Frage von Musterapo1966, 213

Werden größere Überweisungsbeträge vom EU-Ausland nach Deutschland besteuert?

Ich bin vor ca. 5 Jahren ins EU-Ausland gezogen. Habe Erstwohnsitz entsprechend verlegt und Konto/Wertpapierdepot ebenfalls in das EU-Ausland übertragen. Nun würde ich gerne aus privaten Gründen wieder zurück nach Deutschland. Erstwohnsitz habe ich bereits wieder nach Deutschland verlegt und ein deutsches Konto/Depot eingerichtet.

Wie läuft das jetzt mit dem Kontoübertrag nach Deutschland? Kann ich den Geldbetrag in einem Rutsch überweisen? Fallen darauf Steuern an? Das Geld kommt vorwiegend aus Aktienverkäufen.

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Antwort
von LittleArrow, 166

Deutsche Steuern fallen auf den Zahlungseingang nicht an.

Zahlungs- oder Depotzugänge sind jedoch meldepflichtig gegenüber der Bundesbank (für statistische Erfassung). Deine deutsche kontoführende Bank berät Dich dabei.

Kommentar von Musterapo1966 ,

Danke für die Antwort! Ich habe im EU-Ausland studiert. Während des Studiums habe ich Aktien verkauft und Aktiengewinne realisiert, die im Vergleich zum deutschen Steuersatz (25%) wesentlich geringer besteuert wurden. Könnte es da Probleme geben? Z.b. der Vorwurf, dass ich nur zum Aktienverkauf ins EU-Ausland gezogen bin?!

Kommentar von LittleArrow ,

Der von Dir formulierte Vorwurf wird doch durch die Wohnsitzverlagerung (vor dem Aktienkauf) und durch das (abgeschlossene) Studium widerlegt.

Aber vielleicht meldet sich hierzu noch ein Steuerexperte.

Kommentar von Musterapo1966 ,

Der Aktienkauf hat damals in Deutschland vor Wohnsitzverlagerung ins EU-Ausland stattgefunden. Der Verkauf und die Besteuerung im EU-Ausland. Deswegen die Frage.

Kommentar von Rat2010 ,

Wenn es damals (also bei Verkauf) kein in D steuerpflichtiger Vorgang war, weil du in CH (alternativ USA oder sonstwo) steuerpflichtig warst, ändert ein Umzug nach D nichts daran.

Schau dir mal § 1 EStG an. Wenn man nicht in D steuerpflichtig ist, wird man es auch nicht durch einen späteren Umzug nach D.

Kommentar von Rat2010 ,

Ich denke, dass du den Fall etwas konkreter schildern solltest, weil dir sonst eine Auskunft auch von Experten wenig bringt.

So in der Art: "Meine Verwandten haben eine Vereinbarung, die ich mit den Steuerbehörden in Sankt Gallen, wo ich studierte, geschlossen habe genützt, um ihre Aktiengewinne, vor allem aber die wesentliche Beteiligungen und diverse Wertpapierdepots in der Schweiz, für die sonst eine Selbstanzeige hätte gemacht werden müssen, am deutschen Fiskus vorbei über mich steuerfrei zu realisieren/zu verkaufen. Weil die Vereinbarung mit dem shweizer Fiskus auch die Schenkungsteuer umfasste, frage ich mich jetzt, ob die Überweisung des elfstelligen Betrags auf Konten der verschiedenen Eigentümer steuerfrei sein kann."

Vielleicht war es nicht so sondern ganz anders. Wenn du jedenfalls hier keine Absolution - die dir eh nichts bringt, wenn du eigentlich wissen willst, was dir droht - sondern eine Antwort auf deine Frage willst, solltest du "etwas" konkreter werden.

Wenn du Steuerschweizer warst, dich also für fünf Jahre nur mit dem schweizer Steuerrecht rumschlagen durftest und wenn du wie geschrieben deine (Kapital-)Einkünfte dort ordentlich versteuert hast, ist das einzige Thema, dass du eventuell die Steuerbescheide (bis einschließlich 2015) und halt ordentliche Anschaffungsdaten für die Aktien brauchst, die du in der Schweiz gekauft hast. Wenn das die ganze Wahrheit ist, wird es mit dem deutschen Fiskus keine Probleme geben. Selbst wenn du um dem deutschen Fiskus zu entgehen (ich meine natürlich, bevor der steuerrelevante Vorgang passiert ist) in die Schweiz ausgewandert wärst, könnte Deutschland nichts machen. Die Schweiz ist voll von Deutschen, die aus dem Grund dorthin ausgewandert sind.

Kommentar von Musterapo1966 ,

Also ich erkläre es nochmal im Detail:

Ich bin aufgrund des Medizinstudiums nach Ungarn gezogen. Dabei habe ich meinen Erstwohnsitz ins EU Ausland verlagert sowie mein Wertpapierdepot übertragen, auf dem damals Aktien lagen die ich in Deutschland gekauft habe. In den letzen Jahren sind diese Aktien gut gestiegen und ich habe sie verkauft und entsprechend nach ungarischem Recht versteuert. Nun liegt auf meinem Konto ein höherer Geldbetrag. 

Da ich nun meinen Abschluss in der Tasche habe, möchte ich wieder meinen Erstwohnsitz in Deutschland haben, genauso wie mein Konto und Depot. 

Jetzt die Frage: Beim Übertrag meines Kontos inkl. der Aktiengewinne, muss ich noch etwas an Steuern nachbezahlen? Ich frage deshalb, weil sich der Steuersatz von Ungarn und Deutschland auf Aktiengewinne deutlich unterscheidet.



Kommentar von Rat2010 ,

Aus dem beschriebenen Grund (§ 1 EStG) ist das kein Problem. Entweder du bist, wenn du steuerpflichtige Erträge machst, in D Steuerpflichtig oder woanders. In dem Fall hat der deutsche Fiskus nichts zu wollen.

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