Frage von Marialisa,

Wer muss für Lohnsteuer aufkommen?

Ich hatte am Freitag ein Vorstellungsgespräch für eine Aushilfstätigkeit. Da hat mich der Filialleiter des Supermarktes gefragt, ob ich eine Lohnsteuerkarte vorlegen kann oder lieber die 2% pauschale Lohnsteuer zahlen möchte? Da war ich ehrlich gesagt irretiert, da ich immer fest der Meinung war, dass die Sozialabgaben und auch die Lohnsteuer bei einem Minijob vom Arbeitgeber zu tragen sind. Un wenn man im Internet unter den Rubriken Minijob nachsieht, wird es auch immer so dargestellt. Kann es also wirklich sein, dass der Arbeitnehmer für die pauschale Lohnsteuer aufkommen muss?

Hilfreichste Antwort von wfwbinder,
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§ 40a EStG, der Arbeitgeber kann, bei nichtvorlage einer Lohnsteuerkarte, die Lohnsteuer pauschlan mit 2 % erheben.

Also erheben, demnach nicht selbst tragen. Aus der Formulierung ergibt sich, das der AG die 2 % abziehen darf.

Antwort von Tina34,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Siehe auch einfach auf der Seite der Minijobzentrale nach die haben das da veröffentlicht!

Besteuerung des Arbeitsentgelts aus geringfügigen Beschäftigungen

Das Arbeitsentgelt von Minijobbern ist stets steuerpflichtig. Die Lohnsteuer kann pauschal oder nach den Merkmalen der Lohnsteuerkarte erhoben werden.

Im Falle der pauschalen Besteuerung ist der Arbeitgeber Steuerschuldner. Der Arbeitgeber hat die Möglichkeit, die Steuer auf den Arbeitnehmer abzuwälzen. Der pauschal versteuerte Lohn bleibt in jedem Fall bei der persönlichen Einkommensteuerveranlagung des Arbeitnehmers unberücksichtigt.

Wählt der Arbeitgeber für einen Minijob nicht die pauschale Lohnsteuererhebung, so ist die Lohnsteuer vom Arbeitsentgelt nach Maßgabe der vorgelegten Lohnsteuerkarte zu erheben. Die Höhe des Lohnsteuerabzugs hängt von der Lohnsteuerklasse ab. Bei den Lohnsteuerklassen I (Alleinstehende), II (bestimmte Alleinerziehende mit Kind) oder III und IV (verheiratete Arbeitnehmer/innen) fällt für das Arbeitsentgelt bis 400 Euro keine Lohnsteuer an; bei den Lohnsteuerklassen V oder VI erfolgt hingegen schon bei geringen Arbeitsentgelten ein Steuerabzug.

Unabhängig von der Steuerklasse - und damit auch in den Fällen der Steuerklassen I bis IV, in denen es im 400-Euro-Bereich noch keinen monatlichen Steuerabzug gibt - ist der in der Lohnsteuerkarte eingetragene Lohn bei der jährlichen Einkommensveranlagung zu berücksichtigen.

Auf folgenden Seiten werden die maßgeblichen Regelungen dargestellt und erläutert:

* Besteuerung des Arbeitsentgelts aus geringfügig entlohnten Minijobs (Minijob auf 400 Euro Basis)
*

  Besteuerung des Arbeitsentgelts aus kurzfristigen Minijobs
Antwort von Adoeser,
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Es ist tatsächlich so, dass die Lohnsteuer auf den Arbeitnehmer abgewälzt werden kann. Wenn du bereits eine Hauptbeschäftigung ausübst, bei der du die Lohnsteuerkarte brauchst, dann übernimm auf alle Fälle die 2% Lohnsteuer, denn damit ist dann auch die Versteuerung bei der Einkommensteuererklärung hinfällig, da es mit den 2% bereits abgegolten ist. Bei Vorlage einer Lohnsteuerkarte, bei Zweitbeschäftigung mit Klasse 6, hieße das eine Komplettversteuerung der gesamten Aushilfstätigkeit.

Kommentar von Rat2010,

Hast du dazu netterweise eine Quelle, also irgendwie ein Gesetz, in dem das drinsteht?

Hört sich für mich irgendwie abenteuerlich an.

Kommentar von wfwbinder,

ist eindeutig, siehe meine antwort.

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