Frage von persi09,

Wer erbt?

Folgende Situation:Ein Ehepaar,beide über 60,haben sich den Traum eines Eigenheims erfüllt.Da die eigene Rente und das Eigenkapital zu niedrig für die Finanzierung war,nahmen sie einen von drei existierenden Kindern mit in`s Boot.Dieses Kind steht nun mit im Grundbuch und als bürge bei der Bank.Wie sieht es jetzt mit dem Erbe der beiden anderen aus?Geht das Haus automatisch in den Besitz des einen Kindes über da es Im Grundbuch steht etc??Setzt das die Erbfolge außer Kraft?Danke

Hilfreichste Antwort von Franzl0503,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Wesentliche Informationen fehlen, deshalb zunächst eine vereinfachte Annahme: Vater, Mutter und Kind 1) sind als Miteigentümer zu je 1/3 des Hausgrundstücks im Grundbuch eingetragen. Alle drei haften gesamtschuldnerisch für den Bankkredit, Zahler sind und bleiben jedoch die Eltern. Vertraglich ist festgehalten, dass die Zuwendung des 1/3 Anteils an Kind 1) auf das künftige Erbe anzurechnen und ein möglicher Wertzuwachs abzüglich des restlichen Darlehens unter den Kinder auszugleichen sind. Schließlich soll keines der Kinder benachteiligt werden. Nach dem Tod der Eltern hätten Kind 2) und Kind 3) jeweils ebenfalls 1/3. Alle Drei müssten sich dann auseinandersetzen, wer letztendlich Alleineigentümer des Grundstücks bleibt/wird und in welcher Höhe die Ausgleichszahlungen anfallen. Vermutlich hat der Notar anlässlich der Beurkundung des Grundstückskaufvertrags bereits Lösungs- und vor allem Sicherungs-Möglichkeiten aufgezeigt.

Antwort von Guppy194,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Stirbt ein Elternteil, dann hat das auf den Anteil des einen Kindes, das bereits im Grundbuch als Miteigentümer eingetragen ist keinen Einfluss. Auch der Anteil des überlebenden Elternteiles wird von dem Tod des Ehegatten nicht berührt. Liegt gesetzliche Erbfolge vor, dann erhält der überlebende Ehemann 1/4 als Erbe und ein weiteres 1/4 als pauschalen Zugewinnausgleich. Die andere Hälfte geht an die Kinder zu gleichen Teilen, bei drei Kindern also je 1/6.

Beispiel: die Eltern und das mitfinanzierende Kind sind zu gleichen Teilen im Grundbuch eingetragen, also zu je 1/3. Stirbt ein Elternteil, dann bilden der Ehemann und die drei Kinder an diesem 1/3 des verstorbenen Elternteiles eine Erbengemeinschaft. Wertmäßig bekommt der überlebende Ehegatte 1/6 und die drei Kinder je 1/18. Gegenzurechnen sind natürlich die Belastungen, die auf diesem Anteil liegen, defacto könnte der Wert des Erbes gegen Null gehen.

Antwort von Snooopy155,

Wenn ihr alle Kinder gleich behandeln wollt, dann ist es geboten mit Hilfe eines Notars ein entsprechendes Testament zu machen.

Liegt kein Testment vor, dann wird sich die Erbmasse natürlich um den Anteil an der Immobilie verringern, der im Grundbuch auf das Kind schon übertragen wurde.

Sind Sie zufrieden mit Ihrem Besuch auf gutefrage.net?

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Wenn Sie möchten, können Sie uns hier noch Ihre Begründung hinterlassen:

Vielen Dank für Ihr Feedback!

Bis zum nächsten Mal ...

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten