Ihnen erstattet wird. Dazu ist eine entsprechende Bescheinigung der ausländischen Zahlstelle über den Steuerabzug vorzulegen. Die EU-Zinssteuer wird Ihnen in voller Höhe ohne einen Anrechnungshöchstbetrag erstattet (§ 14 ZIV). Das gilt auch, wenn Sie mit Ihren gesamten Einkünften aus Kapitalvermögen unter dem Sparer-Pauschbetrag liegen. Zur Anrechnung tragen Sie die EU-Zinssteuer in die Anlage KAP auf der Rückseite in die Zeile 58 »anzurechnende ausländische Quellensteuer nach der ZIV« ein. http://www.steuernetz.de/aav_steuernetz/lexikon/K-25125.xhtml?currentModule=home

Antwort
von Schiko, 21

Mir ist zwar die Zahl der Oesterreichischen Banken nicht bekannt, meine aber solche Meldungen gibt es noch nicht. Es ist doch noch lange nicht gesagt ob Steuer anfällt, ist die Mutter Rentnerin, könnte sogar sein, es käme zur Erstattung von bezahlter Quellensteuer, nur als Beispiel, wird ohne Zinsen das Existenzminimum - 8160 Jahresbetrag/Freibetrag nicht erreicht dürfen die Zinsen derzeit 801/ 1602 led/vh. übersteigen. Nur so als Beispiel, meine Frau und ich haben 2500 Bruttorente und im Jahr 6000 Zinsen, trotzdem fällt keine Steuer an.

MfG.

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