Frage von althaus,

Wer legt den Betrag der Mietminderung fest, wenn Schimmel in der Wohnung eintritt?

Wer wird für die Ermittlung herangezogen? Oder darf der Mieter das selbst festlegen? (Für Wichtigtuer: Es liegt noch keine Mietminderung vor, will mich nur schlau machen, falls sowas eintreten sollte!)

Antwort
von imager761,

Zunächst setzt Mietminderung einen Mangel i. S. d. G. voraus, den der Vermieter zu verantworten hätte und von dem er Kenntnis hatte (Mängelanzeige).

Nur dann und ab Zeitpunkt der Kenntnis setzt der Mieter die Minderung fest, idealerweise in angemessener Höhe des für ihn anwendbaren Falles nach sog. "Mietminderungstabellen", z. B.: http://www.hanhoerster.de/html/mietminderung.htm

Die kann man gerichtlich überprüfen lassen, denn Mietminderung ist Richterrecht nach Würdigung konkreter Einzelfallumstände. Im Regelfall wird der Mangel aber zeitnah behoben und bestünde allenfalls wenige Tage.

Beim 5 Tagen und 20% Minderung bei 450 EUR Warmmiete wären das 15 EUR - wer macht dafür ein Fass auf?

Bei ungerechtfertigter Mietkürzung hingegen macht Zahlungsaufforderung aus Mietrückstand, qaulifizierte Abmahnung aus Vertragsverletzung und Kündigungsandrohung deutlich mehr Sinn.

G imager761

Kommentar von althaus ,

Danke für den sehr fachlichen Rat. Kompliment. D.H. Gruß althaus.

Antwort
von Kevin1905,

Das Ausmaß des Mangels hat entscheidenden Einfluss darauf, welche Höhe akzeptabel ist.

Der Mieter entscheidet aber wie viel er mindert.

Letztendlich rechtskräftig festlegen könnte es ein Richter aber auch der würde sich an Gutachten von Experten und Sachverständigen orientieren.

Antwort
von Schmitti,

Grundsätzlich heißt es, dass 20 Prozent der "Nettokaltmiete" abgezogen werden. Es sind allerdings bis zu 100 Prozent möglich. Allerdings ist der Mieter in der Beweispflicht, dass er nicht selber für den Schimmel verantwortlich ist. Das heißt, es muss nachgeweisen werden, dass:

Die Raumtemperatur bei konstant mindestens 20 Grad liegt und die Luftfeutigkeit bei nicht über 50 Prozent liegt.

Mit der Luftfeutigkeit lässt sich das mit dem Öffnen der Fenster leicht feststellen: Man kann sehen, ob ein Wasserblag auf dem Fenster leigt. Wenn ja, ist die Feuschtigkeit zu hoch.

Kommentar von althaus ,

Danke!

Antwort
von Privatier59,

Das übliche Verfahren ist, daß der Mieter Forderungen stellt die man normalerweise nur auf dem Wunschzettel zu Ostern oder Weihnachten findet. Der Vermieter antwortet wie Dagobert Duck und man trifft sich in der Mitte. Wenn man sich nicht treffen will, trifft man sich vor Gericht und wenns einen da ganz arg trifft, kommt man an einen ganz linken Vogel, was bei Mietrichtern nicht selten ist. Und dieser Weihnachtsmann toppt dann noch den Osterhasen.

Antwort
von kalimba,

es gibt für jede Art an Mietminderungsgründen eine sogenannte Mietminderungstabelle die als Orientierungshilfe dient.

Hier,

http://www.hanhoerster.de/html/mietminderung.htm

Aber generell solltest Du auf anwaltliche Hilfe gerade bei diesem Thema nicht verzichten.

Antwort
von anitari,

Um wieviel die Miete gemindert wird legt i. d. R. der Mieter selbst fest.

Besser wäre es natürlich es von einem Anwalt oder dem Mieterbund machen zu lassen.

Für die Ermittlung der Höhe gibt es diverse Tabellen und Urteile.

Letztendlich kommt es aber auf den Einzelfall an.

Hier Tipps dazu http://www.mietminderung-tipps.de/

Kommentar von Privatier59 ,

Das ist die sachliche Variante zu meiner anschaulicheren Beschreibung!

Kommentar von althaus ,

Danke. Ich versuche nur zu verstehen wieviel Schimmel zumutbar ist, den man mit einem Schimmelspray selbst beseitigen kann. Es handelt sich nur um eine oder zwei Handflächen an Schimmelpilzbildung.

Kommentar von imager761 ,

Die in 8 von 10 Fällen, meist in Bad oder Schlafzimmer unsachgemäßem Heizen und Stoßlüften feuchtigkeitgsgesättigter Luft geschuldet und damit eben kein Mangel der Mietsache sind.

G imager761

Kommentar von althaus ,

@imager, danke, aber wie weise ich das nach, wenn der Mieter behauptet er lüftet 3 bis 4 x am Tag (obwohl er den ganzen Tag arbeitet!), Wer zahlt den Bausachverständiger? Gilt das was er herausfindet?

Kommentar von anitari ,

Der Mieter wird ja nicht 24 Stunden arbeiten sein. Da bleibt genug Zeit um 3 - 4 mal zu lüften. Das kann auch morgens vor der Arbeit, abends nach der Arbeit und/oder in der Nacht sein.

Falsches Lüften erkennt man oft das sich der Schimmel hauptsächlich über dem und um das Fenster herum bildet. Das ist meist die Folge von Dauerlüften per Kippstellung.

Wer zahlt den Bausachverständiger?

Der der ihn beauftragt natürlich.

Meinen Mietverträgen liegt immer das Merkblatt "Richtig heizen und lüften" bei und für den Mieter der EG-Wohnung noch ein extra Blatt für richtiges Lüften im Sommer.

Kommentar von anitari ,

Die in 8 von 10 Fällen, ...

Damit hast Du Dir jetzt den Unmut fast aller Mieter Deutschlands zugezogen;-)

Kommentar von LittleArrow ,

Hoffentlich weicht der anfängliche Unmut über diese Aussage einer gründlichen Nachdenklichkeit über das eigene Lüftungsverhalten.

Da meinen doch selbst seit langem pensionierte Mieter (das sage ich so nur, um die Altersklasse zu umschreiben;-), dass sie das schon immer richtig gemacht haben. Vermieter und Mieter sollten bei einer gemeinsamen Ortsbegehung und Vorführung der Lüftungsmaßnahmen dieses Verhalten abgleichen.

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