Frage von marapola,

Wer versteht die Berufsunfähigketisversicherung

Ich versuche eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Fondsansparung der grossen A-Versicherung zu verstehen (Vers.einer Bekannten). Auf direkte Anfrage bei "A" bekam ich folgende Antwort: Bei dem Beitrag über monatlich 40,57 EUR ist brutto gleich netto. Bei der Beitragskalkulation sind Garantieverzinsung, Kosten und Sterblichkeit zu berücksichtigen. Monatlich wird ermittelt, welcher Teil des Beitrags nach Berücksichtigung dieser drei Faktoren für die Fonsanlage zur Verfügung steht. Hierbei ist auch Ihr jeweils erreichtes Alter und die Restlaufzeit des Vertrag ausschlaggebend. Die Darstellung der einzelnen Beitragsteile ist nicht möglich (Ende Antwort). Hä - was soll das denn heißen - ist der Vertrag nicht durchkalkuliert? Versteht das jemand? Ist das ein guter Vertrag? Der Vertrag besteht seit 5 Jarhen. Bin gespannt auf Eure Antworten! Marapol - ein Versicherungsversteher - Anfänger

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von barmer,

Hall,

mit den wenigen Angaben kann man das kaum verstehen. Was soll alles versichert sein `?

Könnte es sein, dass es eine BU ist, bei denen die Gewinnanteile, die üblicherweise a.) sofort verrechnet oder b.) zur Leistungserhöhung bei BU dienen, stattdessen in einen Fonds fließen ? Das würde erklären, dass sie das nicht angeben können, weil die Gewinne natürlich schwanken können.

Da gibt es dann 2 Unsicherheiten: a.) wie hoch sind die Gewinne ? Und wie entwickelt sich der Fonds ? Aber wenn das nicht gerade als Altersversorgung verkauft wurde, kann das noch o.k. sein.

russ

Barmer

Kommentar von marapola ,

Ja, so könnte es sein - lediglich die Aussage "monatlich wird ermittelt" (Antwort A-Ges.) passt nicht dazu. Der Überschuss wird doch sicherlich jährlich ermittelt und festgelegt. Weiter: Bei der beispielhaften Modellrechnung im Versicherungsschein von 2007 (es kommt ein Gesamtkapital zum Ablauftermin raus!) heißt es: Zugrunde gelegt wurde eine jährlich gleichbleibende Wertsteigerung der Fondsanteile um 3% und eine in die Überschussbeteiligung einfließende Verzinsung, die um einen Prozentpunkt niedriger ist als die derzeitige Verzinsung. Ziel meiner BEmühungen ist es, zu bewerten ob der Preis für diese kleine BU-Absicherung angemessen ist. Vielen Dank und freundliche Grüße - marapola

Antwort
von Sobeyda,

Die Antwort "Die Darstellung der einzelnen Beitragsteile ist nicht möglich" bedeutet: Unser EDV-System ist nicht in der Lage das darzustellen und wir haben keine Lust es manuell zu berechnen. Denn erstens macht das Arbeit und zweitens würdest Du dann merken, dass so gut wie nichts in den Fonds geht.

In den 40,75 EUR dürfte auch ein Ratenzahlungszuschlag enthalten sein. Außerdem frage ich mich, warum ein Riskobeitrag für Sterblichkeit entnommen wird, eine BU leistet doch gar nicht bei Tod. Oder hängt da noch eine Risikolebensversicherung mit drin? Dann würde es passen. Aber es fehlt dann noch der Risikobeitrag für das Invalidisierungsrisiko, also das, was eine BU eigentlich abdeckt.

Natürlich muss das Unternehmen die einzelnen Beitragsteile berechnne können, wie soll es sonst den Anteil bestimmen können, der in die Fondsanlage geht. Da die Sterblichkeit und die Invalidisierungswahrscheinlichkeit mit zunehmendem Alter steigt, steigt auch der Anteil am Beitrag dafür, so dass im Endefffekt mit jedem Jahr weniger für die Fondsanlage übrig bleibt.

Ob das sinnvoll ist? Eher nicht. Eine BU-Versicherung ist ja kein Sparvorgang, sondern es soll das Risiko "Berufsunfähigkeit" abgedeckt werden. Daher machen Kapitalanlagen, welcher Art auch immer, dort nach meiner Meinung wenig Sinn.

Üblich ist hierdie Gewinnverwendung "Beitragsverrechnung". Dann zahlt der Kunde nur den (nicht garantierten) Nettobeitrag und nicht den höheren Bruttobeitrag.

Kommentar von Niklaus ,

Sehr gute Antwort. Besser geht kaum. DH. Da spar ich mir mein Antwort. du hast in allen Punkten recht.

Kommentar von marapola ,

Ja - aber bitte etwas konkreter - man muss das System doch etwas aufbröseln - um die mit negative Einstufung zu untermauern.

Kommentar von Candlejack ,

Du MUSST überhaupt nichts aufdröseln, Du dröselst ja auch andere Preise nicht auf. Du MUSST für Dich entscheiden, ob Dir das Produkt und die Leistung den Preis wert sind und fertig ;-) Und welche negative Einstufung muss man untermauern ?

Kommentar von marapola ,

Hallo, vielen Dank für diese Antwort, ist recht nett und teilt meine Einschätzung. Kann mir jemand noch etwas konkreter helfen, wie kann ich konkrete Zahlen bekommen? Wer kann einschätzen was die "A" hier monatlich berechnen will. Das würde mich auch grundsätzlich interessieren - wie gesagt - bin "Versicherungscversteher - Anfänger!

Kommentar von Candlejack ,

Wie kann ich konkrete Zahlen bekommen gar nicht, wenn die Allianz (ist das so schwer und so geheim oder wieso nennen wir die Leute nicht einfach mal beim Namen ?) keine rausrücken will ! Ich will das gar nciht einschätzen, ich muss nur verstehen, wie eta kalkuliert wird, wie sich das im Gegensatz zu anderen Konzepten verhält und ob dieses Konzept an den Mann zu bringen ist... Alle Versicherungsversteher scheitern irgendwann ;-) Selbst die, die das jahrelang gelernt haben und auch praktizieren ;-)

Kommentar von Candlejack ,

Eine sehr gute Antwort. Selbst wenn die Versicherung das nach außen darstellen könnte, wird sie es nie machen. Der Kunde kann und SOLL doch nicht verstehen, wie das Ding kalkuliert wird. Ich will auch nicht wissen, wieviel von meinem Auto der Motor, das Gaspedal etc. kostet oder wieviel von meinem Brötchen Mehl, Arbeit und Co sind. Wieso nur will das jeder bei Finanzdingen verstehen ?

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