Frage von DorisSch, 4.516

Wer hat mit Friendsurance.de Erfahrungen gemacht?

Man kann da anscheinend Geld sparen, wenn man mit Freunden zusammen Versicherungen abschließt und alle schadenfrei bleiben. Wer kennt das Prinzip und hat Erfahrungen damit gemacht?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von JanaP42,

Hi,

ich habe seit letztem Jahr eine Haftpflichtversicherung bei Friendsurance. Und es klappt: ich habe im Februar meine erste Rückzahlung bekommen: Über 20 Euro!!!

Das Besondere bei Friendsurance ist, dass du - egal wie viele Schäden deine Freunde haben - höchstens den normalen Beitrag bezahlst. Die kleinen Schäden werden nämlich über die angesparten Rückzahlungen reguliert. Das Geld ist also schon bei Friendsurance und die überweisen das dann an denjenigen mit Schaden. Man muss also nicht bei seinen Freunden direkt fragen.

Und im schlimmsten Fall - wenn meine Freunde und ich viele Schäden haben - wird eben die gesamte Rückzahlung verwendet und keiner bekommt Geld zurück., zahlt aber eben auch nie drauf.

Ich bin begeistert und freu mich auf meine nächste Rückzahlung ;)

Antwort
von Savannah, 4.516

Ich denke nicht, dass Huskyman das Prinzip verstanden hat.

Als Fachfrau aus diesem Bereich sehe ich jetzt erstmal kein Risiko. Es ist ja nicht so, dass der Versicherungsvertrag gekündigt wird und die gesamten Versicherungsbeiträge in einen privaten Topf fließen, aus dem alle Schäden bezahlt werden. Die Versicherung bleibt bestehen.

Bei dem Unternehmen, lasst es uns Buddysurance nennen, soll es ja so sein, dass es eine Art Gruppenversicherungsvertrag für einen kleinen Kreis Versicherter gibt, der grundsätzlich günstiger ist, als wenn z.B. 7 Leute Einzelverträge haben. (Man kennt ja auch Mengenrabatt beim Warenkauf) Die Beitragsersparnis durch Gruppenversicherung wird dann aber von der Gruppe nicht weniger bezahlt, sondern es wird weiterhin der Beitrag entrichtet, der beim Einzelvertrag gezahlt wurde.

Beispiel: Conny und ihre sechs Freunde haben jeder eine Haftpflichtversicherung, für die jeder einzelne monatlich 10€ kostet. Sie geben also alle zusammen 70€ aus. Durch den Abschluss einer Gruppenversicherung über Buddysurance, die für alle 7 Freunde zusammen 42€ monatlich kostet, sparen sie pro Kopf nun 4€ im Monat. Diese zahlen sie aber nicht weniger ein, sondern sparen diese 4€ (mtl. also 28€) in den von Buddysurance zur Verfügung gestellten Spartopf. Wenn keiner in der Gruppe einen Schaden hat, werden diese 336€ (28 € Ersparnis x 12) nach einem Jahr anteilig an die Gruppe ausgeschüttet. Es erhält also jeder 48€ zurück.

Abwandlung: Conny hat nun doch einen Schaden über 50€ verursacht. Dieser Schaden wird aus dem Spartopf der Gruppe gezahlt und von den sonst zusammengesparten 336€ abgezogen. Es erhält nun jeder wegen des kleinen Schadens noch 40,86€.

Abwandlung II: Conny verursacht einen Schaden über 3500€. Dieser Schaden übersteigt das Sparguthaben im Gruppentopf um ein Vielfaches. Nun springt, damit Conny den Schaden nicht zahlen muss, die Gruppenversicherung ein und zahlt diesen Schaden.

Im Übrigen ist auch das angesprochene Unternehmen als Versicherungsmakler eingetragen, denn es agiert mit offiziellen Makleraufträgen. Die Dramatik, die Huskyman beschreibt, ergibt sich also entweder nicht bei diesem Unternehmen oder auch bei jedem Makler. Soll heißen: auch die haften für Falschberatung. Das Problem dabei ist für den Versicherten grundsätzlich nur immer, dass er die Falschberatung beweisen muss. Dies ist in den wenigsten Fällen möglich, da die Versicherten bei Vertragsschluss meistens blind das sog. "Beratungsprotokoll" unterzeichnen, mit denen sämtliche Versicherungsverkäufer erstmal safe sind...

Vorteile: + tendenziell weniger Versicherungsbetrug, da jeder Geld zurück will + Es kann Geld zurück geben, nicht alle Beiträge sind verloren

Nachteile: - Man mag vielleicht keine Schäden mehr melden, um seinen Freunden/der Gruppe nicht die Beitragsrückzahlung zu versauen - der ganze Service läuft rein online, keine persönliche Beratung - Von den Kooperationsversicherungen, die diesen Service mitmachen, sind viele in meinen Augen unseriös, bzw. machen erfahrungsgemäß Schwierigkeiten im Schadenfall (d.h. weigern sich zu zahlen, etc.)

Antwort
von huskyman,

Das Grundprinzip einer Versicherung beruht darauf, das lt. Statistik jedes Jahr nur ein gewisser Prozentsatz der Menschen ein unvorhersehbares Ereignis haben (Versicherungsfall). Deshalb zahlen alle in den gleichen Topf ein. Die Alternative wäre, die Gefahr selbst zu tragen.

In diesem Zusammenhang: Beitragsanpassungen sind gesetzlich geregelt.

Beispiel Privathaftfpflichtversicherungen

Nur wenn insgesamt im Vergleich zum Vorjahr sich Anzahl und Höhe der Schäden um mehr als 5 Prozent erhöht haben, dürfen die Versicherungen ihre Beiträge (gesetzlich verankert) die Beiträge für das kommende Versicherungsjahr erhöhen. Passieren weniger Schäden, muss der Beitrag gesenkt werden. Für den einzelnen Versicherungskunden sind somit nicht nur die Versicherungsfälle, sondern auch die Beiträge und die Beitragserhöhungen kalkulierbar.

Bei dem von Dir beschrieben Geschäftsmodell, von dem ich dringend abraten muss, wird zusätzlich zur Versichertengemeinschaft quasi eine Unter-Versichertengemeinschaft gegründet. Die versprochenen Rabatte und Zuschläge sind stark abweichend von oben beschriebener Regelung.

Du verteilst also das Risiko nicht auf Tausende Mitversicherter sondern nur auf einen kleinen Kreis von Freunden.

Das Risiko erhöht sich somit um ein Vielfaches. Warum wird so etwas angeboten? Weil es sich rechnet für die Versicherung.

Wichtiger als die Frage ob man etwas Geld sparen kann, ist die Frage ob in einem Versicherungsfall sogenannte Versicherungs- oder Versorgungslücken auftreten können, die dich finanziell in den Abgrund ziehen können.

Während Vermittler und Mehrfachagenten nicht dem Kunden verpflichtet sind und nur die Verträge gegen Provision weiterleiten gibt es den Beruf des Versicherungsmaklers, der ausschließlich die Interessen des Kunden vertritt. Per Vertrag ist er dazu verpflichet, Dich auf alle Versorgungslücken hinzuweisen. Tut er das nicht und es kommt im Schadenfall aufgrund falscher Beratung zu einer Versicherungslücke, so ist der Makler haftbar und muß den Schaden erstatten, das heißt die Lücke wird durch die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung des Maklers geschlossen. Jeder Makler ist verpflichtet so eine Police abzuschließen. Wenn zusätzlich der Makler noch unter vielen Anbietern den günstigsten Versicherungsschutz wählt, fährt man auf doppelte Weise richtig.

Würdest Du wegen ein paar gesparten Euros eine fachgerechte Beratung und Betreuung aufs Spiel setzen? Vielleicht ja, vielleicht nein, den wesentlichen Unterschied wirst Du erst im Schadenfall feststellen. Wichtig ist auch, das Du immer den gleichen Ansprechpartner hast. Wenn eine Versicherung wegen Schadenhäufigkeit eine Selbstbeteiligung einbauen möchte oder Dir gar den Vertrag kündigt, so sucht der Makler schnell einen neuen Anbieter und alles ist wieder in Butter. Auf diese Weise können sogar Beitragerhöhungen aufgefangen werden. Hinzu kommt, das Maklerverträge häufig nur Jahresverträge sind, sodaß man sich jedes Jahr für einen neuen besseren Anbieter entscheiden kann, wenn sich die Eckdaten hierzu ändern.

Antwort
von alfalfa,

Prinzip bekannt, eigentlich eine gute Idee in klasse, wenn kein Schaden auftritt. Doch wenn dieses eintritt, dann kann es schnell mit der Freundschaft vorbei sein, wenn man für den Freund zählen muss.

Alterantive, jedoch ohne Lücke, wäre es sich mit Freunden zusammenzu tun und gemeinsam bei einem Makler einen Gruppenvertrag abzuschließen. Effekt derselbe, aber ohne dass der eine für den anderen zahlen muss.

Kommentar von DorisSch ,

Danke für den Tipp mit der Gruppenversicherung - wusste gar nicht, dass das geht!

Antwort
von werwiewas,

Startup - Interview mit Friendsurance

http://goo.gl/SnDBH

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