Frage von Anton60, 4

Wenn Vater mit 4 Kindern 8,50 €/h verdient, hilft das nicht bei Hartz IV, höherer Mindestlohn nötig?

Wenn ein Familienvater mit z. B. 4 Kindern 8,50 Euro die Stunde verdient, hilft das auch nicht, um aus Hartz IV herauszukommen. Dann hilft dieser Mindestlohn doch auch nicht, müßte der Lohn noch höher sein? Oder sollte der Lohn nach Familiengröße gestaffelt sein?

Antwort
von wfwbinder, 4

Vor ca. 32 Jahren musste ich mal einem Mitarbeiter, der zu mir kam und um einen Leistungsgerechten Lohn bat, sagen: "Ich würde Sie gerne leistungsgerecht bezahlen, aber es ist ethisch nicht vertretbar Sie verhungern zu lassen." Er war dann beleidigt und hat gekündigt, womit mir der Rausschmiss erspart blieb.

Deutschland ist ein hochlohnland. Wir können hier nur vernünftig leben, wenn wir eine Ausbildung haben. Ist einfach so.

Da es gründe gibt, warum nicht jeder eine Topausbildung hat, wird es eben immer Leute geben, denen man etwas helfen muss. Ist keine Frage und auch kein Problem.

Wir sollten in Bildung investieren, damit die Zahl der ungelernten kleiner wird. Und wir müssen dafür sorgen, dass wir viele Arbeitsplätze haben, weil uns das auch bei anderen Problemen hilft. Denn wenn wir gut bezahlte Arbeitsplätze bei uns haben, werden viel Sozialabgaben udn steuern gezahlt und unser Sozialsystem wird entlastet.

Aber Jemandem, dessen Arbeit eine Wertschöpfung von 7 Euro bringt, 10 Euro in die Hand zu drücken ist für den Beschäftigungsbetrieb nicht machbar..

Kommentar von VirtualSelf ,

Deutschland ist ein hochlohnland.

Empirische Belege für diese These?

Kommentar von wfwbinder ,

Diese Statistik und da sind die viel geringeren Löhne in China und Indien noch nciht gerechnet: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/183571/umfrage/bruttomonatsverdien...

Kommentar von Rentenfrau ,

in Bildung investieren, das ist richtig, hoffentlich gelingt das...

Antwort
von Rentenfrau, 4

Hallo Anton60, den Lohn den man bei einem Arbeitgeber verdient, stellt in erster Linie eine Entlohnung für die geleistete Arbeit dar, arbeitet man gut, weil gut ausgebildet und fleißig und die Arbeitsleistung stimmt, verdient man (meist) auch gut, hat man keine Ausbildung und macht dann sogenannte "Hiwijobs", dann ist die Entlohnung recht schlecht, und es ist sogar so, daß es die typischen Helferjobs immer weniger gibt. Öffentliche Arbeitgeber bezahlen öfter einen Familienzuschlag, pro Kind gibt es mehr Geld, aber bei "normalen" Arbeitgebern spielt das keine Rolle, es kommt eigentlich nur auf die Arbeitsleistung an. Der Arbeitgeber will sich nicht an den "Familienkosten" des Mitarbeiters beteiligen, wenn der Lohn für den Familienvater nicht reicht, ist es Sache des Staates hier Abhilfe zu schaffen, z. B. mit Kindergeld, Kindergeldzuschlag, Wohngeld, aufstockendes Arbeitslosengeld II.

Antwort
von Rat2010, 3

Willst du allen Ernstes, dass sich Unternehmen nur noch Singles leisten können??? Kind kriegen als Kündigungsgrund? Nicht lachen, in der Schweiz ist oder jedenfalls war das so geregelt (allerdings seitens der Beschäftigten).

Es hat ja sicher irgendwie was nettes auf dem Spielplatz nur hast du schon an die Kinder gedacht, deren erste und zweite Bezugsperson ihnen nicht vorleben, dass man für sein Geld arbeiten muss?

Also ganz sicher nicht Lohn oder Mindestlohn nach Familiengröße staffeln. Dagegen kann man überlegen, ob das Kindergeld ausreichend hoch ist. Wie andere Leistungen sollte auch das regelmäßig (also im Zweifel jährlich) der Inflation angepasst werden.

Antwort
von Privatier59, 4

Bevor er die 4 Kinder in die Welt gesetzt hatte, hätte sich der Vater ja auch um eine vernünftige Ausbildung bemühen können die ihm ermöglicht hätte, mehr als 8,50 Euro die Stunde zu verdienen. Aber so ist das nun einmal: Schuld sind immer nur die anderen. Der Mindestlohn wird ohnehin schon teuer genug kommen, massenweise Arbeitsplätze vernichten und weitere Produktion ins Ausland treiben. Da kann man auf so einen Unfug wie soziale Staffelung gut verzichten.

Antwort
von mig112, 3

Wenn dieser Mensch dann 200h/Monat arbeitet und ob des geringen Einkommens plus Minijob nur geringe Abgaben zahlt, Kindergeld und Wohngeld addiert, dann hat er meines Erachtens -unter Berücksichtigung seiner beruflichen Qualifikation- ein recht ansehnliches Einkommen...

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