Frage von Tessa44, 2

Werden immer weniger Betriebsrenten anbieten, wenns bei so niedrigen Zinsen bleibt?

Sollte man eine Betriebsrenten über die Firma abschließen,wenn die Chance besteht, ist der Chef dann auch bei Abschaffung dieser Form der Altersvorsorge später dran gebunden, wenn der Vertrag schon besteht? Angeblich kommen die Firmen durch die andauern niedrigen Zinsen immer mehr in Bedrängnis und viele werden die Betriebsrente dann vielleicht abschaffen, was meint ihr?

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von wfwbinder, 1

Die Unternehmen selbst haben kein Problem, wenn es sich um eine Direktversicherung handelt.

Also die Frage "sollte ich über meine Firma eineBetriebsrente abschließen?" ist davon nciht betroffen, ausser natürlich, dass deren LEistung geringer ist bei geringen Zinsen. Den Betrieb juckt das sozusagen nicht.

Die Betriebe können eventuell in Probleme kommen, mit eigenen Pensionszusagen, für die sie eine Rückdeckungsversicherung abgeschlossen haben.

http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/vorsorgen-fuer-das-alter/nach...

Kommentar von GAFIB ,

@Tessa44: Der Abschluss einer Betriebsrente muss individuell gut geprüft sein. Es ist nicht sicher, ob sie die lohnendste Vorsorgeform darstellt. Vielmehr hängt dies von mehreren Faktoren ab. Vgl. auch den Tipp im folgenden Link:

http://www.finanzfrage.net/tipp/wieviel-von-ihrer-betriebsrente-nach-abzug-von-k...

Antwort
von gandalf94305,

Ich nehme mal an, Du hast etwas in dieser Art gelesen:

http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/vorsorgen-fuer-das-alter/nied...

Betriebsrenten kommen nicht mehr oder weniger in Probleme, wenn es ein Niedrigzinsumfeld gibt, als dies für allgemeine Rentenversicherungen gilt. Direktversicherungen oder Pensionskassen werden ja normalerweise über entsprechende Versicherer abgewickelt, die diese Produkte für Unternehmen anbieten.

Die Lage dürfte sich außerdem in den nächsten Jahren schrittweise verbessern, da eine große Anzahl von Babyboomern, die solche Verträge haben, in Rente gehen und damit aus dem System mit ihren hochverzinsten Verträgen ausscheiden :-)

Die Zusagen von Verzinsungen für Neuverträge werden sich sicher anpassen müssen, wobei ja niemand derzeit davon ausgeht, daß die Zinsen ewig auf diesem niedrigen Niveau bleiben, sondern nur für einige Jahre, woraufhin sie wieder moderat steigen sollten. Andererseits sind Zinserträge ja nur eine mögliche Einkunftsquelle.

Während über Zeiträume von 30+ Jahren, über die solche Altersvorsorgeverträge ja laufen, durchaus eine marktübliche Rendite am Kapitalmarkt von 4-6% zu erreichen wäre, ist dies mit den bisherigen Trivialinvestments der Versicherer nicht mehr oder nur mit erhöhten Risiken möglich. Bisher konnten Versicherer dafür sogar noch hohe Gebühren kassieren, die die Performance entsprechender Verträge auffraß. Das war der deutliche Unterschied im Asset Management bei Versicherern gegenüber anderen institutionellen Anlegern.

Ich gehe davon aus, daß die Versicherer auch im Hinblick auf Solvency II Anforderungen ihr Geschäftsmodell in den nächsten Jahren ändern müssen und sich mehr in Richtung langfristiger, aktiver Vermögensmanagementansätze aufstellen sollten. Die Allianz hat das bereits vor 10 Jahren begonnen und schrittweise ausgebaut. Insbesondere das Engagement in Private Equity war damals für einen Versicherer fast schon revolutionär, hat sich aber gerade in den Jahren seit der Finanzkrise als ein sinnvoller Weg behauptet.

Man sollte daher bei der Altersvorsorge darauf achten, daß sinnvolle Mindestverzinsungen von 3-4% p.a. auf die Eigenanteile bestehen, damit die Inflation und eine nachgelagerte Besteuerung geschlagen werden. Da man in der Ansparphase jedoch auch Steuervorteile hat, dürfte das selbst unter sehr pessimistischen Markterwartungen zu erreichen sein.

Die betriebliche Altersvorsorge lohnt sich daher aus meiner Sicht weiterhin.

Antwort
von Kevin1905,

Der Anspruch des Arbeitnehmers auf betriebliche Altersvorsorge durch Entgeltumwandlung ist gesetzlich verankert. Heißt es MUSS durch die Firmen angeboten werden, abschaffen liegt nicht in derem Machtbereich.

Für die Durchführungswege Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds werden die entsprechenden Verträge extern realisiert (Z.B. bei Versicherungen). Hier kommen natürlich die niedrigen Zinsen schon in gewisser Weise zum Tragen.

Bei langer Laufzeit sollte man sich daher für fondsgebundene Lösungen offen halten.

Kommentar von GAFIB ,

DH, korrekt!

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