Frage von OebmOek,

Werden die Kosten für die Nebenkostenabrechnung vom Mieter getragen? Mehr dazu in der Beschreibung

Hallo an Alle, habe vor kurzem meine Nebenkostenabrechnung erhalten. Nach gewissenhaftem Prüfen fielen mir Fehler gegen unseren Gunsten auf. Diese Fehler hat auch auf die vorjährige Abrechnung. Sprich ich habe immer zu viel bezahlt. Nach Anklagen weigert sich mein Vermieter die Nebenkostenabrechnung zu überprüfen bzw. von einer Firma durchführen zu lassen, da dies 290€ kosten würde. Er meinte außerdem, dass er die Kosten von 290€ auf mich abwälzen würde. Ist dies rechtens? Kann ich auf eine Ausgleichszahlung der letzten Jahre fordern?

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Antwort
von williamsson,

Nein, das sind Verwaltungskosten. Du meinst doch nicxht das Ablesen von Heizkörpern und Wasseruhren? Das ist umlagefähig.

Antwort
von LittleArrow,

Das Mietrecht ist sehr formalisiert und daher gilt es, Anstand, Form und Fristen zu wahren. Als Laie ist man damit eindeutig überfordert (das gilt für beide Vertragsseiten!).

Ungerügte Fehler in der Abrechnung können dazu führen, dass sich der Vermieter auf stillweigendes Einverständnis beruft. Daher müssen Fehler richtig und rechtzeitig bemängelt werden. Mein Tipp für Dich: Werde Mitglied in einem örtlichen Mieterverein, der Dir einen Teil der Arbeit abnehmen kann für ca. € 60-85/Jahr. Dabei könnte eine Mieterrechtschutzversicherung eingeschlossen sein, da der Mieterverein Dich vor Gericht in D nicht vertreten darf.

Antwort
von Jakopp,

Wie kommt er auf 290 €? Die meisten Vermieter haben für so etwas eine einfache Software: http://www.awimmoware.de/show/lp-nebenkostenabrechnung-software Da gibt man alles ein und hat in 5 Minuten seine Korrekte abrechennung, wenn man denn auch alles richtig eingegeben hat! Der will sich doch nur davor drücken, dass Du ihm einen Fehler nachweist.

Antwort
von imager761,

Wieso benennst du nicht die behaupteten Fehler, wenn du zielführenden Rat erwartest?

Sämtliche Einwendungen gegen die Abrechnung müssen konkret fomuliert und n. § 556 (3) S. 5 BGB innerhalb einer Ausschlussfrist von einem Jahr vorgetragen werden, was eine rückwirkende Erstattung der bezahlten Vorjahresabrechnung schon mal ausschliesst :-O

Der VM ist keinesfalls zu einer Überpüfung verpflichtet, solange die Abrechnung

  • für einen Laien nachvollziehbar ist und

  • Mindestangaben

  1. Zusammenstellung der Gesamtkosten

  2. Angabe und Erläuterung der Verteilerschlüssel

  3. Berechnung des Anteils des Mieters

  4. Abzug der geleisteten Vorauszahlungen ausweist,

so BGH, Az: VIII ZR 298/80, Az: VIII ZR 371/04 :-O

Gerade weil der VM die Kosten einer profesionellen Abrechnung nicht an die M weitergeben kann, ist er zu deiner geforderten kostenpflichtigen Durchführung durch eine Fachfirma nicht verpflichtet :-O

Rechnungen und Belege zu den Kosten kannst du am Ort des VM einsehen oder kostenpflichtig in Kopie anfordern.

Ich rate dir dringend, danach die vermeindlich fehlerhafte Abrechnung fachlich überprüfen zu lassen, etwa bei einem Mieterverein.

Und - auch unter Vorbehalt - zunächst zu zahlen. Denn einen Nachforderung ist mit Rechnungstellung unverzüglich fällig und nach 30 Tagen in Verzug, was den VM zu einer sofortige Zahlungsklage oder Einbehalt deiner Kaution, die unverzüglich wideraufgefüllt verlangt werden kann, berechtigt :-O

G imager761

Antwort
von Sabine1302,

Die Kosten für die Erstellung der Abrechnung sind Werbungskosten für die Erträge aus Vermietung und Verpachtung, die kann der Vermieter beim Finanzamt geltend machen, aber nicht auf die Abrechnung setzen. Die Positionen was er ansetzen darf und was nicht, sind vorgeschrieben....

Er ist verpflichtet Dir als Mieter die Abrechnung zu erläutern und Du hast das RECHT die Belege dazu einzusehen. Er muss Dir also alle Rechnungen dazu zeigen (Gesetz).

Wenn es um größere Summen geht: Gehe zu Mieterschutzbund, die prüfen die Abrechnung und haben auch eine Rechtsberatungsstelle. Sie setzen Deine Forderungen auch durch. Lohnt sich aber nur, wenn die Erstattung den Mitgliedsbeitrag übersteigt.

LG SAbine

Kommentar von LittleArrow ,

Lohnt sich aber nur, wenn die Erstattung den Mitgliedsbeitrag übersteigt.

Das wäre eine sehr enge, viel zu enge Sicht des Nutzen einer Mitgliedschaft im Mieterverein! Der Mieterverein hilft nämlich auch in anderen mietrechtlichen Fragen, z. B. Mieterhöhung, Mietminderung, Vertragsauslegung/-änderungen, Modernisierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen, Wohnungsübergabeprotokollierung bei Auszug, Schönheitsreparaturen, Hausordung usw. Da geht es nicht nur um Erstattungen, sondern auch um wesentliche höhere Streitwerte, aber insb. auch um Mietfrieden!

Ich schätze Deine übrige Antwort mit einem DH!

Antwort
von billy,

Jeder Mieter hat die Nebenkosten die für seine angemieteten Wohnung entstanden sind zu übernehmen. Unstimmigkeiten zur Abrechnung, Tarifen, Einheiten und Kosten sind zwischen Mieter und Vermieter zu besprechen und zu klären.

Kommentar von LittleArrow ,

hat die Nebenkosten die für seine angemieteten Wohnung entstanden sind zu übernehmen

Nein, das ist nur der Fall, wenn der Mieter über den Mietvertrag dazu verpflichtet ist. Die Kosten müssen im Mietvertrag benannt werden. Die zulässigen Nebenkosten sind beinahe abschließend in der Betriebskostenverordnung aufgeführt.

Kommentar von Sabine1302 ,

Du machst es Dir sehr einfach. Erstes muss der Mieter nur die im Rahmen des Gesetzes oder im Mietvertrag aufgeführten Kosten übernehmen. Zweitens hat der Mieter ein PrüfungsRECHT und der Vermieter eine ErklärungsPFLICHT. Selbstverständlich sollte man klärende Gespräche führen, aber was , wenn wie hier , eine Partei nicht gesprächsbereit ist? Ist es nicht auch sinnvoll sich Hilfe von kompetenter dritter Stelle zu suchen? Kann auch zur Einsicht führen, dass der Vermieter im Recht ist und den Hausfrieden wiederherstellen........Oder der Mieter ist im Recht und erhält Geld zurück....

Antwort
von Privatier59,

Anklagen kann nur der Staatsanwalt, der Mieter kann sich allenfalls beklagen und mit diese Beanstandung hast Du recht: Verwaltungskosten dürfen nicht auf den Mieter abgewälzt werden. Ich hoffe allerdings, dass wir hier wirklich von einer Nebenkostenabrechnung reden und nicht von Heizkosten, denn die für die Erstellung einer solchen Abrechnung erforderlichen Arbeiten wie etwa Ablesen der Zähler etc kann der Vermieter durchaus umlegen.

Antwort
von robinek,

Um Dir zunächst hier weiterhelfen zu können sollte man schon wissen welche Fehler Dir aufgefallen sind? Gibt ja einige Fehlermöglichkeiten. Kannst ja, wenn der Vermieter micht dazu bereit ist die Abrechnung selbst, neutral, überprüfen lassen. Verbraucherzentrale, Mieterschutzverein usw. Diese Überprüfungen kosten mit Sicherheit keine 290,--€

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