Frage von ferun, 52

Wer hat Anspruch auf Wohninventar, wenn die verstorbene Mutter mit der körperlich behinderten Tochter zusammenlebte, aber auch noch drei Söhne hinterlässt?

Hallo zusammen,

Es geht um die Uroma. Sie pflegte ihr Leben lang ihre körperlich schwer behinderte Tochter. Die beiden wohnten zusammen. Haupteinkommen hatte die Tochter. Diese soll nach dem Tod der Mutter in ein Heim. Die Mutter, also die Uroma, hinterlässt aber auch noch drei Söhne. Einer davon will jetzt die ganze Einrichtung verkaufen oder selbst behalten und schließt seine Geschwister alle aus. Die sollen die Wohnungsschlüssel abgeben und sich raus halten. Darf er das? Die Tochter ist geistig voll da und ich bin der Meinung, daß vorallem sie erstmal sagen muss, was mit den Sachen passiert, immerhin hat sie das meiste davon bezahlt.

Danke vorab für eure Hilfe. Diese endlose Gier macht mich so traurig 😢

Liebe Grüße

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von wfwbinder, Community-Experte für erbrecht, 33

Die Kinder erben gleichmäßig. 

Den Hausrat der eigenen Wohnung hat erstmal der, der in der Wohnung gelebt hat.

Über alle Teile der Erbschaft hat die Erbengemeinschaft zu entscheiden, nicht einer alleine.

Kommentar von Snooopy155 ,

Aus der Tatsache, dass die Tochter die finanzielle Möglichkeit geboten hat, die Haushaltsgegenstände zu beschaffen, läßt sich nicht eine Eigentümerschaft ableiten, denn sie hat ja im Gegenzug Pflegeleistung durch die Mutter erfahren.

Dass der eine Bruder die Schlüssel verlangt mag durchaus sachlich begründet sein, wenn er die Abwicklung der Wohnungsauflösung durchführt.

Sollte er aber auf diesem Weg versuchen sich finnzielle Vorteile oder Sachwerte alleine zu sichern, so sollte er wissen, dass er nicht Alleinerbe ist, sondern alle Geschwister zu gleichen Teilen. Notfalls muß ihn dann halt ein Anwalt auf sein unrechtmäßiges Verhalten und die daraus resultierenden Folgen aufmerksam machen.

Kommentar von ferun ,

So habe ich das noch nicht betrachtet. Klingt auch nachvollziehbar. Danke für die Hilfe. Dann hoffen wir mal, das vernünftig und friedlich über die Bühne zu bekommen. Wir Enkel mögen nicht mitansehen, wie die Familie daran jetzt zerbricht. Wir wollen Tante und Onkels an einen Tisch bitten und nicht gänzlich uninformiert dastehen. 

Danke nochmal für alle Antworten.

Antwort
von Mikkey, 27

Die Tochter hat das Recht, die Haushaltsgegenstände zumindest 30 Tage lang zu nutzen.

Du schreibst "Diese soll nach dem Tod der Mutter in ein Heim" - was sagt sie denn selbst dazu. Sie könnte ja in der Wohnung wohnen bleiben und wenn sie mit ihrem Einkommen überwiegend für das leben aufgekommen ist, wird ein guter Teil der Haushaltsgegenstände eh ihr gehören.

Kommentar von ferun ,

Ja, das geht leider nicht, da sie eine Rundumbetreung braucht. Lässt sich leider auch familiär nicht regeln. Sie ist aber einverstanden damit. 

So wie ich beide Antworten verstehe, heißt das, dass der ganze Hausrat unter den vieren aufgeteilt werden muss, und auch die Tochter keinen höheren Anspruch hat, obwohl sie alle Sachen jahrzehntelang selbst genutzt hat und sogar eigentlich auch selbst bezahlt hat? Das erscheint mir total unfair :(

Kommentar von Mikkey ,

Die Sachen, die sie selbst bezahlt hat, sind selbstverständlich ihre, darauf haben die Brüder keinen Anspruch.

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