Frage von deeich, 4

Wer und wann in welche Steuerklasse? (Eine Verständnisfrage)

Liebe Experten,

Situation wie folgt: Heirat steht bevor. Bruttolohn1 monatlich, Frau: 5900 €. Bruttolohn 2, Mann: 3800 €.

Die diversen Rechner im Internet kommen natürlich zu dem Ergebnis III und V. Im Vergleich zu der IV und IV mit Faktor ergibt sich eine um rund 1000 € im Jahr geringere Lohnsteuer.

Die Verständnisfrage: Zu lesen ist, es lohne sich III und V. Allerdings bliebe die Jahressteuerschuld immer gleich. Bedeutet dies, dass die berechnete 1000 € Differenz letztlich gar keine Rolle spielt?

Welche Steuerklassen wären sinnvoll, falls ein Kind ins Spiel käme und die Frau, wie in diesem Fall, 1 Jahr den Maximalbetrag des Elterngeldes beziehen würde? Wer sollte wann (vorher und nachher) wie wechseln?

Vielen Dank ED

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Antwort
von Kevin1905, 1

Die Aussage, dass die Einkommensteuerschuld immer gleich bleibt ist korrekt, diese orientiert sich am zu versteuernden Einkommen nicht an der Lohnsteuerklasse.

  • III/V --> Weniger Abzüge, Gefahr der Nachzahlung, Einkommensteuererklärung verpflichtend
  • IV/IV --> Höhere Abzüge, geringere Gefahr der Nachzahlung, evtl. Erstattung, i.d.R. keine Pflicht zur Abgabe.

Das Faktorverfahren bei IV/IV könnte die Lösung bringen.

Elterngeld ist nicht meine Baustelle.

Antwort
von KontenCD, 4

......Welche Steuerklassen wären sinnvoll, falls ein Kind ins Spiel käme und die Frau, wie in diesem Fall, 1 Jahr den Maximalbetrag des Elterngeldes beziehen würde?

Bemessungszeitraum für das Elterngeld ist das Jahr (die letzten 12 Monate) vor der Geburt. Dabei ist die Steuerklasse maßgebend, die in diesen 12 Monaten überwiegend gegolten hat. Hatte die Ehefrau also 7 Monate vor der Geburt die Steuerklasse III, wird ihr Elterngeld auch nach dem Netto mit dieser Steuerklasse berechnet.

Antwort
von Meandor, 1

Es stimmt, dass durch die Steuerklasse III und V der unterjährige Lohnsteuerabzug geringer wird. Die jährliche Einkommensteuer verändert sich dadurch aber überhaupt nicht.

Aus diesem Grund ist bei Steuerklasse III und V damit zu rechnen, dass es bei der jährlichen Einkommensteuererklärung (die durch diese Steuerklasse Pflicht ist) zu einer Nachzahlung kommt.

Antwort
von deeich, 2

Zunächst vielen Dank!

Ist also die Gesamtliquidität beider im Laufe des Jahres eher zweitrangig, ist die Wahl der Steuerklassen nahezu beliebig. Die Differenz von 1000 € würden bei der Steuererklärung ausgeglichen?

Wenn das so ist, worin liegt dann genau der steuerliche Vorteil (Simpel: Ein Plus an € im Portmonnee) einer Heirat und wie lässt dieser sich errechnen?

Falls jemand noch etwas zu diesem Thema bzgl. Kind sagen kann, gerne...

Antwort
von SBerater, 1

Allerdings bliebe die Jahressteuerschuld immer gleich

ja, das ist so. Egal, welche Steuerklassenverteilung man hat, ob III / V oder V / III oder IV / IV. Bei der (Einkommens)Steuererklärung wird alles in einen Topf geworfen und das zu versteuernde Einkommen entscheidet über die zu zahlende Gesamtsteuer. Steuerklassen haben eine Auswirkung auf die Lohnsteuer, die man als Vorabzahlung an das Finanzamt verstehen sollte. Mit der Steuererklärung wird dann berechnet, wie hoch die Steuerzahlung ist (und die ist immer gleich), ob man was bekommt, ob man was nachzahlen muss.

Mit der Klassenkonstellation kannst du für mehr oder weniger Liquidität während des Jahres sorgen, aber NICHT für eine geringere oder höhere Jahressteuer!

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