Frage von Fridoline,

Wenn man im Beruf der Firma unabsichtlich/nicht grobfahrlässig Schaden zugefügt hat...

Was passiert wenn ein Arbeitnehmer einen Fehler macht, der dem Arbeitgeber sehr viel Geld kostet. Der Fehler war nicht aus grober Fahrlässigkeit entstanden, aber wäre einem Arbeitnehmer mit mehr Erfahrung wohl nicht unterlaufen. Müsste in diesem Fall der Arbeitnehmer mit Schadensersatz Forderungen durch seinen Arbeitgeber rechnen? Ist man als Arbeitnehmer da irgendwie abgesichert oder muss man bei jeder großen Entscheidung Angst um seine persönlichen Rücklagen haben?

Hilfreichste Antwort von heinerbumm,
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Ein Haftung des Arbeitnehmers gegenüber dem Arbeitgeber kommt nur für ganz seltene Fälle grober Fahrlässigkeit in Betracht. Die Haftung ist aber auch auf 2-3 Monatsgehälter beschränkt. Gesetzlich ist das nirgendwo konkret geregelt, das hat sich aus der Rechtsprechung heraus entwickelt. Das heißt, es kommt schon sehr auf den Einzelfall an. Dabei ist natürlich auch zu berücksichtigen, dass der Arbeitnehmer möglicherweise über wenig Erfahrung verfügt. So etwas oder ähnliches (z. B. Arbeitnehmer hat keine oder geringe Qualifikation) trägt auch der Arbeitgeber, der ja den Mitarbeitern entsprechende Aufgaben überträgt. Die Rechtsprechung spricht hier auch oft von einem Auswahl- und einem Organisationsverschulden. Der Arbeitgeber muss geeignete Mitarbeiter auswählen und auch die Arbeitsabläufe so organisieren, dass möglichst wenig Schäden entstehen können.

Antwort von mig112,
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Das Risiko trägt der Arbeitgeber ganz allein!

Antwort von qtbasket,
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Das ist das unternehmerische Risiko des Arbeitgebers und das Risiko kann und sollte er versichern.Das gilt immer dann, wenn der Schaden dem Unternehmen entsteht. Wie in deiner Frage beschrieben, wird eigentlich jedes Arbeitsgericht in Deutschland so urteilen, das der Arbeitnehmer keinen Schadensersatz leisten muss: letztlich geht es darum, das ein Arbeitnehmer einen Arbeitsvertrag erfüllt, und nicht am Erfolg oder Misserfolg des Unternehmens partizipiert.

Entsteht der Schaden Dritten gegenüber, kann allerdings eine andere rechtliche Situation auftreten - hier kann eine Berufshaftpflichtversicherung sehr sinnvoll sein.

Allerdings das ist alles ziemlich theoretisch, wenn du einen konkreten Fall hier vorstellen möchtest, dann kann man dir präziser antworten.

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