Frage von LotarB, 100

Wer zahlt Anwaltskosten, wenn ein Prozess erfolgreich war ?

Ich bin gegen eine Bank, wegen zu unrecht erhobenen Kreditbearbeitungsgebühren, mit einem Anwalt vorgegangen. Ich hatte zuvor die Bank eindeutig ( mit vorliegenden Dokumenten ) aufgefordert, die Kreditbearbeitungsgebühren zurück zu erstatten, was die Bank ablehnte. Auch die von mir gesetzten Fristen zur Rückzahlung blieben erfolglos, darauf hin kündigte ich die Einschaltung eines Anwaltes an, um meine Rechte durchzusetzen. Ein Anwalt übernahm diesen Fall und war erfolgreich durch ein BGH Urteil. Die Bank zahlte zunächst die Kreditbearbeitungsgebühr zurück, allerdings ohne Zinsen. Nachdem auch die Zinsen, auf Grund der Tätigkeit meines Anwaltes gezahlt wurden , weigert sich jetzt die Bank die entstandenen Anwaltskosten zu zahlen, obwohl meinerseits alle dafür gesetzten Regeln beachtet wurden. ( Rechtsanwaltsgebühren können dann zurückgefordert werden, wenn der Kunde das Kreditinstitut vor der Einschaltung des Rechtsanwaltes, erfolglos zur Zahlung aufgefordert hat. ) Ich habe sogar eine letzte Frist zur Zahlung gesetzt und eindeutig erklärt, dass ich bei Nichteinhaltung der von mir gesetzten Frist, ich einen Fachanwalt einschalten werde. Jetzt empfiehlt mir mein Anwalt eine Honorarklage gegen die Bank,( mit einem Risiko ) das aber leider für mich weitere Kosten verursachen kann und die Rückerstattung und darüber hinaus aufbrauchen würde . Was raten Sie mir ?

Ich möchte Sie höflichst bitten, mir dieses Schreiben möglichst schnell zu beantworten.

Vielen Dank im Voraus,

Lotar Böschen

Antwort
von Primus, 100

Die Anwalts- und Gerichtskosten trägt in der Regel der Unterlegene. Auch in Deinem Fall wird die Bank sich nicht weigern können, wenn Du die Unterlagen, von denen Privatier59 schreibt, vorweisen kannst.

Antwort
von Nobbi007, 95

In der Regel sagt der Richter bei Urteilsverkündung wer die Kosten trägft. Dies ist meistens der Unterlegende, manchmal auch der Staat und im Worst Case jede Partei für sich. Kommt immer drauf an.

Antwort
von Franzl0503, 92

Lotar:

Dein Anwalt war, was die Hauptforderung und die Zinsen anbelangt, erfolgreich. Ihm hast du voher den Sachverhalt geschildert und ihm die Unterlagen samt Korrespondenz mit der Bank vorgelegt. Ihm ist also die Qualität der verwertbaren Beweise bekannt. Nach alledem kann er - nicht wir - dir Angaben über das Prozess- und Kostenrisko machen. Liegt das Honorar über den gesetzl. Gebühren, wirst du in Höhe der Differenz keinen Erfolg haben.

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Antwort
von billy, 70

Normalerweise wird in jedem Prozess vom Richter auch festgelegt wer welche Kosten zu tragen hat, in dem beschriebenen Fall ist das nach meinem Verständnis die Bank. Wenn ich die Schilderung der Fragestellung richtig verstehe sieht das Ihr Anwalt genau so. Letztlich liegt die Entscheidung für die Honorarklage aber bei Ihnen, leider haben Sie auch nicht weiter ausgeführt von welchen Risiken Ihr Anwalt sprach.

Antwort
von hildefeuer, 63

Ja. so ist das meistens in Deutschland. Man hat zwar Recht bekommt es auch zugesprochen und muss trotzdem zahlen. Du hast unser Rechtssystem noch nicht verstanden. Aber Du hast ja Lehrgeld bezahlt.....

Antwort
von Privatier59, 73

Welche Alternative bleibt Dir? Wenn Du die Anwaltskosten erstattet haben willst, dann mußt Du Klage erheben. Aufgrund des geschilderten Sachverhalts erscheint diese dem Grunde nach erfolgversprechend. Hoffentlich hast Du die Schreiben an die Bank per Einschreiben versendet bzw. Eingangsbestätigungen Deiner Schreiben von der Bank erhalten. Das könnte der einzige Schwachpunkt werden. Ob die Honorarforderung der Höhe berechtigt ist, können wir natürlich nicht beurteilen da uns dazu keine Informationen vorliegen.

Antwort
von TOPWISSENinfo, 59

Sobald eine Kostengrundentscheidung erfolgte, kann, soll und wird ein Anwalt wohl seine Kosten von Gericht festsetzen lassen, das wäre so das übliche Vorgehen. Nach der Festsetzung kann man dann eine vollstreckbare Ausfertigung beim Gericht beantragen, mit dieser kannst du nun einen Gerichtsvollzieher einschalten, der wird das Geld bei der Bank einfach pfänden. Aber dein Anwalt müsste die Vorgänge kennen, ich weis jetzt nicht, weshalb er es Dir nicht so erklärt hat, evtl. gibt es noch etwas, was du hier nicht erwähnt hast... ^^

Auch JobCenters werden von den ALG2 Empfängern oft so gepfändet, ist nichts Besonderes... ^^

Kommentar von TOPWISSENinfo ,

PS: Das mit JobCenter soll "... so vollstreckt" heißen, nicht "so gepfändet" :)

Kommentar von Franzl0503 ,

Topwissen:

Ich vermag aus dem Sachvortrag von Lotar B nicht erkennen, dass die Sache gerichtsanhängig war, vielmehr dürften sich die Beteiligten außergerichtlich geeinigt haben, was die Hauptforderung und die Zinsen anberlangt..

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